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So verheerend können Vulkane für die Wirtschaft sein

Bei einem Vulkanausbruch drohen fatale Schäden, für welche die bedrohten Regionen nicht gewappnet sind. Der Rückversicherer Swiss Re hat jetzt die Gefahren taxiert – es sind gigantische Summen.

Von Nuria Spycher
23.03.2017

Über eine Milliarde Menschen leben innerhalb eines Radius von 150 Kilometern um einen aktiven Vulkan – damit ist statistisch betrachtet jeder siebte Mensch auf der Welt von einem Ausbruch gefährdet. Grosser wirtschaftlicher Schaden könnte nicht nur in exotischen Ländern wie Nicaragua, Ecuador oder Indonesien drohen, sehr exponiert sind auch hochentwickelte Regionen um Neapel oder Tokio. «Vulkanausbrüche könnten für Grossstädte Schäden von bis zu 30 Milliarden Dollar verursachen», heisst es in einer nun veröffentlichten Untersuchung des Rückversicherers Swiss Re.

Zwar droht in der Schweiz offensichtlich keine Gefahr, doch bereits in Süditalien ist diese real: In der Vergangenheit wurde die sizilianische Stadt Catania mehrmals von Ausbrüchen des Ätnas zerstört. Der Vulkan ist ständig aktiv, kürzlich musste der Flugverkehr wegen erhöhter Aktivität unterbrochen werden.

Vulkanausbrüche sind teuer

Im Ernstfall müssten auch die Bewohner von Neapel ein paar hundert Kilometer weiter nördlich schnell handeln: Der letzte Ausbruch des Vesuvs liegt zwar Jahrzehnte zurück. Doch laut Forschern schlummert der Supervulkan lediglich. Würden sie Alarm schlagen, hätten die Neapolitaner höchstens drei Tage Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Für die Region Neapel taxiert die Swiss Re den möglichen wirtschaftlichen Schaden im Ernstfall auf knapp 11 Millarden Dollar. Die ökonomischen Auswirkungen für Menschen und Unternehmen in den betroffenen Regionen ist aber nur ein Aspekt, sagt Jayne Plunkett, Asien-Chefin bei Swiss Re. «Im Falle eines grossen Ausbruchs wären beispielsweise Lieferketten auf der ganzen Welt betroffen, was sowohl wirtschaftliche als auch versicherte Verluste generieren würde.»

100'000 Flüge annulliert

So geschehen beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Jahr 2010. 100'000 Flüge mussten deshalb annulliert werden. Eine Studie von Oxford Economics und Airbus kam seinerzeit zu dem Schluss, dass die Flugausfälle wegen des Naturspektakels zu Einbussen der globalen Wirtschaftsproduktion von fast 5 Milliarden Dollar geführt hätten. Dabei jedoch gab es keinerlei Bedrohung von Grossstädten.

Am stärksten betroffen von einem Vulkanausbruch wäre weltweit wohl Tokio. Die Schadensumme könnte sich gemäss Swiss Re auf über 26 Milliarden Dollar summieren. Zwar werden in der Region um Japans Hauptstadt immer wieder kleinere vulkanische Aktivitäten beobachtet, doch grundsätzlich wird Gefahr eines grösseren Ausbruchs als gering eingestuft und findet statistisch gesehen lediglich über alle 2200 Jahre statt.

Die Swiss Re hat nun ein Ranking erstellt der zehn am stärksten gefährdeten Städte rund um den Globus, die von den weltweit über 500 aktiven Vulkanen ausgehen (das Ranking finden Sie in der Bildergalerie oben).

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