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Diese fünf Touristenfallen sollten Sie meiden

Reisen macht Spass und erweitert den Horizont. Doch ein bisschen Vorsicht und Menschenverstand sind immer von Vorteil. Hier sind fünf Betrügereien, mit denen Touristen über den Tisch gezogen werden.

Von Gabriel Knupfer
27.07.2016

Reisen ist für viele die schönste Sache der Welt. Doch auf manche Erfahrung würden wir trotzdem gerne verzichten. Denn überall wo sich Touristen ballen, warten leider auch Betrüger darauf, sie um ihr Geld zu erleichtern. Abschrecken lassen sollte man sich dadurch nicht. Aber es ist sicher gut, die Tricks zu kennen. Auf diese fünf Arten werden Urlauber gerne abgezockt:

1. Kreditkartenbetrug

Kreditkarten sind gerade im Ausland enorm praktisch und beliebt. So braucht man kein Bargeld mit sich herumzutragen (siehe unten) und hat eine genaue nachträgliche Kontrolle über die Ausgaben in Form einer Rechnung. Viele Buchungen sind zudem unterwegs nur mit Karte möglich. Doch die Vorzüge der Kreditkarten sind auch Kriminellen nicht verborgen geblieben. Sogenanntes Skimming ist weltweit auf dem Vormarsch. Dabei werden die Daten von Kredit- und Debitkarten erlangt und auf gefälschte Karten kopiert.

Die Attacken erfolgen beispielsweise mit manipulierten Geldautomaten oder Lesegeräten in Geschäften und Restaurants. In Namibia rät das US-Aussenministerium beispielsweise ausdrücklich dazu, wo immer möglich auf Kreditkarten zu verzichten. Zwar ersetzen Banken oder Kartenaussteller meistens den entstandenen Schaden. Doch weil der Betrug oft erst spät bemerkt wird, kann es unterwegs grosse Probleme geben, etwa wenn das Konto überzogen ist und deshalb die Karte gesperrt wird.

Reisende dürfen ihre Kreditkarten niemals aus den Augen lassen und die monatliche Rechnung sollte nach den Ferien besonders genau kontrolliert werden. Praktisch sind Angebote, mit denen man die Transaktionen online kontrollieren kann, etwa durch eine E-Mail-Benachrichtigung bei jeder Abbuchung. Wochen später ist es viel schwieriger, Fehler zu entdecken oder gar nachzuweisen.

2. Kriminelle Taxifahrer

Von Wucher bis hin zu Entführung, Vergewaltigung und Mord – Taxifahrer haben in vielen Ländern einen miserablen Ruf. Wenn möglich sollten Reisende deshalb immer auf den öffentlichen Verkehr setzen. Doch es gibt Situationen, in denen man als Tourist auf ein Taxi angewiesen ist. Dabei sollten – vor allem in ärmeren Ländern – nur offizielle Taxis benutzt werden. Am sichersten ist es, das Taxi telefonisch anzufordern.

Geschützt ist man damit aber noch lange nicht. Dass betrügerische Taxifahrer einen Umweg fahren, lässt sich für Ortsunkundige kaum verhindern. Doch es gibt raffiniertere Tricks. Beispielsweise in China sollen Taxifahrer manipulierte Taxameter benutzen, die viel schneller laufen, als eigentlich erlaubt. Es ist deshalb von Vorteil, sich vorher über die ungefähren Preise zu informieren. Wenn die Fahrtkosten verdächtig schnell ansteigen, sollte man den Fahrer zum Anhalten auffordern.

Ein weiterer Betrug, der an vielen Orten vorkommt, ist der folgende: Das im Voraus bezahlte Taxi hat unterwegs eine «Panne». Zufällig kommt ein weiteres Taxi, das einen mitnimmt. Der Fahrpreis muss selbstverständlich ein weiteres Mal entrichtet werden. Da auch andere Tricks über die Bezahlung im Voraus funktionieren, sollte dies unbedingt vermieden werden. Geld gibt es erst, wenn man als Kunde mit Gepäck am Zielort ausgestiegen ist. Dabei ist es von Vorteil, den exakten Betrag zu begleichen, weil Taxifahrer in einigen Ländern öfters Falschgeld haben.

3. Falsche Versprechungen

Vermeintlich billige Touren und Ausflüge sind oft Lockvogelangebote, mit denen Touristen über den Tisch gezogen werden. Die versprochene dreitägige Kreuzfahrt in Vietnam entpuppt sich als Kurztrip mit einem Seelenverkäufer auf eine öde Insel. Der Kulturausflug von der türkischen Riviera ins Hinterland endet in einer überteuerten Teppichmanufaktur.

Bei jeder Art von Schnäppchen sollten die Alarmglocken schrillen. Zu gut um wahr zu sein - das gibt es nicht. An Touristenorten haben die Einheimischen eine ziemlich genaue Vorstellung von richtigen und falschen Preisen für Ausländer. Es ist deshalb naiv zu glauben, dass die Bewohner ausgerechnet dem dreimillionsten Besucher in ihrem Dorf irgendetwas schenken würden. In China werden Touristen von Kriminellen beispielsweise gerne zum Tee eingeladen. Dass die Tasse danach umgerechnet mehrere hundert Franken kosten soll, wird dabei aber natürlich verschwiegen. Wer nicht zahlt, muss mit Prügel oder Schlimmerem rechnen.

Für viele Urlauber sind Einladungen von Einheimischen das Grösste. Schliesslich reist man ja, um etwas von Land und Leuten zu sehen. Doch hier sollte man sich fragen: «Warum bin ausgerechnet ich für diesen Einheimischen interessant?». Gibt es darauf keine schlüssige Antwort, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Trick. Diese Regel gilt nicht unbedingt an Orten, wo sich kaum je ein Tourist verliert. Doch auch dort sollte das Risiko vorsichtig abgewogen werden.

4. Taschendiebstahl

Es gibt unzählige Tricks, mit denen Touristen um Portemonnaie, Handy oder Kamera erleichtert werden. Viele Taschendiebe sind äusserst geschickt und können insbesondere im Gedränge unbemerkt zuschlagen. Manchmal werden die Opfer von Komplizen abgelenkt. Oft sind es Strassenhändler, Artisten, Musiker oder Bettler, welche die Aufmerksamkeit für einige Sekunden auf sich ziehen – und schon ist es passiert.

Das amerikanische Aussenministerium nennt in seinen länderspezifischen Reisehinweisen einige Maschen. So würden in Indien oftmals Handtaschen mit Messern aufgeschlitzt oder in Italien von einer vorbeifahrenden Vespa aus entrissen. Gewarnt wird für Italien und Spanien auch vor Dieben, die sich als Polizisten ausgeben und bei der Kontrolle das Portemonnaie ausräumen.

Es empfiehlt sich, keine grösseren Mengen Bargeld auf sich zu tragen. Wenn dies nicht vermieden werden kann, sollte man das Geld aufteilen und an verschiedenen Orten mit sich führen. Da auch Pässe gerne geklaut werden, ist es nützlich, eine Kopie im Hotel zu lassen. Schmuck, teure Uhren, Markensonnenbrillen und Kameras ziehen Diebe magisch an. Wer nicht zum Ziel werden will, sollte sich unauffällig kleiden und verhalten.

5. Sexfallen

Eine Sonderform der falschen Versprechungen betrifft vor allem alleinreisende Männer. Leider lassen diese im Ausland oft jede Zurückhaltung fallen und werden so zur leichten Beute für Frauen, die vielleicht gar nicht so sehr an ihrer Persönlichkeit interessiert sind. Prostitution hat viele Gesichter und nicht alle sind klar erkennbar. In Ländern, in denen bezahlter Sex verboten ist, tarnt sie sich etwa als Massagesalon oder einfach als nette Zufallsbekanntschaft. Angesprochen werden die Opfer von meist älteren Schlepperinnen oder von den Frauen selbst.

Oftmals kommt es aber gar nicht zum Sex. Der US-Sender CNBC berichtet von einem besonders extremen Fall in Florida – der aber genau so gut in Estland, Thailand oder Brasilien hätte passieren können. Ein Wetteransager liess sich von einer Frau in eine Bar locken und abfüllen, während sie offenbar nur Wasser statt Wodka trank. Bald unterschrieb der benebelte Tourist Kreditkartenquittungen für 5000-Dollar-Weine – die im Laden für 5 Dollar zu haben sind – und gab erst noch ein paar hundert Dollar Trinkgelder. Und weil er mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit ging, verlor er erst noch seinen Job.

In ähnlichen Fällen wurden Touristen mit K.-o.-Tropfen betäubt und ausgeraubt, oder die Bekanntschaft war plötzlich verschwunden, als die völlig überhöhte Rechnung kam. Häufig sind die Betrüger Teil eines grösseren Netzwerks, im Fall des Fernsehmoderators war es die russische Mafia. Wer nicht zusammengeschlagen werden will, muss zahlen. Eine Rückerstattung des Geldes zu erzwingen ist schwierig. Aber meistens ist die Scham der Opfer ohnehin zu gross, um mit der Geschichte zur Polizei zu gehen.

Wachsamkeit und Zurückhaltung

Reisen ist nicht grundsätzlich gefährlich. Die meisten Einheimischen wollen den Touristen keinen Schaden zufügen. Doch es ist klar, dass der Reichtum der Gäste auch Kriminelle anlockt. Wer im Ausland jede Vorsicht fallen lässt, muss sich nicht wundern, wenn er ausgenommen wird. Mit ein bisschen Wachsamkeit und Zurückhaltung ist man auf der sicheren Seite.

Die einfachste Vorsichtsmassnahme ist indes für viele Touristen zugleich die schwierigste. Gegen ein, zwei oder drei Bier ist nach einem anstrengenden Tag auch an einem fremden Ort sicher nichts einzuwenden. Doch wer sich hemmungslos betrinkt, macht sich zum leichten Ziel.

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