1. Home
  2. Lifestyle
  3. Bankiers: Reiche machen Reiche reicher

 
Bankiers: Reiche machen Reiche reicher

18,5 Milliarden Franken! Reich werden ist nicht schwer, reich bleiben dagegen sehr. Deshalb vertrauen die Superreichen dieser Welt ihre Vermögen gerne Schweizer Vermögensverwaltern an. Die Bankiers sind darob selbst reich geworden.

Von red
29.11.2005

Familie Hinduja | GE

Banken, Mischkonzern
4–5 Milliarden

Die Hinduja-Dynastie, in Genf äusserst zurückhaltend, dafür international umso aktiver, hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Die indische Familie beschäftigt weltweit 25000 Mitarbeitende; zum Konzern gehören so unterschiedliche Bereiche wie Erdöl, Banken (Amas in Genf), Telekommunikation und Autos. 2005 wird als Meilenstein in die Geschichte der Familie eingehen; nach einem langwierigen Verfahren wurde diese wegen eines angeblichen Bestechungsskandals freigesprochen. Drei Familienmitglieder waren vor rund 20 Jahren in Verdacht geraten, von der schwedischen Rüstungsfirma Bofors Schmiergelder kassiert zu haben. Der Hohe Gerichtshof von New Delhi hat letzten Juni das Verfahren gegen die drei Hinduja-Brüder mangels Beweisen eingestellt. Davon betroffen war auch Prakash Hinduja, der die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt. Das Vermögen der Hindujas stammt aus dem Handel mit Iran, und zwar vor der Machtergreifung Ayatollah Khomeinys. Danach expandierte die Gruppe auf internationaler Ebene, insbesondere durch den Kauf der US-Erdölfirma Gulf Oil in den achtziger Jahren. 2005 verstärkte die Gruppe ihre Verbindungen mit Fiat in Indien und investierte mit der Regierung von Katar je eine halbe Milliarde Dollar in die Finanzierung gemeinsamer Projekte.

Familie Edgar de Picciotto | GE

Banken
3–4 Milliarden

Die Union Bancaire Privée (UBP) bleibt eine der auffälligeren Banken auf dem hiesigen Finanzplatz. Mit 90 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen (gegenüber 72 Milliarden im Vorjahr) und einem für 2005 auf rund 300 Millionen budgetierten Gewinn kann sie auf ein ausserordentlich erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Edgar de Picciotto, Gründer und Präsident des Geldhauses, hat sich nach dem Kauf der Discount Bank and Trust Company (DBTC) 2001 vorgenommen, bald 100 Milliarden zu erreichen. Bei gleich bleibendem Dollarkurs hätte er sein Ziel weit übertroffen. Die Genfer Bank konzentriert sich zunehmend auf Hedge-Funds. Dieses Jahr konnte sie ihre Position als Nummer drei in der alternativen Vermögensverwaltung dank 30 Milliarden Franken an verwalteten Aktiven stärken. Zudem hat UBP vor kurzem der Zürcher Privatbank Julius Bär zwei von deren kompetentesten Experten für aufstrebende Märkte abgeworben.

Benjamin de Rothschild | GE

Bank, Wein, Kunst, Immobilien
2–3 Milliarden

Benjamin de Rothschild (41) führt seine Bank von Erfolg zu Erfolg. Die Genfer Banque Privée Edmond de Rothschild verwaltet mittlerweile Kundenvermögen in Höhe von 60 Milliarden Franken, beim Institut in Paris sind es gegen 17 Milliarden. Alleine in der Schweiz dürfte die Gruppe dieses Jahr einen Rekordgewinn von 100 Millionen Franken erzielen. Der seit dem 18. Jahrhundert mit der Bank verbundene Name hat eine unverändert starke Sogwirkung – das spürt das noble Geldhaus bei den Neugeldzuflüssen. Andere traditionelle Schweizer Bankiers tun sich bei der Akquisition von Neukunden hingegen zunehmend schwer. Und während die meisten Institute in der Schweiz Stellen abbauen mussten, hat die Banque Privée Edmond de Rothschild in den letzten fünf Jahren ihren Mitarbeiterbestand von 780 auf 1100 ausgebaut.

Der Schweizer Zweig der Rothschilds ist reicher als jene in Frankreich und Grossbritannien. Zudem besitzt er zahlreiche über die ganze Welt verstreute Vermögenswerte, die nicht nur mit dem Bankengeschäft zu tun haben: So nennen die vor allem in Genf niedergelassenen Rothschilds eine wunderbare Kunstsammlung, Immobilien und Weingüter auf drei Kontinenten ihr Eigen.

Bruce Rappaport | GE/Monaco

Banken, Immobilien
1–1,5 Milliarden

Der 83-jährige Bruce Rappaport, markanter Repräsentant des jüdischen Finanzgeschäfts und geschätzter Mäzen, kann auf ein abenteuerliches Leben zurückblicken. Nach gesundheitlichen Problemen übertrug er vor ein paar Jahren einen Teil der Geschäftsführung seiner Frau Ruth. Unter ihrer Leitung wurde im vergangenen Sommer die Bank of New York-Inter Maritime Bank Geneva (BNY-IMB) für 95 Millionen Franken an die israelische Bank Hapoalim verkauft. Nach der Gründung 1966 durch Bruce Rappaport war das Institut zu einer der bekanntesten Bankadressen in Genf geworden und thronte stolz über den Dächern des Quai du Mont-Blanc. Das aus dem Waadtland stammende Ehepaar lebt zwar mittlerweile in Monaco, ist aber in Genf immer noch aktiv. Ruth Rappaport amtet neu als Präsidentin der International Maritime Services Company, die Dienstleistungen im Seefrachtgeschäft erbringt. Weiter ist sie Mitglied des Verwaltungsrates der Soverino Real Estate Management. Diese im letzten März gegründete Immobiliengesellschaft hat für rund 30 Millionen Franken jene Genfer Liegenschaft erworben, in der die BNY-IMB untergebracht ist.

Familie Vontobel | ZH

Banken
1–1,5 Milliarden

«Die Familie Vontobel zieht sich Schritt für Schritt aus ihrer Bank zurück», schrieben wir vergangenes Jahr. Doch offenbar wurde das Familienoberhaupt, Hans-Dieter Vontobel, unterschätzt. Der mittlerweile 89-Jährige bekleidet offiziell kein Amt in der Bank, hält aber die Macht in den Händen. Der erste familienfremde Verwaltungsratspräsident, Peter Wagner, wurde diesen Frühling durch den familiennahen Vize Urs Widmer ersetzt. Schliesslich kontrollieren die Familien immer noch mehr als die Hälfte der Stimmen. Dank dem Aktionärspool und einem Vertrag bis 2012 ist die Eigentumsstruktur bei den Zürchern stabiler als etwa beim deutlich grösseren Konkurrenten Julius Bär. Und auch das Bankgeschäft läuft nach einigen schwierigen Jahren wieder etwas besser. Im ersten Halbjahr 2005 stieg das Ergebnis um knapp 40 Prozent. Der Börsenwert der Bank erhöhte sich fast ebenso kräftig. Heute beschäftigt die Bank Vontobel gut 900 Angestellte.

Familien Sarasin | BS

Banken
800–900 Millionen

Im Frühling verstarb der 83-jährige Alfred E. Sarasin. Der Grandseigneur des Private Banking, langjähriger Präsident der Bankiervereinigung und Ehrenpräsident der Bank Sarasin, prägte das Institut bis vor wenigen Jahren. «Herr Alfred», wie er genannt wurde, soll sich nicht gerade erfreut gezeigt haben über den schrittweisen Verkauf der Aktien an die Rabobank. Mit dieser Liaison sei auch sein Haus «dem Geldrausch erlegen», zitierte ihn die «NZZ am Sonntag». Rabo hält heute 28 Prozent am Kapital und besitzt eine Option, die Mehrheit der Bank bis 2009 zu übernehmen.

Nach dem Rücktritt von CEO Peter Merian wird erst recht über einen Alleingang oder einen Verkauf spekuliert. Beides bringt zwar Unruhe in die Bank, aber die bisherigen Aktionäre profitieren. Der Börsenwert von Sarasin stieg dieses Jahr um gut 50 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Die von den Sarasins errichtete Eichbaum Holding kontrolliert zwar noch immer mehr als die Hälfte aller Stimmen, aber bloss 18 Prozent des Kapitals. Und auch bei den zwölf Teilhabern der Holding hat die Familie keine Mehrheit.

Heute ist bei der Bank die zwölfte Generation am Ruder: Eric Sarasin (47) leitet das Private Banking in Basel, Lugano und Genf. Sein Cousin Andreas Sarasin (49) ist für die Logistik zuständig. Im Verwaltungsrat sitzt Philip Baumann-Sarasin (47), der mit Christine Sarasin verheiratet ist. Er spielt als VR-Präsident der Eichbaum Holding eine Art Vermittlerrolle. Unabhängig davon setzt er sich als Anwalt für Opfer des Hedge-Fund-Managers Dieter Behring ein. Aber nicht für solche, die ihr Geld über die Bank Sarasin einbezahlt hatten.

Familie Bär | ZH

Banken
600–700 Millionen

2005 wird als das Jahr der grossen Veränderungen ins Ahnenbuch der Familie Bär eingehen. 115 Jahre lang bestimmte sie die Geschehnisse der Zürcher Traditionsbank. Selbst der Börsengang von 1980 änderte nicht viel an dem beherrschenden Einfluss der Familie, hielten doch rund 40 Partner mit einem Kapitalanteil von nur 17,8 Prozent 53 Prozent der Stimmen. Im Januar 2005 überschlugen sich dann die Ereignisse. Nachdem Mike Bär angehalten worden war, seine Funktionen als Mitglied der Konzernleitung und Chef des Private Banking zu quittieren, kam es zum Aufstand von Thomas und Rudolf Bär; beide hatten das Ziel, aus dem Aktionärspool auszusteigen. Die Folge war, dass der bis zum Jahr 2032 laufende Aktionärsbindungsvertrag aufgelöst und die Einheitsaktie eingeführt wurde. Was gut für die Aktionäre war, bedeutete für die Familie Bär die Aufgabe der Kontrollmehrheit; neu hält sie mit ihrem 17,8-Prozent-Kapitalanteil auch gleich viele Stimmen.

Während also der Einfluss der Familie drastisch schrumpfte, wuchs just im gleichen Jahr die Bank massiv. Denn Raymond Bär, VR-Präsident und letztes verbliebenes Familienmitglied in der Bank, ging auf Einkaufstour. Fündig wurde er bei der UBS: Im September 2005 wurden für 5,6 Milliarden die drei Privatbanken Ehinger & Armand von Ernst, Ferrier Lullin, Banco di Lugano und die Fondsgesellschaft GAM zugekauft. Die UBS ihrerseits beteiligte sich mit 21,5 Prozent an Julius Bär. Der Anteil der Familie Bär freilich hat sich mittlerweile auf 6,2 Prozent reduziert, nachdem einige Familienmitglieder im Laufe des Jahres ihren Anteil versilbert hatten.

Familie Cornaro | TI

Banken
600–700 Millionen

Vor zwei Jahren haben die Gründerfamilien die Luganeser Cornèr Bank vollständig unter ihre Kontrolle gebracht: Das Institut gewährte ihnen einen kurzfristigen Vorschuss von 195 Millionen Franken. Im ersten Jahr der vollständigen Unabhängigkeit hat die Pionierin im Schweizer Kreditkartengeschäft nun den Bereich Finanzierungen abgespaltet, «um sich auf das Hauptgeschäft zu konzentrieren», wie es heisst, also auf die Herausgabe und die Verwaltung von Kreditkarten. Der Verkauf dürfte einen guten Teil des dreistelligen Millionenbetrages wieder eingebracht haben, den damals die Übernahme des 27,3-Prozent-Aktienpakets der Credit Suisse gekostet hatte. Das 1952 von Vittorio Cornaro gegründete Institut erwirtschaftete 2004 einen Nettogewinn von 62 Millionen Franken.

Beat Notz, Christian Stucki und Teilhaber | GE

Bank
500–600 Millionen

Die Genfer Gruppe Notz, Stucki & Cie profitiert stark vom Aufschwung im Finanzgeschäft. Der Vermögensverwalter wurde 1964 gegründet und investierte die Gelder seiner Kunden schon sehr früh im Bereich der alternativen Anlagen. So zählte das Unternehmen in den sechziger Jahren zu den ersten europäischen Geldhäusern, die Investments an der Seite von George Soros tätigten, lange bevor dieser internationale Bekanntheit erlangte. Inzwischen beschäftigt der Asset-Manager rund 130 Personen und will in absehbarer Zeit 20 Milliarden Franken an Kundenvermögen betreuen. Das Wachstum jedenfalls ist beachtlich, besonders in Luxemburg. Doch laut Teilhaber Christian Stucki stellt sich das Institut im Vorfeld der erwarteten weichen Landung der Weltkonjunktur auf eine Korrektur an den Finanzmärkten ein. «Deshalb werden wir wieder konventionell investieren und nur noch 50 Prozent unserer Gelder in Hedge-Funds anlegen und nicht mehr 80 Prozent wie zuvor.»

Charles-Henri Sabet | GE

Bank
300–400 Millionen

Geschafft! Charles-Henri Sabet, Mitbegründer der Synthesis Bank, wird wohl Ende Jahr den Jackpot knacken. Bis dann dürfte der Verkauf seines jungen Instituts an die dänische Saxo Bank, eine der weltweit führenden Online-Banken, über die Bühne gegangen sein. Den Verkauf hatte der 44-jährige Waadtländer ägyptischer Herkunft eingeleitet, weil seinem Unternehmen die kritische Grösse fehlte, um im Echtzeithandel mit den zahlreich angebotenen Finanzprodukten einen anständigen Ertrag einzufahren. Immerhin hat Synthesis 2005 die Trendwende geschafft; seit September wird ein positiver Cashflow ausgewiesen, das Tradingvolumen liegt zwischen 110 und 120 Millionen Franken. Im Vorjahr stellte sich das Handelsvolumen noch auf 45 bis 55 Millionen Franken, am Ende resultierte ein Verlust von 2,7 Millionen.

Familie Syz-Abegg | ZH

Banken, Filmgeschäft
300–400 Millionen

Mit Kundenvermögen von über 5 Milliarden Franken und einem Gewinn von mehr als 14 Millionen Franken im letzten Jahr ist die Zürcher Privatbank Maerki Baumann weiter auf Erfolgskurs. So hat Verwaltungsratspräsident Hans G. Syz, der als Repräsentant der Besitzerfamilie wirkt, auch Zeit, sich um sein Filmbusiness zu kümmern. Seine Produktionsfirma Turnus Film produzierte im laufenden Jahr den Spielfilm «Handy Man» mit dem Schweizer Marco Rima in der Hauptrolle.

Frank, Henry und Familie Bodmer | ZH

Banken, Beteiligungen
200–300 Millionen

Die weit verzweigte Dynastie Bodmer, Miteigentümer von Rahn & Bodmer, der mit 255 Jahren ältesten Zürcher Privatbank, gehört noch immer zu den grössten privaten Landbesitzern Zürichs. In Wallisellen im Norden der Stadt verfügt sie via den Schleifmaschinenhersteller Reishauer über mächtige Landreserven. Auf die hat es Lorze-Besitzer Adrian Gasser abgesehen, der seit Jahren versucht, auf gerichtlichem Weg die Firma Reishauer zu knacken. Mit einem Anteil von 46 Prozent ist Gasser nach dem Familienpool der wichtigste Aktionär des Unternehmens und pocht auf Einsicht in die Bücher und Mitsprache im Verwaltungsrat. Im Süden der Stadt verfügt die Familie Bodmer über das – finanziell allerdings hoch belastete – ehemalige Industriegebiet Sihl Manegg zwischen der Sihl und der Autobahn Richtung Chur. Seit das Areal in diesem Frühling umgezont wurde,
ist der Weg frei für die Umgestaltung.

Hans Jörg Graf | SZ

Finanzen, Beteiligungen
200–300 Millionen

Ausser dass er sich schon vor Jahren im steuerprivilegierten Wollerau niedergelassen hat und mitunter einen Schieber klopft, ist über den früheren Jasspartner von Aktienguru Martin Ebner nur wenig bekannt. Im Gegensatz zu seinem umstrittenen Vorbild und Förderer legte der diskrete Vermögensverwaltungsexperte und Bellevue-Teilhaber der ersten Stunde stets grossen Wert auf «no profile». Im Zuge des Zusammenschlusses von Bellevue Holding und Swissfirst geriet Hans Jörg Graf indessen unvermittelt ins Rampenlicht: Allein seine Beteiligung an der fusionierten Finanzgruppe dürfte einen Wert von ungefähr 70 Millionen Franken repräsentieren. Hinzu kommt ein dickes Paket an Nobel-Biocare-Aktien.

Familien Guth, Dreyfus | BS

Banken
200–300 Millionen

Rund 200 Jahre gibt es das noble Basler Bankhaus Dreyfus bereits. Seit 1939 beschränkt sich die Bank auf den Standort Basel. Dies, nachdem die 1868 gegründete J. Dreyfus & Co. in Frankfurt «arisiert» worden ist. Seit 1942 firmiert die Privatbank als Aktiengesellschaft. Wichtigster Repräsentant der Besitzerfamilie ist Andreas Guth, Präsident des Verwaltungsrats der Bank. Seine beiden Cousins Pierre Dreyfus und Alexis Blum fungieren als Vizepräsidenten des Verwaltungsrats.

Familie Hottinger | ZH

Banken
200–300 Millionen

Die Bank Hottinger wurde im Jahre 1786 in Paris gegründet. Gründer Jean-Conrad Hottinger ist von Napoleon geadelt worden. Noch heute tragen die Nachkommen den Titel eines Barons. Im Zusammenhang mit der derzeit laufenden Übergabe von der sechsten auf die siebte Generation sind sich die beiden Familienstämme, repräsentiert durch Baron Henri (70) und dessen Bruder Paul (62), jedoch in die Haare geraten. Ein Arbitrage-Verfahren wurde eingeleitet. Operativ sorgt das Gerangel nicht für Beeinträchtigungen. Die Bank mit ihren 120 Angestellten und Vertretungen in Genf, Paris, London und New York befindet sich unverändert auf Erfolgskurs.

Familie Matter | ZG

Bank, Beteiligungen
200–300 Millionen

Mit einem Schlag verlieh Thomas Matter seinen seit vier Jahren abwärts tendierenden Swissfirst-Aktien neuen Schub: Auf die Nachricht, dass sich die Swissfirst Bank und die Bank am Bellevue zusammenschlössen, schoss der Kurs in die Höhe. Die Rechnung ist auch für die Bellevue-Besitzer aufgegangen, die schon längere Zeit danach getrachtet hatten, günstig zu einer Beteiligung an Swissfirst zu kommen. Swissfirst-Gründer Matter hält einen Anteil von 18,5 Prozent an der neuen Bank und wird deren operativer Chef. Als solcher hat er sein Büro von der plüschigen Villa in Zürich Wollishofen an den Bellevue-Hauptsitz in Küsnacht verlegt, einen eleganten Glas-Beton-Bau mit Seeanstoss – und Zeuge der Industriegeschichte. Der baumlange Schornstein erinnert an die chemische Fabrik Terlinden, die früher dort rauchte. Matter bezog ein Pult in der gläsernen Kommandobrücke, die um den Schlot herum gebaut worden ist. Über die Matter Beteiligungen hält die Familie Matter weitere bedeutende Investments.

René de Picciotto | GE

Bank, Hotellerie
200–300 Millionen

Für René de Picciotto laufen die Geschäfte in allen Bereichen rund. Nach wie vor hält er eine Minderheitsbeteiligung an der früheren Compagnie Bancaire Genève, auch nachdem diese an die Société Générale verkauft worden ist. Mit verwalteten Kundenvermögen in Höhe von 23 Milliarden Franken geht es diesem Institut blendend. Sein Hotel, die gleich neben dem Flughafen Genf gelegene 500-Zimmer-Nobelherberge Crown Plaza, kann gute Resultate vorweisen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass René de Picciotto weitere Investments im Hotelbusiness plant: Eine Anlage in der Schweiz und eine in Südeuropa sollen entstehen. Am stärksten beschäftigen den Unternehmer jedoch die zwei Einkaufszentren, die er zusammen mit Geschäftspartnern sowie der Firmengruppe Vinci im russischen St. Petersburg baut. Diese Komplexe verschlingen immerhin 100 Millionen Euro an Investitionen. Die Eröffnung ist auf Ende des nächsten Jahres angesetzt.

Eric Syz | GE

Bank
200–300 Millionen

Mit diesen Wurzeln muss Eric Syz als Bankier beinahe zwangsläufig Erfolg haben. Der 48-jährige Nachkomme der Zürcher Bankdynastie Syz ist schon früh an den Genfersee gezügelt, um dort mit den Partnern Alfredo Piacentini und Paolo Luban die «etwas andere» Banque Syz & Co. zu gründen. Knapp zehn Jahre nach dem Start verwalten inzwischen 225 Mitarbeitende Kundenvermögen in Höhe von 14,1 Milliarden Franken. Eric Syz kontrolliert zwar 65 Prozent des Aktienkapitals, alle wesentlichen Entscheidungen trifft das Gründertrio jedoch gemeinsam.

Martin Bisang | ZH

Bank, Beteiligungen
100–200 Millionen

Als Junior gehörte der 45-jährige Martin Bisang zu den besten Orientierungsläufern des Landes. Nun hilft er noch bei der Stiftung OL Schweiz mit. Diese wurde nach den erfolgreichen Orientierungslauf-Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Rapperswil ins Leben gerufen und will den Sport nachhaltig unterstützen. Bei der Bank am Bellevue war Martin Bisang Gründungsmitglied und ist bis heute eine der tragenden Figuren. Nach der Fusion mit Swissfirst hält er neun Prozent an der neuen Bank. Im Weiteren ist er mit gut fünf Prozent erfolgreich bei der Beteiligungsgesellschaft BB Medtech investiert. Daneben amtiert Martin Bisang als Präsident des Verwaltungsrates der «Goldschmiede» Metalor. Bei diesem Neuenburger Industrieunternehmen hat er seinen Anteil von gut 10 auf rund 15 Prozent erhöht.

Peter Marxer | FL

Bank, Treuhand, Advokatur
100–200 Millionen

Operativ lenkt der Liechtensteiner Peter Marxer junior den Leistungsverbund von Centrum Bank, Anwaltskanzlei und Confida Treuhand, während Peter Marxer senior nach aussen präsent bleibt und die Strategie mitbestimmt. Es gilt das Prinzip «Man spricht nicht über Klienten» – und schon gar nicht übers eigene Geschäft. Zahlen gibt es nur zur Centrum Bank. Das Institut konnte den Gewinn im ersten Halbjahr 2005 um 35 Prozent auf zwölf Millionen Franken steigern. Das betreute Kundenvermögen wuchs in derselben Periode um elf Prozent auf insgesamt 5,91 Milliarden Franken. Im Weiteren besteht an der Zürcher Vermögensverwaltungsgesellschaft Belvédère Asset Management eine Beteiligung von 33 Prozent.

Die Genfer Privatbanquiers

Die vier Musketiere des Genfer Finanzgeschäfts haben ein schönes Jahr hinter sich. Dank florierenden Börsen befinden sie sich im Aufwind. Die Genfer Privatbanquiers heben sich klar ab von den als Aktiengesellschaften organisierten Privatbanken. Deshalb führt BILANZ die auf grösste Diskretion bedachten Geldhäuser der Calvinstadt auch separat auf; denn auf Grund ihrer Rechtsform, der einfachen Gesellschaft, haften die Gesellschafter persönlich und unbeschränkt für allfällige Verluste. Deshalb sind sie auch keinerlei Publikationspflichten bezüglich ihrer Finanzergebnisse unterstellt. Sie publizieren nur das Volumen ihrer Kundenvermögen. Die folgenden Werte verstehen sich per 30. September 2005.

LODH & Cie 5 bis 6 Milliarden

Lombard Odier Darier Hentsch & Cie verstärkt ihre Präsenz im Ausland. So wurde in diesem Jahr eine Filiale in Istanbul eröffnet, und die Niederlassung in Amsterdam erhielt die Bankenlizenz. Bei den verwalteten Kundenvermögen wurde ein spektakuläres Wachstum verzeichnet, und zwar um mehr als ein Drittel auf 145 Milliarden Franken. Im nächsten Jahr wird mit Hubert Keller ein neuer Gesellschafter dazustossen. Die 1796 gegründete Bank zählt zwölf Gesellschafter, weltweit 20 Niederlassungen sowie 1700 Mitarbeiter.

Pictet & Cie 5 bis 6 Milliarden

Mit grossem Trara hat Pictet, die protestantische Bank par excellence, 2005 ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert. Auch sonst kann sich die grösste Genfer Privatbank über ein gutes Jahr freuen: Die verwalteten Kundenvermögen erhöhten sich um 33 auf 163 Milliarden Franken. Die Mitarbeiter werden 2006 an den im Quartier Acacias gelegenen neuen Hauptsitz umziehen. Die Bank bietet seit kurzem in ihrer Madrider Niederlassung – dort wurden bislang nur Fondsanteile verkauft – zusätzlich auch ihre Dienste als Vermögensverwalter an. Insgesamt werden 2000 Personen beschäftigt.

Mirabaud & Cie 600 bis 700 Millionen

10 Milliarden verwaltete Kundenvermögen waren es 2003, 14 im folgenden und 17 dieses Jahr – Mirabaud wächst konstant. Mit der Eröffnung einer auf Vermögensverwaltung spezialisierten Filiale in Monaco findet auch die Expansion ihre Fortsetzung. Mirabaud ist übrigens die einzige Schweizer Privatbank, die in Monaco unter eigenem Namen auftritt.

Bordier & Cie 200 bis 300 Millionen

Das kleinste Haus unter den Genfer Privatbanken festigt seine Schweizer Position. Nach Zürich und Bern eröffnet Bordier eine Filiale in Nyon. Dort soll die vermögende Kundschaft der Waadtländer Riviera betreut werden. Die Gesellschafter der fünften Generation, die Bordier leiten, verwalten sieben Milliarden Franken, was einem Zuwachs von einer halben Milliarde entspricht. Die Bank zählt 110 Personen und ist an Finanzgesellschaften in London, Paris und Monaco beteiligt.

Anzeige