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Welche Funktionen eine Uhr teuer machen

Der Preis einer Luxusuhr wird von vielen Faktoren bestimmt. Neben Marke und Material spielt auch die Technologie eine grosse Rolle. Vier sogenannte Komplikationen und was sie kosten.

Von Gabriel Knupfer
15.03.2017, Aktualisiert am 19.03.2017

Sammler und Liebhaber bezahlen teilweise exorbitante Preise für mechanische Uhren. Für Laien ist oft nur schwer nachzuvollziehen, warum ein Zeitmesser etwa 250'000 Franken kostet und nicht einige zehntausend Franken mehr oder weniger. Neben wichtigen Kriterien wie Marke und Herkunft einer Uhr, ihrer Seltenheit und den verwendeten Materialien sind die Zusatzfunktionen, die sogenannten Komplikationen, ein grosser Werttreiber. 

Wird ein mechanisches Uhrwerk zur Anzeige von mehr als nur Stunden, Minuten und Sekunden benutzt, spricht man von einer Komplikation. Das kann beispielsweise eine einfache Stoppuhrfunktion sein – oder ein hochkomplexer ewiger Kalender, der selbstständig Schaltjahre einbezieht. Wie stark der Wert einer Uhr von Komplikationen beeinflusst wird, zeigt ein Vergleich von vier beliebten Zusatzfunktionen des Uhrenportals Chrono24.

Chronograph (Stoppuhr)

Eine der nützlichsten Komplikationen ist zugleich die preiswerteste. Armbanduhren mit Stoppuhr-Funktion zeichnen sich meistens durch mehrere kleine Zifferblätter auf dem Haupt-Zifferblatt und zwei Knöpfe neben der Krone aus (Start-Stopp-Taste und Rückstelltaste).

Ein berühmtes Beispiel für einen Chronographen ist die Omega Speedmaster Professional – die erste Armbanduhr, die auf dem Mond war. Auf dem Uhrenportal kosten Chronographen im Schnitt rund 8500 Franken. Das ist für eine Luxusuhr ein durchschnittlicher Preis.

Mondphasen

Mondphasenuhren ermöglichen die Verfolgung des 29,5 Tage dauernden Mondzyklus. Dieser wird oft auf einem separaten charakteristischen Zifferblatt dargestellt. Möglich ist auch die Anzeige von vielen weiteren astronomischen Sachverhalten, etwa die Lage von Sonne und Mond im Tierkreis.

Bei Chrono24 kosten mechanische Mondphasenuhren im Durchschnitt 22'000 Franken. Sehr häufig ist die Anzeige der Mondphasen mit einer Datumsanzeige kombiniert.

Ewiger Kalender

Ein sogenannter ewiger Kalender ist ein komplexer Mechanismus, der ohne manuelle Korrektur das richtige Datum anzeigt und sogar Schaltjahre erkennt und einen 29. Februar einfügt. Teilweise werden sogar die Ausnahmen in den Jahrhunderten berücksichtigt. Jahre, die durch 100 geteilt werden können (1800, 1900), sind keine Schaltjahre, ausser wenn sie durch 400 teilbar sind (1600, 2000).

Auf der Uhrenplattform bezahlt man für Komplikationsuhren mit ewigem Kalender durchschnittlich 32'500 Franken.

Tourbillon

Das Tourbillon gleicht den negativen Einfluss der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit aus. Wirklich Sinn macht die Vorrichtung bei einer Armbanduhr wegen der Bewegung am Handgelenk zwar nicht. Doch Uhrenhersteller und Sammler lieben die technische Spielerei.

Die enorme Komplexität eines Tourbillon schlägt sich im Preis nieder. Mehr als 81'000 Franken bezahlt man auf Chrono24 im Schnitt für eine Uhr mit Tourbillon.

Grande Complication und weitere Funktionen

Werden viele Komplikationen kombiniert, sprechen Hersteller gerne von einer Grande Complication. Welche Komplikationen vorkommen müssen, ist nicht definiert. Der Preis für solche Uhren kann in die Millionen gehen. Zu den Anbietern gehören mit Patek Philippe, Vacheron Constantin, Jaeger-LeCoultre oder A. Lange & Söhne die Crème de la Crème der Uhrenindustrie.

Auch erotische Uhren mit beweglichen Teilen, die vom Uhrwerk angetrieben werden, sind Komplikationen. So hat sich etwa Blancpain, die älteste existierende Uhrenmarke der Welt dem Fortbestand der traditionellen Uhrmacherkunst verschrieben – und damit auch den erotischen Automatenfiguren. Jede dieser Uhren ist ein Einzelstück und kostet rund 450'000 Franken.

So funktionieren die erotischen Uhren von Blancpain:

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