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Gastronomie 
Burgerkette «Hans im Glück» sucht ihr Glück in der Schweiz

Burger bei Hans im Glück
«Hans im Glück»: Will Berner von ihren Burgern überzeugenQuelle: ZVG

Bei Bern eröffnet im Frühling die erste Filiale von «Hans im Glück». Das Problem nur: Bereits jetzt ist die Burger-Dichte in der Schweiz bereits beachtlich.

Von Julia Fritsche
18.12.2017

Burgerglück für Berner: Die deutsche Kette «Hans im Glück» eröffnet im Frühling ihr schweizweit erstes Restaurant in Muri bei Bern. Das Lokal wird Teil des Kitag-Multiplexkinos Gümligenfeld. Für Kinobesucher am Freitag und Samstag ist zudem ein Barbetrieb bis in die frühen Morgenstunden geplant.

2010 gegründet ist «Hans im Glück» in Deutschland bereits mit 51 Standorten präsent. Nach Österreich im vergangenen Jahr wagt das Franchiseunternehmen nun die Expansion in die Schweiz. Wie Gründer und Inhaber Thomas Hirschberger in der Medienmitteilung sagt: «Die Schweiz ist als Genussland bekannt. Dass wir unser erfolgreiches Burger-Konzept nun hierher bringen, macht uns sehr stolz.»

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Vom Burrito zum Burger

Für den Start in der Schweiz konnte das Münchner Unternehmen die Franchisepartner Urs Abegglen und Michael Fricker gewinnen. Die zwei Schweizer Gastronomen haben Erfahrung im Ketten-Geschäft. Bis im Juli dieses Jahres waren Abegglen und Fricker Mitglied beziehungsweise Präsident des Verwaltungsrates der Desperado Swiss AG. Diese betreibt elf Tex-Mex-Restaurants in der ganzen Schweiz. Erst vor Kurzem eröffnete die Filiale in der Mall of Switzerland, dem neuesten Einkaufszentrum der Schweiz in Ebikon.

Nun also setzen die Gastronomen auf Burger statt Burrito. Damit folgen sie einem Trend. Denn «Hans im Glück» ist bei weitem nicht das einzige Format mit einem Fokus auf Hamburger. Ein Schweizer Eigengewächs ist Holy Cow. 2009 gestartet betreibt die Kette inzwischen 14 Filialen. Auf Burger mit gesundem Anstrich setzt die amerikanische Fast-Food-Kette B.good. Mit vier Standorten in Zürich und Basel kommt die Mini-Kette allerdings nicht richtig vom Fleck, dies trotz Beteiligung von Nico Jacobs, einem Spross der bekannten Kaffee-Familie. Immerhin an fünf Standorten empfängt «The Butcher» seine Gäste.

Holy Cow
Schweizer Eigengewächs: Holy Cow ist bereits 2009 gestartet.
Quelle: Keystone

Harter Wettbewerb

Zusammen mit McDonalds und Burgerking sorgen diese kleinen Ketten für eine beachtliche Burger-Dichte in der Schweiz. «Es herrscht ein Verdrängungswettbewerb», sagt denn auch Gastro-Experte Peter Herzog. «Niemand wartet auf einen neuen Burgerladen, dennoch eröffnen immer wieder welche.»

Auch «Hans im Glück» dürfte nicht der letzte bleiben. Im Dezember eröffnete die Kultkette «Five Guys» ihren ersten Standort in Deutschland, noch diesen Monat kommt der nächste dazu. Auch die Schweiz wollte die US-Kette mit Superfan Barack Obama ursprünglich bereits dieses Jahr in Angriff nehmen. Nun lässt sich der Premiumanbieter damit Zeit. «Derzeit konzentriert sich ‹Five Guys› auf die Standorte in Deutschland», lässt die zuständige PR-Agentur verlauten.

Schwieriger Markt

Keine schlechte Idee, meint Branchenkenner Peter Herzog. Denn häufig unterschätzten internationale Kette den Markt Schweiz. «Immer wieder sind sie überrascht – von den Mietpreisen, den Produkt- und Personalkosten.» Gute Lagen seien zudem rar und teuer. Mit McDonaldsBurger King und Starbucks hätten nur drei Gastro-Riesen hierzulande den Durchbruch geschafft und das sei eben kein Zufall, sagt Experte Herzog zum Marktgefüge.

Mit McDonalds und Burger King wird sich auch «Hans im Glück» kaum messen können. Vielleicht kann sich die Marke aus München aber im harten Burger-Verdrängungskampf gegen Holy Cow und Co. behaupten. Ein Start-Handicap muss das Unternehmen allerdings zuerst überwinden, Muri bei Bern gehört nicht zu den Toplagen im Business.