Taugen Uhren als Kapitalanlage? Die Frage ist fast so alt wie die Uhrenindustrie selbst. Und dennoch ist sie noch immer nicht wirklich zu beantworten. Denn: Einige Modelle und Marken taugen als Kapitalanlage, andere werden besser nur gekauft, weil sie den persönlichen Geschmack treffen.

Kurz: Einige Modelle sind heiss – und auf dem Secondhand-Markt begehrt. Die meisten Uhren aber nicht. Die alles entscheidende Frage also ist: Welche Uhren dürften ihren Wert dieses Jahr steigern?

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«Pepsi» rules

Eine fast schon sichere Wette ist die «GMT-Master II» von Rolex mit «Pepsi»-Lünette. Die Uhr (siehe Bild unten) wurde an der Baselworld 2018 neu lanciert und mit einem Preisschild von rund 9200 Franken versehen. Bei einer kürzlichen Auktion von Phillips zahlte ein Fan allerdings über 21'000 Dollar für das Modell, wie das Branchenportal «Robb Report» berichtet. Und auch auf Secondhand-Portalen wie Chrono24 kostet die Uhr ohne Weiteres 15'000 Franken und mehr – je nach Zustand.

Rolex GMT Master II Pepsi

Rolex «Pepsi» GMT-Master II: Eine fast sichere Wette.

Quelle: Getty Images

Die heiss begehrte neue Rolex hat bereits eine lange Geschichte, die 1953 begann. Damals klopften Manager der US-Airline PanAm bei Rolex an. Sie wollten eine Zeitzonen-Armbanduhr für ihr Personal. Rolex-Patron Hans Wilsdorf packte für den Auftrag – wie so oft – selbst an. PanAm orderte schliesslich zwei Modelle – mit schwarzem Zifferblatt für das fliegende Personal, mit weissem Zifferblatt für die Leute am Boden.

Neben dem aktuellen Pepsi-Modell glaubt John Reardon, Uhrenchef beim Auktionshaus Christie’s, dass auch die «Rainbow»-Modelle der Rolex «Daytona» gute Chancen auf Wertsteigerungen haben. Ein Modell, das für rund 96'000 Franken zu kaufen war, erzielte jedenfalls kürzlich an einer Auktion einen Preis von über 240'000 Dollar.

Rolex und Patek Philippe dominieren

Uhren von Rolex sind – und bleiben – aber auch ausserhalb des Sammler-Marktes begehrt. Mit einem geschätzten Umsatz von 5 Milliarden Franken und einem globalen Marktanteil von gut 18 Prozent kann keine andere Schweizer Marke Rolex die Stirn bieten – jedenfalls nicht kommerziell (siehe Grafiken).

Aber natürlich eignen sich nicht nur Rolex-Uhren als Anlage-Objekte. Auch die Zeitmesser der Genfer Familienfirma Patek Philippe – neue wie alte – sind auf dem Secondhand-Markt heiss begehrt. Paul Boutros, Uhrenchef beim Auktionshaus Philipps, glaubt insbesondere an das Modell «Nautilus». Ebenfalls ein sicherer Wert sind die «Royal Oak»-Modelle von Audemars Piguet.

Interessant: Sowohl die «Nautilus» als auch die «Royal Oak» wurden vom gleichen Designer entworfen: von Gérald Genta.

Oder dann ein alter «Navitimer»

Heiss seien derzeit ausserdem alte «Navitimer» von Breitling. Firmenchef Georges Kern hat das ikonische Modell kürzlich neu aufgelegt – und so offenbar die Vintage-Varianten bei Sammlern begehrter gemacht.

Schliesslich nennen Auktionatoren die klassischen Chronographen von Universal Geneve, Longines oder die «Speedmaster»-Modelle von Omega – insbesondere die limitierten Modelle – als gute Wertanlagen. Und selbstverständlich dürften auch die Klassiker von Cartier nicht fehlen – insbesondere die Modelle «Tank» und «Crash».