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Uhrensalon Genf 
Audemars Piguet plant eigene Läden für Secondhand-Uhren

François-Henry Bennahmias: Er leitet einer der letzten grossen Schweizer Uhrenmarken in Familienbesitz.Quelle: Keystone

Audemars Piguet will seine Uhren aus zweiter Hand in eigenen Läden verkaufen. Auch andere Hersteller liebäugeln mit dem Markt.

Marcel Speiser
Von Marc Iseli und Marcel Speiser
18.01.2018

Die Waadtländer Uhrenmanufaktur Audemars Piguet plant den Aufbau eines Netzwerks von Secondhand-Läden, wie die Nachrichtenseite «Bloomberg» berichtet. In diesen Shops will die Luxusuhrenmarke die eigenen Zeitmesser wiederverkaufen.

Audemars-Piguet-Chef François-Henry Bennahmias kündigte am Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) an, seine Uhrenmanufaktur wolle sich so einen Markt erschliesse, der 10 bis 20 Mal grösser sei wie der Markt für neue Uhren. Audemars Piguet fabriziert rund 40'000 Zeitmesser pro Jahr. Der Umsatz des Unternehmens liegt bei rund 1 Milliarden Franken.

Erste Tests in Genf

Bislang überliess Audemars Piguet den Wiederverkauf der exklusiven Schmuckstücke den Auktionshäusern, unabhängigen Händlern und Plattformen wie Amazon oder Ebay. Bennahmias, der seit über zwei Jahrzehnten für Audemars Piguet arbeitet und die Gruppe seit 2012 leitet, ist aber überzeugt, dass die Waadtländer den Secondhand-Markt wieder selbst managen sollen. «Wir können das nicht in die Hände von Menschen legen, die nicht die Schöpfer der Marke sind», wird er zitiert. «Wir können das besser.»

Erste Tests hat die Gruppe laut « Bloomberg» bereits durchgeführt – im Genfer 5-Sterne-Haus Grand Hotel Kempinski. Weitere Tests stehen an in den USA und in Japan. Bis in drei Jahren soll ein weltweites Netz an Secondhand-Stores aufgebaut sein.

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Auch Biver ist interessiert

Audemars Piguet ist nicht die einzige Uhrenmarke, die mehr Kontrolle über Secondhand-Produkte erlangen möchte. Uhren-Zampano Jean-Claude Biver, der das Uhrengeschäft des französischen Luxuskonzerns LVMH leitet und für die Marken TAG Heuer sowie Zenith verantwortlich ist, spielt ebenfalls mit dem Gedanken, den Wiederverkauf selbst zu managen. Bislang hat Biver aber noch keine konkreten Pläne vorgestellt.

Mehr Kontrolle ist allgemein im Trend. Erst im Dezember bestätigte der Europäische Gerichtshof in einem Grundsatzurteil, dass Anbieter von Luxusprodukten ihren Händlern unter bestimmten Bedingungen verbieten können, die Ware über Drittplattformen wie Amazon oder Ebay zu verkaufen.

Ein allgemeiner Trend

Auch für Uhren-Experte Alexander Linz von Watchadvisor ist das Thema «Certified Pre-Owned» eines der ganz grossen Trendthemen des laufenden Jahres. Ausführlich äussert er sich dazu in seinem Video-Beitrag vom dritten Tag des Genfer Uhrensalons.

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