1. Home
  2. Lifestyle
  3. Halbjahresbilanz: Die teuersten Kunstwerke 2015

Auktionen 
Halbjahresbilanz: Die teuersten Kunstwerke 2015

Das teuerste Kunstwerk aller Zeiten: «Les femmes d'Alger» von Pablo Picasso.  Keystone

Das Tempo auf dem Kunstmarkt verlangsamt sich. Gleichzeitig ziehen die Preise für Trophäen-Werke an. Welche Künstler bei Auktionen am meisten absahnten und was das teuerste Kunstwerk aller Zeiten ist.

Veröffentlicht 27.07.2015

Die Erlöse bei Kunstauktionen in aller Welt haben sich in der ersten Jahreshälfte zwar abgekühlt. Das galt jedoch nicht für Trophäen-Werke - etwa von Künstlern wie Pablo Picasso, Claude Monet und Andy Warhol.

Die Erlöse bei Auktionen sanken um 5,8 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar, vergleichen mit dem Vorjahreszeitraum, wie aus Angaben von Artnet jetzt hervorgeht. Das habe vor allem an relativ schwachen Ergebnissen in China, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland gelegen. Gleichzeitig jedoch zogen die Preise für Trophäen-Werke an, während eine kleinere Anzahl an Hochwerttransaktionen verzeichnet wurde.

Nicht der Beginn eines Abschwungs

Auch wenn sich das Tempo auf dem Kunstmarkt insgesamt verlangsamt hat, ist dies nach Meinung von Auktionatoren und Beratern nicht der Beginn eines Abschwungs. So erwartet beispielsweise Wendy Cromwell, eine Beraterin bei der New Yorker Cromwell Art, keine «Wasserstands-Änderung» bei den Preisen auf dem Gesamtmarkt.

Die teuersten Verkäufe der ersten sechs Monate des Jahres fanden im Mai in New York City statt, wobei das Auktionshaus Christie’s acht davon abwickelte. Das Gemälde «Les Femmes d’Alger (Version ‘O’)» von Picasso war Spitzenreiter mit 179,4 Millionen Dollar, gefolgt von der Giacometti-Skulptur «Pointing Man» für 141,3 Millionen Dollar.

Das Auktionshaus Sotheby’s veräusserte «L’Allee des Alyscamps» von Vincent van Gogh für 66,3 Millionen Dollar sowie von Monet «Nympheas» für 54 Millionen Dollar.

Zehn Künstler machten zwei Milliarden Dollar

Die zehn Künstler, auf deren Konto die meisten Verkäufe bei Auktionen gingen, sorgten Artnet zufolge im ersten Halbjahr des Jahres für ein Transaktionsvolumen von mehr als zwei Milliarden Dollar. An der Spitze stand Picasso mit 441 Millionen Dollar an Verkäufen - vor allem dank «Les Femmes d’Alger».

Es folgte Monet mit 289 Millionen Dollar an Verkäufen. Warhol war die Nummer drei mit 288 Millionen Dollar. Giacometti, Mark Rothko, Gerhard Richter, Francis Bacon, Cy Twombly, Joan Miro und Jean-Michel Basquiat vervollständigten die Top 10. Richter ist der einzige unter ihnen, der noch lebt.

Yayoi Kusama an der Spitze der weiblichen Künstler

Unter den weiblichen Künstlern setzte sich Yayoi Kusama mit 28,7 Millionen Dollar an die Spitze. In der Gesamtgruppe entspricht dies dem 49. Rang.

«Das obere Markt-Ende hat sich besonders gut entwickelt. So, wie das schon in den vergangenen paar Jahren der Fall war», sagt Artnet-Chef Jacob Pabst.

Michael Plummer von der Beratungsfirma Artvest Partners in New York meint, dass Sammler die Trophäen-Werke kaufen wegen «der sich nur einmal im Leben ergebenden Chance, diese selbst zu besitzen». Und weiter: «Die Preise sind derart hoch, dass es unwahrscheinlich ist, dass sie weiter so stark zulegen. Sie dürften den neuen Besitzern wohl nicht einen Ertrag in derselben Grössenordnung liefern.»

Das teuerste Kunstwerk aller Zeiten

«Les Femmes d’Alger» ist zugleich auch das teuerste Kunstwerk aller Zeiten, das bei einer Auktion jemals versteigert wurde. Vor dem Verkauf im ersten Halbjahr dieses Jahr war es zuletzt 1997 angeboten wurden. Damals fand es für gerade einmal 31,9 Millionen Dollar einen neuen Besitzer.

Artnet zufolge verringerte sich das Volumen bei Auktionen in China im ersten Halbjahr um 32 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Grösster Markt waren die USA mit 3,4 Milliarden Dollar und einem Anteil von 42 Prozent am Weltmarkt.

«New York ist wirklich der Ort, wo die meiste Aktivität zu verzeichnen ist», sagte Plummer. «Europa ist schwach wegen des Griechenland-Problems und wegen Schwierigkeiten bei anderen europäischen Volkswirtschaften. China hat seine ganz eigenen Probleme, was auch für Russland gilt.»

(bloomberg/ccr)

Anzeige