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Schwimmende Altersheime sind passé

Lange Zeit gingen vor allem alte Leute gerne auf Kreuzfahrt. Heute sind Reisen in den schwimmenden Hotels auch bei Jungen und Familien beliebt. Das wirkt sich auf das Angebot aus.

Veröffentlicht am 24.12.2015

Dass Kreuzfahrten teuer sind und sich eher Senioren an Bord tummeln, gehört heutzutage ins Reich der Fabeln. Die beschaulichen Schifffahrten mit allem Drum und Dran ziehen immer mehr Junge und Familien in ihren Bann.

«Kreuzfahrten erleben in der Schweiz einen regelrechten Boom», sagt Rebecca Amstutz, Marketingverantwortliche Schweiz beim Anbieter Costa Kreuzfahrten. In den letzten fünf Jahren hätten die Buchungen um 14,3 Prozent zugenommen.

Während viele Reiseanbieter unter anderem wegen des starken Frankens eher besorgt in die Zukunft schauen, geht im Reich der Kreuzfahrten die Sonne noch längst nicht unter. Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer strömen auf die Schiffe.

Grosser Anstieg seit 2010

Zwischen 2010 und 2014 stieg die Zahl der Schweizer Passagiere an Bord von 91'000 auf 143'000, wie aus den Zahlen des Internationalen Kreuzfahrtenverbands Clia hervorgeht.

«Die Schiffsreisen sind eine Alternative zu anderen organisierten Reisen geworden», stellt Sylvie Boulant, Schweiz-Verantwortliche bei der Linie MSC Kreuzfahren fest. Die hauptsächlich im Mittelmeer verkehrende Gesellschaft empfängt mehr als 150 Nationalitäten auf ihren Schiffen.

Kein Costa-Concordia-Effekt

Nicht lange zurückliegenden Schiffsunglücke haben dem Boom in der Schweiz keinen Abbruch getan, wie Boulant berichtet. Im Gegenteil: In den nächsten fünf Jahren hofft der Verband Clia hierzulande auf ein Wachstum von 12 Prozent.

Seit kurzem können sich Passagiere aus der Schweiz in Savona nahe von Genua in Norditalien einschiffen. Wie Amstutz erklärt, spielt die kurze Anreise bei der Zunahme der Buchungen eine Rolle.

Zudem sanken die Preise, was Kreuzfahrten auch für Familien erschwinglich macht. Im weiteren verbringen immer mehr Frischverheiratete ihre Flitterwochen an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Sie schätzten es, etliche Länder zu sehen und gleichzeitig vom Hotelservice an Bord zu profitieren, sagt Amstutz.

Rockkonzerte, Kindergärten und Spielplätze

Aufgrund der neuen Klientel änderte sich das Angebot. So bieten die Schiffe inzwischen Unterhaltung wie Rockkonzerte, Kindergärten und Spielplätze, Minigolf und Zirkusaufführungen. Trotz neuem Publikum auf den Schiffen bleibt der traditionelle Cocktail mit dem Kapitän ein Muss auf den Kreuzfahrten.

Dazu gibt es auch thematische Kreuzfahrten, die etwa dem Hard Rock, der Klassik, der Tierbeobachtung oder einer sportlichen Aktivität wie Yoga gewidmet sind. Gemäss den Verantwortlichen ist eine Ausweitung derartiger Angebote durchaus denkbar.

Zwischen Juli und August sind wegen der Schulferien viele Familien auf den Schiffen. In der Nebensaison übernehmen dann die Rentner das Ruder. Das erlaubt eine Auslastung der Schiffe während des ganzen Jahres.

(sda/gku)
 

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