Die Auktion Schweizer Kunst von Sotheby’s Zürich am 4. Juni steht ganz im Zeichen derjenigen Orte, welche die gros­sen Schweizer Maler inspiriert haben − vom Berner Seeland Albert Ankers über die Gemeinde Savièse von Ernest Biéler bis hin zum Engadin von Giovanni Gia­cometti. Die Auktion mit einem Gesamtschätzpreis von mehr als 9 Millionen Franken umfasst 97 Lose. Viele davon stammen aus bedeutenden Privatsammlungen und wurden selten oder noch nie öffentlich zum Verkauf angeboten.

Eines der schönsten Werke stammt von Giovanni Giacometti. Für ihn war das Engadin eine nie versiegende Quelle der Inspiration. Das Licht und die Farben um seine Wohnorte Capolago bei Maloja und Stampa im Bergell inspirierten den ­Meister des Schweizer Impressionismus bei der Weiterentwicklung seiner Kunst. Im Sommer 1924 beeindruckte ihn die Schönheit der blühenden Wiesen um den Malojapass so sehr, dass er beschloss, ein Bild, das er 1912 für eine Ausstellung der Kunsthalle Basel angefertigt hatte, zu übermalen. Diese endgültige Version der «Valle Fiorita» zeigt den Höhepunkt des technischen Könnens Giacomettis. An die Auktion gelangt sie mit einem Schätzpreis von 1,2 bis 1,8 Millionen Franken. (ba)

Sotheby’s Zürich, Auktion Schweizer Kunst: 4. Juni 2012.

Giovanni Giacometti: «Valle Fiorita», 1912/1924, Schätzpreis 1,2 bis 1,8 Millionen Franken.

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