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Strategie 
Bally-Besitzer will sich vom Traditionshaus trennen

Bally-Besitzer will sich vom Traditionshaus trennen
Bally: Die Traditionsmarke muss sich nach einem Käufer umsehen.  Keystone

Statt Schuhe und Taschen, Kaffee und Brot: Die Investmentfirma JAB gibt sich ein neues Profil. Opfer der Neuausrichtung ist auch die Luxusmarke Bally.

Bally und Jimmy Choo passen nicht mehr zur Ausrichtung der Investmentfirma JAB. Das Unternehmen der deutschen Milliardärsfamilie Reimann will sich vermehrt auf die Bereiche Food und Kaffee konzentrieren. Für die beiden Luxusmarken sucht JAB daher Abnehmer. Man prüfe strategische Optionen, darunter auch einen möglichen Verkauf von Bally, teilte JAB am Montag in Communiqués mit.

Ein Entscheid über das 1851 von Carl Franz Bally in Schönenwerd SO gegründete Traditionshaus solle bis im zweiten Halbjahr fallen, hiess es weiter. JAB hatte Bally im Jahr 2008 von der der amerikanischen Investmentfirma Texas Pacific Group (TPG) gekauft.

Wieder fit

TPG hatte mit einer Rosskur der verlustreichen Bally wieder zu Wachstum verholfen und profitabel gemacht. Bally stellt neben Schuhen auch Handtaschen, Accessoires und Kleider her. JAB habe die langfristige Entwicklung des Unternehmens und seiner Marken dann unterstützt, teilte die Beteiligungsgesellschaft mit.

2011 erwarb JAB zusätzlich den Stöckelschuhproduzenten Jimmy Choo. Der Luxusschuh-Anbieter gab am Montag bekannt, sich selbst zum Verkauf zu stellen. Es würden Übernahmeofferten angestrebt im Rahmen einer Überprüfung aller strategischer Optionen, teilte das britische Unternehmen mit.

Plus an der Börse

An der Börse ist Jimmy Choo derzeit umgerechnet rund 775 Millionen Euro wert. Das ist etwa ein Fünftel mehr als beim Börsengang 2014. Dem Management zufolge ist das Vorgehen mit dem Hauptaktionär JAB Luxury abgestimmt, der zwei Drittel der Jimmy-Choo-Anteile hält. Noch gebe es aber keine Angebote oder Annäherungen an mögliche Interessenten.

Jimmy Choo vertreibt auch Accessoires. Bekannt ist das Unternehmen unter anderem aus der TV-Serie «Sex and the City». Es wird von den US-Grossbanken BofA Merrill Lynch und Citigroup beraten. Die Jimmy-Choo-Aktien kletterten am Montag in London um mehr als fünf Prozent.

(sda/jfr)

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