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Golf 
Am wichtigsten ist die Freude

Michelle Wie tees am LPGA Samsung Championship im Bighorn Golf Club in Palm Desert, Californien.

Aller Anfang ist schwer – behauptet ein Bonmot. Das stimmt auch für Golf. Dennoch: Übertrieben schwer ist der Start nicht. Wichtig sind wenige Punkte.

Von Hannes Huggel
03.04.2013

Mit Golf anzufangen ist eine gute Entscheidung. Vor allem dann, wenn man bestrebt ist, von Anfang an alles richtig zu machen. Richtig zu machen heisst in diesem Fall auch: Beachten und befolgen Sie nicht die ­unzähligen Ratschläge, die Sie von Golfenden ungefragt erhalten. Und vor allem: Verzichten Sie darauf, irgendein paar alte Schläger eines vermeintlichen Freundes – und angeblichen Golffachmanns – zu benutzen. Auch nicht zum Probieren.

uDie Wahl des Spielortes Apropos probieren: Haben Sie sich schon überlegt, wo sie Golf spielen möchten? Dieser Entscheid ist entscheidend. Suchen Sie sich einen Platz, der vor allem folgende Bedingungen erfüllt: Er muss in vertretbarer Zeit erreichbar sein. Golf ist ein relativ zeitaufwendiger Sport. Da will gut überlegt sein, wie viel Zeit für die Anfahrt eingesetzt werden muss. Überlegen Sie sich auch, wo Ihr Freundes- oder Kollegenkreis Golf spielt. Es wird Ihnen mehr Spass machen, wenn Sie in der neuen, ungewohnten Umgebung bereits ein paar Gesichter kennen. «Schritt um Schritt planen und dann durchziehen» heisst in dieser Startphase das Motto.

  • Die Wahl des Lehrers
    Jetzt gehts ans Üben. Aber dazu braucht es Schläger. Haben Sie noch ein bisschen Geduld – übrigens eine Eigenschaft, die Sie während Ihrer ganzen Golfkarriere gut gebrauchen können. Entscheiden Sie sich, ob Sie einen Gruppenkurs besuchen wollen oder gleich mit Einzelstunden beim Pro, also beim Golflehrer, anfangen wollen. Die Mehrheit der neueren Golfer in der Schweiz hat ­irgendwann einmal einen Anfänger- oder Einsteiger-Golfkurs besucht, viele davon in den Ferien.

    Aber Vorsicht: Es ist nicht alles Golf, was glänzt. Ihr künftiger Ausbildner sollte ein gut ausgebildeter Golflehrer sein. Nicht jemand, der ohne Aus- und Fortbildung nebenbei unterrichtet. Es gibt leider Angebote, die schlicht als Scharlatanerie bezeichnet werden müssen. Und Vorsicht bei Angeboten, welche die Platzreife in einer Woche versprechen. Das schaffen nur absolut Talentierte.

    Egal, ob Sie einen Gruppenkurs oder Einzel­stunden buchen, die Lektionen müssen Ihnen primär Freude machen. Sie müssen lustvoll trainieren. Sonst wird das Golfabenteuer bald zum grossen Frust.
     
  • Die Wahl des Materials
    Wenn Sie nur mal mit einem Pro ein paar Bälle schlagen wollen, dann lassen Sie sich von diesem auch einen Schläger geben. Er hat bestimmt einen, der zu ­Ihnen passt. Passen ist ein wichtiges Stichwort. Deshalb sollten Sie auch nicht einfach ein paar gebrauchte Schläger – im Golfjargon Clubs – eines Freundes nehmen. Peter Bruggmann von Umbrail Golf: «Wir legen grossen Wert darauf, unseren Kunden nicht einfach Golfschläger, sondern Ihnen die richtigen, für sie passende Schläger zu verkaufen.»

    Warum ist denn richtiges Material so wichtig? Bruggmann: «Mit dem passenden Material fasst man viel schneller Vertrauen, man kann den Schwung schneller erlernen und ein kon­stantes Schwungmuster aufbauen. Rasche Fortschritte und mehr Spass sind die Folge.» Wenn Sie also Schläger kaufen wollen, was Sie tun sollten, dann lassen Sie beim Fachgeschäft ­Eigenschaften wie Schwunggeschwindigkeit, Schlägerlänge, Lie-Winkel und Griffgrösse ausmessen und ziehen Sie diese ­Ergebnisse in die Schlägerauswahl mit ein.

    Was für Schläger brauche ich überhaupt? Wenn der Entschluss feststeht und man sich die dafür nötige Zeit entsprechend einplant, dann empfiehlt Bruggmann, ein Schlägerset von Eisen 5 bis Sandwedge sowie einen Putter zu kaufen. Dazu einen Hybridschläger mit einem Loft von 24 oder 25 Grad für Männer oder 26/27 Grad für Frauen. Und was sonst noch?
     
  • Die Wahl der Bekleidung und der Schuhe
    Wir gehen mal ­davon aus, dass die Oberbekleidung (Hose, Polo, Pullover) ­bereits in Ihrem Kleiderschrank vorhanden ist. Aber vergessen Sie irgendwelche Werbe-T-Shirts oder Blue Jeans. Die gehören nicht auf den Golfplatz.

    Dann brauchen Sie Golfschuhe. Wenn Sie solche mit einer Noppensohle wählen, dann können Sie diese auch ohne weiteres in der Freizeit tragen, so bequem sind Golfschuhe heute. Ratsam ist auch ein Golfhandschuh. Der sorgt nicht nur für einen guten Griff, sondern verhindert – besonders am Anfang – auch Blasen. Und jetzt wohin mit allem? In einen einfachen Tragbag/Golfsack. Dort angehängt gehört ein Tuch, um die Schläger zu reinigen. Und dann brauchts noch einige Bälle.
     
  • Die Wahl des Budgets
    Natürlich kostet das Ganze etwas. Aber keine Angst! Sie brauchen ja nicht die neuesten und ­teuersten Schläger. Fragen Sie nach Auslaufmodellen, nach Schlägern aus dem Vorjahressortiment. Diese gibts meist mit ziemlich viel Rabatt. Der Bag muss auch kein Luxusmodell sein. Solange Sie nicht auf dem Platz spielen können, so lange brauchen Sie nur etwas Kleines. Und auch noch keinen Golfwagen. Bei den Bällen achten Sie auf Aktionen. Da kriegen Sie eine ganze Menge für wenig Geld. Am Anfang verlieren Sie auch noch keine Bälle, denn diese brauchen Sie nur auf dem Übungsgrün. Golf muss also nicht teuer sein. Es trifft eher zu, dass eine Einsteiger-Golfausrüstung heute weniger kostet als ein neuer Ski und die entsprechenden Skischuhe.
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