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Wie die Basler Messebetreiberin MCH sich wandelt

Masterpiece London: Die MCH Group übernimmt die Londoner Kunstmesse.Quelle: Rob Stothard/Getty

Die Messebetreiberin MCH Group hat in den letzten Jahren stark international expandiert. Der neuste Zukauf ist in London. Von ihrem früheren Kerngeschäft entfernt sich die Gruppe immer stärker.

Von Marc Bürgi
07.12.2017

Die «Masterpiece London» besetzt eine Marktnische: Die Kunstmesse in der britischen Hauptstadt ist auf «Cross-Collecting» spezialisiert. Die Schau beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Kunstform, sondern zeigt Werke aus vielen verschiedenen Disziplinen und Epochen – an der einwöchigen Veranstaltung im historischen «Royal Hospital Chelsea» sehen die Besucher Ausstellungsstücke aus 3000 Jahren Kunstgeschichte.

Mit diesem Konzept hat die Messe Erfolg – was auch in Basel bemerkt wurde: Letzte Woche übernahm die MCH Gruppe zwei Drittel an der «Masterpiece London». Mit Unterstützung aus der Schweiz will die «Masterpiece London» nun Ableger gründen. Die Kunstmesse soll auch in den USA, Asien und im Mittleren Osten stattfinden. «Die Strategie der MCH, Veranstaltungen für Sammler auf der ganzen Welt anzubieten, passte perfekt zu unseren Wachstumsabsichten», sagt die Londoner Geschäftsführerin in einem Interview auf der Unternehmenswebsite von MCH.

Internationale Expansion

Tatsächlich hat die MCH Gruppe in den letzten Jahren international expandiert: Das Unternehmen richtet ihre Kunstmesse Art Basel seit 2001 auch erfolgreich in Miami aus, 2013 folgte der Ableger in Hong Kong. Letztes Jahr kauften die Basler zudem die Mehrheit an der Kunstmesse India Art Fair, Anfang 2017 übernahmen sie einen Viertel an der Art Düsseldorf.

Im Ausland expandiert die MCH Gruppe – in der Schweiz musste sie ihre wichtigste Messe hingegen verkleinern: Die Baselworld hat die Hälfte der Aussteller verloren. 2018 wird die Uhren- und Schmuckmesse nicht nur halb so gross, sie dauert auch zwei Tage weniger lang als bisher. Das werde rund 40 Millionen Franken Umsatz kosten, sagte MCH-Chef René Kamm in der «Basler Zeitung». Auch auf den Gewinn wird sich der Schrumpfkurs auswirken – für MCH war die Baselworld gemeinsam mit der Art Basel bislang die wichtigste Ertragsquelle.

Neue Dienstleistungen

Als Messebetreiberin sucht die MCH Gruppe das Wachstum nun im Ausland. Das Unternehmen setzt zudem stärker auf neue Geschäftsfelder. Die Basler organisieren auch Anlässe für Unternehmen oder richten kulturelle und sportliche Events aus. Früher war das Unternehmen als Messe Schweiz bekannt. Von seinem früheren Kerngeschäft entfernt sich die Gruppe immer stärker. Der vormalige rein Schweizerische Messebetreiber wird zunehmend ein internationaler Veranstalter von Events und dazugehörigen Dienstleistungen.

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