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Kunst 
Rote Wüste: Der Ort wo Aktivismus zur Einstellung wird

Barthélémy Toguo: «Exodus», 2013, Fahrrad, Anhänger, Stoff, 220 × 360 × 160 cm, 50 000 Euro. ZVG

Um 1900 bildete sich im Tessin eine Siedlungsgemeinschaft auf dem Monte Verità. Die Galerie Artvera's zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung, wie sich diese Bewegung in der Gegenwartskunst widmet.

Veröffentlicht 01.03.2017

An bester Adresse, mitten in der Genfer Altstadt, logiert seit 2007 die Galerie Artvera’s in klarem, aber historischem Ambiente. Auf mehr als 500 Quadrat­metern macht sich in den sechs Aus­stellungsräumen auf zwei Stockwerken eine museale Atmosphäre breit. Gezeigt wird ein abwechslungs­reiches Programm aus zeitgenössischer Kunst, euro­päischen und russischen Meistern sowie Werken der Moderne.

Direktorin der Galerie ist seit deren Eröffnung vor zehn Jahren Sofia Komarova. Die gebürtige Russin ist in einer kunstaffinen Familie aufgewachsen, ihre Mutter handelte in der Sowjetunion und ihre Tante arbeitete im Puschkin-Museum. Ausgebildet in St. Petersburg und Genf, verfügt die junge Direktorin über ­einen ausserordentlich geschulten Blick, den sie bei der Einschätzung von Werken und der Beratung zur Akquisition einsetzt.

Rote Wüste

Zu ihrer Tätigkeit gehört auch die Aufarbeitung der Œuvres von zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstlern wie etwa Serge Charchoune und Friedrich Karl Gotsch, die sie mit Einzelausstellungen wieder ins Blickfeld von Sammlern und Museen gerückt hat. Künftig möchte sich Sofia Komarova verstärkt der Gegenwartskunst widmen, wie sie bei einem Treffen in Zürich betont.

Zurzeit zeigt sie bis zum 25. März 2017 die Gruppenausstellung «Red Desert: The Place Where 
Activism Becomes Attitude», die sich dem Einfluss der Schweizer Monte-Verità-Bewegung in der Gegenwartskunst widmet. In der Ausstellung finden sich so bekannte Künstlernamen wie Olafur Eliasson, Ryan ­Mendoza, Hans Op de Beeck und Scoli Acosta. Vorangegangen war die Ausstellung «Monte Verità: Expressionist Utopia» mit Werken von Kirchner, Klee, Macke, Munch und Werefkin. Im Mai folgt «Avant-­Garde Masters» mit Vertretern der Künstlergruppen Der Blaue Reiter, Die Brücke und Knave of Diamonds.
(ba)

 

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