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Schweizer Uhrenindustrie mit Blitzstart ins Jahr 2012

Herausgeputzt: Die Genfer Uhrenmesse ist ein Stelldichein der Branche. (Bild: Keystone)

Nach dem Exportrekord 2011 ist die Schweizer Uhrenindustrie weiterhin stark unterwegs. Dies bestätigt ein erster Augenschein am «Salon Internationale de la Haute Horlogerie» in Genf. Auch ein mögliche

Von Markus Köchli
16.01.2012

2011 lieferte mit einem neuen Exportrekord die Vorgabe, 2012 startet mit dem Salon Internationale de la Haute Horlogerie (SIHH) in Genf: Die hinter der «Baselworld» zweitwichtigste globale Uhrenmesse lanciert ab heute für fünf Tage das Uhrenjahr 2012. In Genf dominiert unter den 18 vornehmlich dem Richemont-Konzern zugehörenden Marken Zuversicht. Auch wenn die asiatischen Einkäufer heuer etwas weniger zahlreich in die Schweiz reisen.



Die Kalenderkonstellation trägt die Schuld, dass unter den üblichen 12000 Besuchern der Genfer Einkäufermesse (30'000 Quadratmeter Ausstellungsfläche) dieses Jahr bis zum kommenden Freitag etwas weniger Asiaten zu finden sind. In und rund um China starten am 23. Januar 2012 die Festivitäten um das chinesische Neujahrsfest. Weil Geschenke zu diesem Familienfest in Asien Tradition haben, ist derzeit auf den dortigen Märkten die Nachfrage nach Luxus extrem gross.

Das bedeutet, dass personell in den Luxusläden die letzten Kapazitäten ausgeschöpft werden müssen und die Zeit für einen mehrtägigen Abstecher nach Genf fehlt. Und jene Asiaten, die dem SIHH trotz der Konkurrenzierung dieses Jahr die Treue halten, reisen bereits am Mittwoch wieder zurück in den Fernen Osten.



Zweistellige Zuwachsraten erwartet

Zu trüben vermag diese unglückliche Kalenderkonstellation den Erfolg der Genfer Luxusmesse nicht. Alain Zimmermann, Chef von Baume & Mercier, meldet schon am Eröffnungstag einen flotten Bestellungseingang, Leopold Metzger von Piaget schwärmt von den in gewissen Teilmärkten diese Woche zu erwartenden zweistelligen Zuwachsraten und Phlipp Merk von Audemars Piguet bestätigt, dass die guten Abverkäufe im Dezember für einen ausserordentlich guten Bestellungseingang schon in den ersten Tagen des noch jungen Jahres führten.

Genf strahlt deshalb für die Schweizer Uhrenbranche viel Zuversicht aus, auch untermauert von den guten Abschlüssen oder Zwischenergebnissen der beiden dominierenden Konzerne Swatch und Richemont. Dass die Genfer denn auch ausgerechnet am SIHH-Eröffnungstag ihre Zahlen für die Geschäftsperiode von Oktober bis Dezember 2011 auf den Tisch legten und mit 24 Prozen höheren Verkäufen gegenüber dem Vorjahr glänzen, ist kaum Zufall sein. Dieses Rekordwachstum macht unter den Einkäufern schnell die Runde und deutet darauf hin, dass draussen an der Verkaufsfront «Swiss Made» gefragt bleibt.

Möglicher Auszug der Sowind-Gruppe



Innerhalb der Uhrenbranche gibt im Hinblick auf den SIHH 2013 der mögliche Auszug der Sowind-Gruppe aus Genf zu reden. Die Gruppe aus la Chaux-de-Fonds mit den beiden Marken Girard-Perregaux und Daniel Jean Richard hat seit Sommer des vergangenen Jahres mit dem Pariser Lxuskonzern PPR einen neuen Mehrheitsaktionär (Anteil 50,1 Prozent). Die Franzosen sind ihrerseits mit der Gucci Group - aber auch den Uhren des Sportartikellabels Puma - traditionell an der «Baselworld» präsent.

Daher mache es wenig Sinn, doppelspurig zu fahren und an beiden Messen präsent zu markieren, wird im Umfeld von PPR argumentiert. Das SIHH-Salonkomitee habe von den Auszugsabsichten der Sowind Group Kenntnis, entschieden sei aber noch nichts, verlautet in Genf. Interessant wird sein, wer sich um die frei werdende Ausstellungsfläche bewirbt. Insider schliessen aus, dass es die seit jeher in Basel ausstellenden Genfer Top-Marken Rolex, Patek Philipp oder Chopard sein werden. Eher geht man davon aus, dass eine der verbleibenden 17 Marken sich die Ex-Girard-Perregaux-Fläche unter den Nagel reist.

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