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Luftfahrt 
Air-Berlin-Tochter Niki droht das Aus

Niki-Flieger
Niki-Maschine: Lufthansa übernimmt nicht.Quelle: Keystone

Die deutsche Regierung rechnet mit der Pleite und der Einstellung des Flugbetriebs der Air-Berlin-Tochter Niki. Der Grund: Die Lufthansa hat ihr Angebot zuruckgezogen. Den Bund kostet das womöglich Millionen.

Veröffentlicht 13.12.2017

Der Air-Berlin-Tochter Niki droht das Aus. Die Lufthansa zog am Mittwoch ihr Angebot für die Tochter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin zurück. Die deutsche Regierung rechnet nun mit der Pleite und der Einstellung des Flugbetriebs.

«Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. «Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin.»

Als Grund für den Rückzug gab die Lufthansa an, dass eine schnelle Freigabe des Erwerbs durch die EU-Kommission nicht zu erwarten sei. Der im Oktober geschlossene Kaufvertrag könne nicht vollzogen werden.

Scheitern kostet Bund womöglich Millionen

Air Berlin hatte vor der Erklärung der Bundesregierung mitgeteilt, man suche jetzt nach Alternativen, um die noch fliegende Niki doch zu Geld zu machen. Allerdings hielt sich die österreichische Gesellschaft zuletzt nur noch mit Finanzspritzen der Lufthansa in der Luft.

Der Rückzieher der Lufthansa bei Niki hat auch Konsequenzen für den Fiskus. «Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Staat verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden», sagte Seibert. «Der Bund wird alles tun, den Schaden für den Steuerzahler zu begrenzen.» Die Bundesregierung hatte für 150 Millionen Euro eine Bürgschaft übernommen.

Lufthansa hält am LG Walter fest

An dem Erwerb der anderen Air-Berlin-Tochter LG Walter solle hingegen festgehalten werden, teilte Lufthansa weiter mit. Dieser Kauf steht ebenfalls noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission.

Der Kaufpreis von 18 Millionen Euro sei noch Gegenstand erneuter Verhandlungen und solle im Wesentlichen zur Tilgung des von der KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden. Für Niki und LG Walter hatte die Lufthansa 210 Millionen Euro geboten.

Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte hatte Lufthansa versucht, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission gegen die Air-Berlin-Teilübernahme zerstreuen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte für den Fall eines Scheiterns der Niki-Übernahme einen «Plan B» angekündigt. Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Grössenordnung von rund 20 Flugzeugen aus eigener Kraft wachsen zu lassen.

Air Berlin prüft Alternativen

«Die Air-Berlin-Gruppe prüft derzeit Verwertungsalternativen für die Niki Luftfahrtgesellschaft», betonte Air Berlin nach dem Rückzieher der Lufthansa in einer Pflichtmitteilung für die Börse.

Air Berlins Generalbevollmächtiger Frank Kebekus hatte noch am Dienstag mitgeteilt, Lufthansa sei der einzig zuverlässige Kaufinteressent für Niki. Interesse an einem Kauf hatten in den vergangenen Monaten auch Thomas Cook (Condor) und der British-Airways-Mutterkonzern IAG gezeigt.

(reuters/ccr)

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