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Sammlung Swiss Re: Corporate-Identity-Tool

Der zweitgrösste Rückversicherer der Welt nutzt Kunst zum internen Identifikationsaufbau und zur externen Markenpflege.

Von red
2005-06-13

Nur wenige Grosskonzerne bedienen sich der Kunst so konsequent wie die Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft, kurz Swiss Re. Als Anbieter komplexer Finanzdienstleistungen ohne erkennbares, emotionales Profil nutzt der Konzern zeitgenössische Kunst und Architektur ganz bewusst als Kultur- und Symbolträger. «Kunst ist ein Instrument zur Markenführung und passt zu unserem Selbstverständnis», erklärt dazu Anne Keller, Head Brand Communication bei der Swiss Re. «Es geht um unsere Identität, um unsere Werte, Normen und Prinzipien, das heisst um die Art und Weise, wie wir uns als Partner im Geschäft und im Kontakt mit allen anderen Stakeholdern wie Mitarbeitern, Kunden und so weiter verhalten.»

Vor diesem Hintergrund wird bei der Swiss Re seit 1986 gezielt zeitgenössische Kunst akquiriert. Mit der Internationalisierung der Geschäftstätigkeit ab Mitte der neunziger Jahre wurde das Ankaufskonzept erweitert und vermehrt auf ausländische Provenienzen ausgedehnt. Mittlerweile umfasst die Sammlung 1400 zeitgenössische Kunstwerke, vornehmlich aus den Sparten Fotografie, Malerei und Grafik. Über die Ankäufe entscheidet eine siebenköpfige Kunstkommission, bei welcher der ehemalige Swiss-Re-CEO und amtierende Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft, Walter Kielholz, den Vorsitz hat. Im Steuerungsausschuss sind auch der Kunstenthusiast und Swiss-Re-Verwaltungsrat Thomas W. Bechtler und die Leiterin der Zürcher Kunsthalle, Beatrix Ruf.

Seit 1998 vergibt der weltweit tätige Rückversicherer auch vermehrt Aufträge für künstlerische Interventionen, die auf die jeweilige Raumsituation Bezug nehmen. Im besten Fall gehen solche Werke mit den sie umgebenden Bauten eine Symbiose ein und positionieren den Konzern auf der visuellen Ebene als Unternehmen mit klaren, nachhaltigen Konzepten bei gleichzeitig höchstem Qualitätsanspruch. Beispielhaft für dieses Zusammenspiel zwischen Kunst und Architektur ist der von Norman Foster entworfene Swiss Re Tower in London, der wegen seiner bauchigen Form auch schon mit einem «gläsernen Tannenzapfen» oder mit einer «Gurke» verglichen wurde. Im Rahmen eines umfassenden Kunst-im-Bau-Konzepts wurden neun Stockwerke des architektonisch gewagten Hochhauses mit den Werken junger britischer und schweizerischer Kunstschaffender bestückt. Um ihr Engagement für junge, innovative Positionen zu unterstreichen, vergibt Swiss Re jedes Jahr einem aufstrebenden Fotokünstler oder einer Fotokünstlerin eine Carte blanche für eine Arbeit, die durch einen Fotobildband dokumentiert wird. Vor zwei Jahren war die Exiliranerin Shirana Shabazi an der Reihe. Thema ihrer Arbeit: «Risk is our Business».

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