1. Home
  2. Lifestyle
  3. Reisen
  4. Clubferien: Organisierte Freiheit

 
Clubferien: Organisierte Freiheit

Martin Wittwer beim Surfen vor dem Robinsron Club Soma Bay in der Nähe von Hurghada (Ägypten)

Vorbei sind die Zeiten von Massenabfertigung oder Unterhaltungszwang.Heute geniessen die «Clubber» gepflegtes Alles-inklusive und kultivierte Animation.

Von Martin Wittwer
21.03.2012

Was erwarte ich als Familienvater mit zwei Kindern im Alter vonzwölf und zehn Jahren von meinen Ferien? Richtig, ich will mich vom Alltag erholen sowie nach Lust und Laune eine Abwechslung geniessen. Zudem ist es mir wichtig, dass meine Kinder und meine Frau ihren individuellen Wünschen nachgehen und wir trotzdem viel gemeinsame Zeit geniessen können. Und dann kommt für mich noch eine dritte, wesentliche Komponente hinzu: Ich möchte intensiv meinen eigenen, individuellen Hobbys nachgehen. Ich bin ein leidenschaftlicher Wassersportler. Wenn ich Ferien buche, dann muss ich surfen können.

Meine Wünsche und Erwartungen an Ferien sind anspruchsvoll. Damit stehe ich garantiert nicht alleine da. Unzählige berufstätige Eltern werden mir zustimmen. Und sie kennen mit Sicherheit das kleine oder auch grosse Dilemma, das ­dieser Anspruch zwangsläufig mit sich bringt. Denn wo wartet das passende ­Angebot, das genügend Raum bietet, um das Erholungs-, Familien-, Partner- und Egobedürfnis gekonnt unter einen Hut zu bringen? Das gibt es nicht, werden die meisten sagen. Ich sage, das gibt es. Wir haben es gefunden und buchen seit ­mehreren Jahren Clubferien.

Clubferien sind, zumindest aus meiner Sicht, viel besser als ihr Ruf. Selbstverständlich würde ich als Touristiker diese Ferienart niemandem empfehlen, der vor allem wegen Kultur, Tradition, Geschichte und Bevölkerung ein Land bereisen will. Wer aber gerne – ob alleine oder unter fachkundiger Anleitung – Sport treibt, stilvolle Erlebnis- und Wellnessprogramme schätzt, je nach Laune Geselligkeit mit anderen offenen Menschen und zwangloser Unterhaltung in Anspruch nehmen oder seine Individualität ausleben möchte, ­einen hohen Qualitäts- und Servicestandard schätzt und eine gesunde, aber auch regionale Küche geniesst, findet ein angenehmes Lebensgefühl und viel Freude.

Es müssen nicht zwingend Familien mit Kindern sein, auf die ein solcher Aufenthalt zugeschnitten ist. Die Betriebe ­orientieren sich an den Bedürfnissen von Gross und Klein. Auch Paare, Gruppen und Einzelreisende in jedem Alter ent­decken immer mehr die Vorzüge der organisierten Freiheit in einem Club an bester Lage mit hochwertiger Ausstattung und bestem Service – und all dies in unkomplizierter Atmosphäre. Man kann jederzeit alles, aber man muss zu keiner Zeit ­irgendetwas. In der grossen Vielfalt findet jeder seine Nische, sein Element, seine Wohlfühloase, ob mit oder ohne Kinder. Und das Beste daran: Er oder sie kannalles individuell ausleben, ohne sich von den anderen «Clubbern» beobachtet, ­bevormundet oder bedrängt zu fühlen.

Dieses gute und sichere Gefühl bei den Gästen ausgelöst und gefestigt hat eine positive Entwicklung der Angebotsqualität in den vergangenen Jahren. Turmhohe, fetttriefende Buffets, schmuddelige Bäder und Massenabfertigung statt Spielspass – so etwas gibt es nur noch in der Fantasie von Ewiggestrigen, die über Clubferien ­urteilen, ohne jemals solche verbracht zu haben. Bei den bekannten Anbietern hat stattdessen eine rasant voranschreitende Segmentierung der Wünsche stattgefunden. Die Gäste können aus einer Vielzahl von Events ihren täglichen Erlebnis-Cocktail mixen, aktiv sein oder entspannen.

Ein wesentlicher Trend heisst dabei Lifestyle. Erstklassige sowie ausgewogene Ernährung, die Pflege von Körper und Geist, Bewegung, Sport und Aktivität – die Clubbetreiber verwöhnen die Gäste mit Leidenschaft und Engagement. «Gesund geniessen» lautet das Motto. Die Hotel­manager engagieren Spitzenköche, auch zum Mitmachen. Die Wellness- und Erholungszonen bieten Komfort und Service auf höchstem Niveau. Im Sport sind Golf oder Kitesurfen längst Standard. Heute werden neue Trends wie Tanz- und Yoga-Wochen, Kunstworkshops oder Sportcamps unter der Leitung von ehemaligen Cracks – beispielsweise Mountainbiken, Reiten, Segeln oder Tennis – für Jung und Alt integriert. Gleichzeitig spielt die ­Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Der Schutz der Ressourcen und der regionale Bezug sind wesentlich.

Dass die renommierten Clubferien-Marken mit dieser konsequenten Weiterentwicklung und Verfeinerung des Angebots alles andere als den Holzweg beschreiten, wird von Zahlen belegt. So sind laut einer Studie in Deutschland mittlerweile 35 Prozent aller reisewilligen Personen bereit, Clubferien zu buchen. Dieser Wert lag früher viel tiefer. Beeindruckend ist auch der wachsende Anteil der Wiederholungskunden. Bei einer bedeutenden Clubferien-Marke sind heute bereits 70 Prozent der Besucher Stammgäste.

Diese Quote spricht für sich und erstaunt mich ganz und gar nicht. Schliesslich gehöre ich mit meiner Familie auchzu diesen sieben von zehn Ferienbuchern, die es sich immer wieder gut gehen lassen wollen. Warum ich Clubferien so voller Überzeugung als Luxus bezeichne, wollte unlängst noch ein Touristikerkollege von mir wissen. «Weil in Clubferien Vielkönner nichts müssen, Nichtsmüsser viel können – und ich unbeschwert surfen darf», antwortete ich ihm. Mehr muss ich dazu wohl nicht mehr sagen.

Martin Wittwer, seit 1999 Geschäftsführer von TUI Suisse, Zürich; ehemaliger Leiter Sport/Animationin einem Clubhotel auf Sardinien und ausgebildeter Surflehrer; TUI Suisse vertreibt hierzulande exklusiv die Clubferien-Marken Robinson sowie Magic Life.

Martin Wittwer, Geschäftsführer von TUI Suisse, beim Surfen vor dem Robinson Club Soma Bay in der Nähe von Hurghada (Ägypten) am Roten Meer: «Vielkönner müssen nichts, Nichtsmüsser können viel.»

 

Anzeige