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Fünf Sterne fürs Personal

Die besten Hotels sind nichts ohne die Menschen, die ­dahinterstehen. Erst das ­persönliche Engagement ­herausragender Teamplayer macht Hotels zum Erlebnis. ­BILANZ befragte erneut 114 Tophoteliers und 80 Reiseprofis, welche ­Hotelmitarbeiter zu den ­besten im Land gehören.

Veröffentlicht 19.07.2012

Hotelier des Jahres: Michael Thomann, «Schweizerhof», Bern. 
Der Geist der geschliffenen General Manager geht um. Diese können zwar mit wichtigen Leuten super umgehen, aber ihnen fehlt die Wärme. Sie lieben ihre Gäste nicht. Thomann ist da anders: ein charakterstarker Gastgeber, der mit Passion und Menschenkenntnis dafür sorgt, dass man nicht als Kunde, sondern als Gast empfangen wird. Zudem hebt er seine Mitarbeiter aufs Podest: Jeder weiss, dass er wichtig fürs Team ist, das dem Hotel ein unverwechselbares Gesicht verleiht.

Empfangschef des Jahres: Philipp Schaerer, «Victoria-Jungfrau», Interlaken.
Das Hotel mag nicht mehr auf der Höhe seines einstigen Rufs sein, doch Mitarbeiter wie Philipp Schaerer retten, was es zu retten gibt. Als authentische Persönlichkeit ist er kompetenter Begleiter und Berater der Gäste, immer aufmerksam, zuvorkommend und nie lästig. Die Doppelrolle als Empfangschef und Rooms Division Manager (Réception, Reservierung, Beherbergung) erfüllt er mit Berner Oberländer Charme. Probleme erfasst und löst er rasch und ohne gros­ses Aufheben.

Concierge des Jahres: Sylvie Gonin, «Beau-Rivage Palace», Lausanne.
Sylvie Gonin hat Klasse, ­Eleganz, Witz. Doch das Interessanteste ist, dass sie alles weiss und nichts sagt. Denn in fünfzehn Jahren als Concierge der ­Reichen und Erfolgreichen könnte man ganze Bücher schreiben. Zum Glück gibt es noch Menschen wie Gonin, die ­wissen, wie wertvoll Verschwiegenheit ist. Mit hohem ­persönlichem ­Einsatz sorgt sie für die diskrete ­Erfüllung jedes ­Spezialwunsches, solange er legal und moralisch ­vertretbar ist.

Hotelkoch des Jahres: Bernd Schützelhofer, «Grand Hotel Kronenhof», Pontresina.
Rund tausend Teller verlassen Tag für Tag die Küche für das Gourmetlokal Kronenstübli und das Grand Restaurant. Jenseits aller Trend­hascherei und Regionalitätseuphorie ­verbindet Bernd Schützelhofer die grosse Klassik mit frischer Moderne zu einem richtungweisenden Gesamtkonzept. Trotz grossem Talent kommt der Vorarlberger Virtuose ohne divenhaftes Gehabe aus. Mit ­weniger, als stets sein Bestes zu geben, gibt sich Schützelhofer nicht ­zufrieden.

Maître d’hôtel des Jahres: Guido Livrini, «Castello del Sole», Ascona.
Oft ist für die heutige «Zapp-­Generation» das Aufsteigen weniger schwierig als das Halten des Erreichten. Die Leistung von Guido Livrini besteht unter anderem in der Konstanz, mit der er seit mittlerweile 27 Jahren das Serviceteam im Halbpensionsrestaurant des «Castello del Sole» führt. Stets gut gelaunt und ohne Formschwankungen pflegt der Maître alter Schule die ­perfekte Balance zwischen höchster Aufmerksamkeit und gebotener ­Zurückhaltung.

Sommelier des Jahres: Christoph Kokemoor, «Les Trois Rois», Basel.
Zusammen mit Maître Grégory Rohmer bringt Christoph Kokemoor auf charmante Weise die nötige Dosis Lockerheit ins Spitzenrestaurant Cheval Blanc und parliert so profund über einen raren Petite Arvine wie entspannt über die ­Zubereitung der Gänseleber – wenn man dies möchte. Kokemoor verzichtet auf ­Allüren, Bevormundung des Gastes und Show. Seine Begeisterung für die Welt des Weins spiegelt sich in der Karte, die auch Entdeckungen zu vernünftigen Preisen aufweist. 

Barchef des Jahres: Andrea Buschini, «Gstaad Palace», Gstaad.
Die Lobby-Bar des Alpenpalasts ist Dreh- und Angelpunkt des gesellschaftlichen Geschehens in Gstaad und an Winterabenden so beliebt, dass es fast nicht ohne Reservation geht. In diesem Trubel weder Übersicht noch Fassung zu verlieren und jedem Gast seinen Tisch im richtigen Moment zuzuweisen, ist eine Kunst für sich. Keiner beherrscht sie souveräner als Andrea ­Buschini. Er sorgt dafür, dass sich jeder Gast mindestens so ernst genommen fühlt, wie er sich selbst nimmt.

Hausdame des Jahres: Yvonne Drefahl, «Eden Roc», Ascona.
Housekeeping wird selbst in Luxushotels oft unterschätzt. Nicht so im «Eden Roc» und in dessen Schwesterbetrieben «Carlton» und «Tschuggen Grand Hotel», wo jedes Zimmer beim Betreten so aussieht, als wäre man der erste Gast. Yvonne Drefahl sorgt nicht nur für tadellos saubere Betten und Bäder, sondern hat auch einen inneren Radar für Problemzonen und richtiges Timing: Übereifrige Zimmermädchen, die um 17 Uhr klopfen, um die Vorhänge zu ziehen, braucht man nicht zu fürchten.

Spa-Leiter des Jahres: Jann Hess, «The Dolder Grand», Zürich.
Bei dem ungesunden, verrückten, beschleunigten Leben, das die meisten von uns führen, ist ein gelegentlicher Spa-Break kein Luxus mehr, sondern eine Notwendigkeit, um die innere Balance zu halten. Umso wichtiger ist die verlässliche Qualität und verstärkte Individualisierung der Spa-Treatments. Jann Hess sorgt dafür, dass ermattete Erfolgsmenschen im «Dolder Grand Spa» optimale Voraussetzungen vorfinden, um der Hektik des ­Lebens ein Schnippchen zu schlagen.

Hotelunternehmer des Jahres: Heiner Lutz (r.) und Laurenz Schmid, «Ermitage», Schönried, und «Beatus», Merligen.
Die Details sind es, was die beiden visionären, liebenswürdigen Herren interessiert: Kleinigkeiten perfektionieren, ihre Ferienhotels Ermitage und Beatus Stückchen für Stückchen verbessern. Was die zwei über die Jahre aufgebaut, gelebt und für jeden Gast erlebbar gemacht haben, ist einmalig. Sie zeigen, dass ­Hotellerie kein ­Gewerbe, sondern Passion ist und man auch ohne finanzstarke Mäzene ­konkurrenzfähig bleiben kann.

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