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Kunstmesse 
So positiv fällt die Bilanz der 49. Art Basel aus

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Art Basel: Das Werk «Neutrinity» (2018) des deutschen Künstlers Thomas Zipp auf der Basler Messe.Quelle: Keystone .

Rund 95'000 Kunstinteressierte besuchten die weltgrösste Kunstmesse. Auch die Geschäfte liefen gut: Eine Schweizer Galerie verdiente am meisten.

Veröffentlicht 18.06.2018

Rund 95'000 Besucher haben in den vergangenen sechs Tagen die 49. Ausgabe der Art Basel besucht. Das sind etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Die Messeleitungzeigte sich nach dem Abschluss am Sonntag zufrieden. Die rund 290 Galerien aus allen Marktbereichen hätten bemerkenswerte Umsätze erzielt, teilten die Organisatoren am Sonntagabend mit. Die Galerien aus 35 Ländern präsentierten Werke von etwa 4000 Künstlern.

Private Sammler aus über 100 Ländern nahmen an der Messe teil, ebenso Vertreter von über 400 Museen und Institutionen. Besonders viele Sammler reisten dieses Jahr aus Europa und Asien an die grösste Kunstmesse der Welt, wie es weiter heisst. 

Vier Tage für die Öffentlichkeit

Rund 12'000 Personen haben den Sektor «Parcous» besucht. Dieser präsentierte rund um den Basler Münsterplatz 23 ortsspezifische Kunstwerke von jungen und etablierten Künstlern. 

Die Art Basel startete am Dienstag und Mittwoch mit den «Private Days» für ausgewähltes Publikum und nur mit Einladung sowie der Vernissage am Mittwoch. Von Donnerstag bis Sonntag war die Kunstmesse an den sogenannten «Public Days» für alle zugänglich.

Geschäfte laufen gut

Das Geschäft läuft auch dieses Jahr gut an der Art Basel: Schon am Dienstag, dem ersten Tag, sind mehrere Objekte im Wert von je über einer Million Dollar verkauft worden. Die fettesten Brocken gehen auf das Konto der weltweit tätigen Schweizer Galerie Hauser & Wirth.

Die in Zürich ansässige Galerie für zeitgenössische Kunst verkaufte das Werk «Composition» (1969) von Joan Mitchell für 14 Millionen Dollar an eine Sammlung in Europa, «The Three Graces» (1974) von Louise Bourgeois für 4,75 Millionen Dollar und «Untitled» (1963) von Mira Schendel für 1,2 Millionen Dollar.

Aber auch andere Galerien meldeten Millionenverkäufe: Die New Yorker Pace Gallery verkaufte ein Werk von David Hockney ("Chrysanthemus", 1996) für 2,5 Millionen Dollar, die Londoner Galerie Thaddaeus Ropac ein Werk von Robert Rauschenberg ("Ruby Re-Run", 1978) für 1,45 Millionen britische Pfund an ein europäisches Museum und "Death Star II" (2017/2018) von Robert Longo für 1,5 Millionen Dollar ebenfalls an ein europäisches Museum.

Weitere Verkäufe in Millionenhöhe machten nach Angaben von Art-Basel-Kommunikationschefin Dorothee Dines die Berliner Galerie Sprüth Magers und die New Yorker Galerie David Zwirner.

Hauser & Wirth kassierte auch am Mittwoch allein mit zwei Werken 4,1 Millionen Dollar - sie stammen von Mark Bradford und Francis Picabia. Weitere Millionenverkäufe tätigten die Galerien Long March Space (Peking), Almine Rech Gallery (Brüssel), Thaddaeus Ropac (London) und Michael Werner Gallery (New York).

Am Donnerstag verkauften die Galerien Applicat-Prazan (Paris) und Xavier Hufkens (Brüssel) Werke von Georges Mathieu («Hommage au Connetable de Bourbon», 1959) und Paul McCarthy («Luncheon on the Gradd», 2015-18) für 2 Millionen Euro und 1, 5 Millionen Dollar. Das Werk von Mathieu ging an einen privaten Sammler.

Zufrieden mit ausgeglichenem Geschäft

Allerdings seien dies nicht alle Verkäufe, die seit Dienstag stattgefunden haben, betont Dines gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Galerien teilten nicht alle ihre Verkäufe mit. Klar erkennbar sei aber, dass Galerien aus allen Marktsegmenten bisher gut verkauft haben. Und das sei für die Art Basel sehr wichtig.

Am Dienstag und Mittwoch besuchten laut Dines namhafte private Sammler aus Europa, Nord- und Lateinamerika und Asien sowie Vertreter und Gruppen von Museen und Kunstinstitutionen aus der ganzen Welt die Art Basel. Darunter seien Vertreter des Centre Pompidou, Paris, gewesen sowie vom National Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul, ausserdem von den Serpentine Galleries in London und vom Solomon R. Guggenheim Museum in New York.

Hoteliers machen Kasse

Danach dürften die Hotelpreise in der Stadt am Rhein wieder purzeln: Zentral und auch am Wasser gelegene Häuser schlagen nämlich mindestens die Hälfte auf den Normalpreis drauf oder verlangen sogar doppelt soviel für eine Nacht. Das zeigt ein Vergleich im Internet.

Die Zimmerauslastung der baselstädtischen Hotels erreichte an den ersten beiden - nichtöffentlichen - Art-Basel-Tagen mit durchschnittlich bis zu 97 Prozent denn auch den höchsten Wert, wie Tourismus Basel, gestützt auf Daten des Statistischen Amtes, schreibt. 

Die Zimmerauslastung sei nicht maximal, schätzt Hotelier-Verein-Präsident Felix Hauser für dieses Jahr. Sie sei vergleichbar mit 2017 und vorher. Allerdings erfolgten Buchungen neuerdings kurzfristiger.

(sda/mlo)

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