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So kaufen Ikea-Kunden in Zukunft ein

Ikea-Screen
Digitale Touchpoints und Design, das auf ein weisses Grundmodell projiziert wird: zwei Ideen für den künftigen Ikea-Shop. Quelle: Karen Merkel

Ab kommendem Jahr will der schwedische Möbelhersteller vermehrt Geschäfte in den Innenstädten eröffnen. Wie die Shops aussehen könnten, zeigt dieser Test.

Von Karen Merkel
02.03.2018

Die Plastik-Tasche, der Stummel-Bleistift, Köttbullar. Der Besuch bei Ikea ist so ritualisiert, dass manche Paare ihn am Wochenende ohne Bedarf antreten. «Wir brauchen noch Teelichter», ist der Vorwand – und es bleibt zu hoffen, dass der Bummel nicht zum Beziehungstest ausartet.

Das Ikea-Ritual anzutasten, wird für das Unternehmen sicherlich zum Wagnis. Doch der schwedische Konzern dringt in die Innenstädte vor – der erste Innenstadtshop wurde 2014 In Hamburg eröffnet, kürzlich wurden entsprechende Absichten für München publik. Und die Ambition gilt nicht nur für Deutschland: Ab 2019 will Ikea auch in anderen Städten ins Zentrum beziehen. Und damit wird ein neues Shop-Konzept notwendig, denn in den Filialen dort wird weniger Platz sein für Verkaufsräume und Hochregallager.

Ikea-Bleistift mit digitaler Funktion

Eine Möglichkeit, wie der Ikea-Shop der Zukunft aussieht, hat die Beratungsfirma Accenture gemeinsam mit den Schweden getestet und am «Mobile World Congress» präsentiert. Das vertraute Knutschkugel-Design bleibt dabei erhalten, sogar der Bleistift überlebt, er bekommt nur eine andere Funktion.

Statt in blassen Lettern auf Meterpapier zu kritzeln sollen Kunden künftig digitale Felder mit dem Ikea-Stift anwählen können. Diese dienen zum einen dazu, auf weisse Möbel- und Geschirrmodelle verschiedene Designs zu projizieren – das spart Ausstellungsfläche. Gefällt dem Kunden, was er sieht, kann er ein weiteres Feld anwählen und das Produkt seiner Wahl dem Einkaufswagen hinzufügen.

Einkaufswagen wird virtuell

Die Odysee am Ende des Bummels gehört sicherlich zu den Teilen des Ikea-Rituals, das Kunden am wenigsten vermissen dürften. Erst das Hochregal abzusuchen, um dann im vollbepackten Einkaufswagen Möbel in Einzelteilen zu balancieren und auf das Kassenband zu verfrachten – es gibt Angenehmeres.

Im Ikea-Shop der Zukunft soll das durch ein simples Auschecken des virtuellen Warenkorbs ersetzt werden, das ist zumindest die Vision der Tester. Der Kunde geht unbeschwert, während seine Waren an anderer Stelle im Lager zusammengestellt und nach Hause geliefert werden. Nur die Teelichter, die dürfte es wahrscheinlich weiterhin kurz vor der Kasse zum Mitnehmen geben.

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