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Salonfähige Kostbarkeiten aus dem Auktionshaus

Service «Zauberflöte» von Björn Wiinblad (1918–2006) für Rosenthal.

Während der globale Kunstmarkt Kapriolen schlägt, präsentieren Auktionshäuser im deutschsprachigen Raum Kostbarkeiten.

Von Katrin Bachofen
09.03.2016

Nach fast 20 Jahren hat Schuler Auktionen seinen Hauptsitz in Zürich-Wollishofen mit neuen Ausstellungsflächen auf zwei Etagen erweitert, wodurch die ausgestellten Kunstobjekte nun besonders gut zur Geltung kommen. So auch das Schmuck­angebot mit glitzernden Art-Déco-Broschen und funkelnden Smaragden. Dazwischen stechen mit einem intensiven Farbenspiel drei gefasste Opale ins Auge. Es handelt sich um zwei Ringe mit je einem feinen Schwarzopal sowie um ein Collier mit einem Boulderopal in schlanker Ovalform.

Je mehr Farben ein Opal aufweist, desto teurer wird der Stein. Die häufigsten Farbkombinationen sind Grün, Blau und Gelb – kommt noch Rot hinzu, steigt der Preis nochmals. Dieses intensive Farbenspiel, auch «Harlequin Pattern» genannt, macht den einen Schwarzopal-Ring der facettenreichen Schmuckofferte besonders begehrt (8'000 bis 15'000 Franken).

Vollendete Tischkultur

Vollendete Tischkultur spricht unsere Sinne an und entführt uns in eine andere Welt. So auch das Service «Zauberflöte», das der Designer, Künstler und Bühnenbildner Björn Wiinblad (1918–2006) für Rosenthal entworfen hat. Er setzte die Musik Mozarts nach dem Libretto von Schikaneder in ein Service um, das Form und Dekor gekonnt vereint (9'000 bis 15'000 Franken). Beim Silber-Angebot stammt ein dreiteiliges Teeservice von 1911 vom dänischen Silberschmid Georg Jensen (1'500 bis 2'500 Franken). Während seine frühen Entwürfe noch ganz dem Jugendstil verpflichtet sind, überzeugen seine späteren Arbeiten durch ­ihren funktionalen Stil, der das skandinavische Industriedesign nachhaltig geprägt hat.

Eine bedeutende Porzellanplatte aus der Sammlung August des Starken zählt zu den Highlights der Sammlung Max Fahrländer, die Koller Auktionen in Zürich am 17. März veräus­sert. Um 1729–1731 in Meissen hergestellt, ist sie nach dem Vorbild eines japanischen Kakiemons bemalt (Schätzpreis 25'000 bis 35'000 Franken). Die Platte trägt ein eingeschnittenes AR-Monogramm für «Augustus Rex». Stücke mit dieser Markierung sind selten, denn sie kennzeichnen Objekte, die seit 1733 nur für ­August III. bestimmt und per königlichen Erlass vom Weiterverkauf ausgeschlossen waren.

Mode-Aufnahmen von Lagerfeld

An der Fotografie-Auktion vom 19. März bietet Koller 46 Vintage-Mode-Aufnahmen von Karl Lagerfeld für Chanel aus den Jahren 1987 bis 1997 an, worunter sich Lagerfelds ­erste professionell gemachte Aufnahmen befinden. Auch als Fotograf ist Lagerfeld ein versierter Könner, dessen Schaffen derzeit in der Ausstellung «Karl Lagerfeld, A Visual Journey» (bis 20. März 2016 in der Pinacothèque de ­Paris) gezeigt wird.

Am 23. März kommt aus dem gewohnt hochstehenden Möbelangebot ein äusserst fein gearbeitetes Damen-Bureau Louis XV. «à fleurs» von Jean Pierre Latz, Meister 1740, aus französischem Besitz unter den Hammer. ­Gefertigt ist es aus Rosenholz, Palisander und diversen, teils kolorierten Edelhölzern (150'000 bis 200'000 Franken).

Wiener Jugendstil

Das Dorotheum in Wien versteigert am 21. März Wiener Jugendstil mit Kunstgegen­ständen und Möbeln von Architekten und ­Designern der Jahrhundertwende. Eine Wiener Spezialität sind die Bronzefiguren mit aus ­Elfenbein geschnitzten Köpfen von Peter Tereszczuk. Ins Auge sticht hier ein «Pierrot mit Herzensdame», Entwurf um 1905 (Schätzung 3'000 bis 4'000 Euro).

Daneben wird internationales Kunsthandwerk des frühen 19. Jahrhunderts angeboten sowie eine Sammlung mit ­ausgesuchtem Glas von René Lalique. Dessen dekorative Vasen «Sauge» (Entwurf 1923, Schätzung 2'000 bis 2'600 Euro), «Dahlias» ­(Entwurf 1923, 2'200 bis 2'800 Euro) sowie «Meduse» (Entwurf 1921, 1'600 bis 2'000 Euro) sind mit sehr attraktiven Schätzpreisen versehen.

Schuler Auktionen: 14.+16.–18.3.2016
Koller Auktionen: 17.–23.3.2016
Dorotheum Wien: 21.3.2016

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