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Überfluss 
Eine kontroverse Weihnachtsgeschichte

Ein Geschenk zu Weihnachten? Nicht bei Familie Tappings aus Grossbritannien.   Pixaby

Die Britin Emma Tapping hält eine aussergewöhnliche Weihnachttradition aufrecht. Was auch immer sich ihre Kinder zu Weihnachten wünschen, bekommen sie. Auf Facebook löst das nicht nur Beifall aus.

Von Stefanie Kemmner «Business Insider Deutschland»
16.12.2016

In einer Woche ist Weihnachten. Und vielen ergeht es dabei wie immer: Bis zur letzten Minuten wird das Geschenkekaufen hinausgezögert. Nicht so Emma Tapping. Die Britin bereitet sich auf das diesjährige Fest schon seit Juli vor, der Weihnachtsbaum steht gar seit November im Wohnzimmer bereit, und darunter auch schon alle Geschenke – viele Geschenke.

Der Grund für die frühzeitigen Weihnachtsvorbereitungen: Jedes Jahr überschüttet sie ihre Kinder regelrecht mit Präsenten; und das benötigt eben viel Zeit für die Organisation. Wie die «Daily Mail» berichtet, hat die junge Mutter bereits im vergangenen Jahr je 87 Geschenke für jedes ihrer drei Kinder im Wert von insgesamt etwa 1'500 Pfund (knapp 2000 Franken) besorgt.

Nicht nur positive Rückmeldung auf Facebook-Post

In diesem Jahr legt Tapping noch einen drauf: 96 Geschenke erhält jedes Kind. Alles bereit stand schon am 27. November. Geschenke häuften sich unter dem Baum, daneben und sogar auf den dickeren unteren Ästen. Voller Stolz wollte sie ihre Weihnachtseuphorie mit der Welt teilen und postete ein Bild auf Facebook. «Ein weiteres Jahr voller harter Arbeit, Sparen und Planung. Ein weiteres Jahr, in dem ich jeden Tag stolz auf meine Familie bin. Sie verdienen ein tolles Weihnachten. Die Neider werden lästern, aber nichts und niemand wird verändern, wie ich Weihnachten feiere.»

Tatsächlich zog  Tapping mit dem Post viel Aufmerksamkeit auf sich. Die war allerdings nicht nur positiv, viele Facebook-Nutzer warfen ihr vor, ihre Kinder zu verwöhnen, machen gingen so weit, ihr Misshandlung vorzuwerfen.

Auch das Fernsehen bekam von der unüblichen Weihnachtstradition der Tapping-Familie und den Reaktionen auf Facebook Wind. Gegenüber einem Sender verteidigte sich Emma Tapping dann: «Wenn man mich fragt, ob ich meine Kinder verwöhne, sage ich: an Weihnachten, ja! Aber das mache ich nicht im Verlauf des Jahres. Dann bekommen sie nur Dinge, die notwendig sind, wie Schuluniformen. Dinge, die sie brauchen. Wir gehen nicht zum Urlaub ins Ausland oder machen grosse Einkaufstouren.»

Für «eine magische Zeit» gern übertreiben 

Tapping gab aber auch zu: «Ich übertreibe an Weihnachten definitiv. Es gibt jede Menge Geschenke, jede Menge Essen. Sich das Gesicht vollstopfen, einfach entspannen und einen guten Tag haben.»

Dass das Wort «übertreiben» auch passend ist, zeigt sich besonders in einer Tatsache wider: die Kinder hatten bisher nicht einmal die Zeit, alle Geschenke aus dem vergangenen Jahr zu benutzen. «Wir haben die Popcorn-Maschine noch nicht benutzt, weil wir nie Mais haben», erklärte eine Tochter.

Doch das stört die Mutter nicht, denn Weihnachten ist für sie einfach «eine magische Zeit» und über ihre Kinder sagt sie: «Alles, was sie wollen, bekommen sie an Weihnachten.»

Davon wird sie wohl auch im kommenden Jahr niemand abhalten können.

Dieser Artikel erschien zuerst im «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Mutter kauft ihren Kindern knapp 300 Geschenke — und erntet Hass».

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