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  4. Das iPhone X unter der Lupe – ist Apple der Wurf gelungen?

Technologie 
Kowalskys Crashtest: Zehnkämpfer

Apple hat viel richtig gemacht beim iPhone X: Face ID ist aber kein grosses Plus. Quelle: Felice Bruno

Das iPhone X ist kein x-beliebiges Smartphone. Aber einen Kauf muss man sich schönrechnen.

Marc Kowalsky
Von Marc Kowalsky
20.11.2017

Kürzlich bin ich über eine interessante Statistik gestolpert: 96 Prozent aller Android-User finden, dass der Preis von iPhones nicht angemessen sei (was wohl auch der Grund ist, dass diese Leute eben ein Smartphone von Samsung, HTC oder Sony haben statt eines von Apple).

Noch interessanter ist: Auch 81 Prozent der Apple-User sind mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis des iPhone unzufrieden. Und das war vor dem iPhone X, das mit seinem Listenpreis von 1389 Franken alle Schamlosigkeitsrekorde bricht.

Grösseres Display in kleinerem Gerät

Was bekommt man also für sein Geld? Zunächst mal ein minimalistisch-modernes Design aus Stahl und Glas. Nur die deutlich aus der Rückwand herausschauenden Kameras stören. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand, klar besser als das (zu) grosse iPhone 7 Plus, das ich bisher benutze. Trotzdem bietet das iPhone X ein ähnlich grosses Display, weil dieses bis in die Ecken geht (allerdings nicht wie beim Samsung S8 darüber hinaus). Farben und Kontrast sind hervorragend. Auch die Kamera gehört mit zum Besten, was man in Smartphones findet.

Wegen des randlosen Displays fehlt nun der Home Button und damit der Fingerabdruckscanner. Dessen Funktion übernimmt eine Kamera, die Ihr Gesicht erkennt. Das funktioniert problemlos, bietet aber keine nennenswerten Vorteile.

Fragen Sie Ihre Teenager-Töchter

Die Gesichtskamera erlaubt es auch, Ihre Mimik auf ein Animoji zu projizieren. So können Sie mit Ihrem Gesprächspartner als animierter Pandabär, als Einhorn oder als Kackhaufen kommunizieren. Wofür das gut sein soll? Fragen Sie Ihre Teenager-Töchter. Vielleicht wissen die es.

Der Akku bringt mich als Heavy User nur sehr knapp durch den Tag. Immerhin lädt nun endlich auch das iPhone drahtlos, eine entsprechende Ladestation ist aber nicht im Lieferumfang (drahtlose Kopfhörer übrigens auch nicht). Wenn Sie den Kauf trotzdem rechtfertigen wollen und deshalb mit der 64-GB-Version liebäugeln, die «nur» 1199 Franken kostet – vergessen Sies. Sie kaufen ja auch keinen Porsche mit Käfer-Motor.

Probieren Sie es lieber mit einer anderen Statistik: Im Schnitt 80 Mal am Tag nutzt man sein iPhone, hat Apple herausgefunden. Macht bei einer wirtschaftlichen Lebensdauer von drei Jahren (danach kaufen Sie eh das iPhone XIII) 87’600 Mal, dass Sie das Gerät in die Hand nehmen. Kostet pro Mal also 1,6 Rappen. Wenn das kein Schnäppchen ist!

Fazit: Tolles Design, tolles Display, tolle Kamera – Apple hat sehr viel richtig gemacht beim neuen iPhone X. Vieles davon bekommt man woanders auch, aber nicht in einem so gelungenen Package. Den Preis dafür müssen Sie mit sich selbst – und allenfalls der Hüterin der Haushaltskasse – ausmachen.

Apple iPhone X
Info:
www.apple.ch
Preis: 1389 Franken (256-GB-Version)

Bewertung: ★★★★☆

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 
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