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Kowalskys Crashtest: Kann nix, weiss nix, leider geil

Kowalskys Crashtest: Homepod von Apple
HomePod von Apple: Der Klang ist gut, doch das Gerät hat auch seine Tücken.Quelle: Felice Bruno

Das Imperium schlägt zurück: Mit dem HomePod will Apple die Konkurrenz von Amazon und Google einholen.

Marc Kowalsky
Von Marc Kowalsky
08.04.2018

Ende 2011 präsentierte Apple mit der Sprachassistentin Siri die erste massentaugliche Anwendung von künstlicher Intelligenz. Seither, ich schrieb es bereits, hat Apple den Vorsprung verspielt. Das Geschäft macht Amazon mit dem intelligenten Lautsprecher Alexa; Google versucht sich ebenfalls in dem Markt. Ende 2011 startete Apple auch die Entwicklung eines eigenen Lautsprechers. Jetzt, sechseinhalb Jahre später, wird der HomePod endlich lanciert. Genug Zeit also für Apple, von der Konkurrenz zu lernen und, wie man das in Cupertino gerne tut, dafür dann mit einem ausgereiften Produkt zu kommen.

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Wuchtig und etwas basslastig

In die 17 Zentimeter hohe Tonne hat Apple einen Basslautsprecher und sieben Mittelhochtöner gepackt. Und, das ist das Ungewöhnliche, sechs Mikrofone: Sie messen die Tonausbreitung und passen sie an den jeweiligen Raum und dessen Einrichtung an. Das Ergebnis: Der Klang hört sich überall gleich an.

Und gleich beeindruckend: Auch mein ziemlich grosses Wohnzimmer bespielt der HomePod präzise bis in die letzte Ecke. Der Ton ist wuchtig und etwas basslastig, aber ohne billige Show-, pardon, Soundeffekte. Etwas Vergleichbares habe ich aus einem Lautsprecher dieser Grösse noch nie gehört. Was – noch – fehlt, sind die Möglichkeit, zwei HomePods zu einem Stereopaar zusammenzuschliessen, und die Multiroom-Fähigkeit.

Apple HomePod
Sechs Mikrofone messen die Tonausbreitung und passen sie an den jeweiligen Raum an.
Quelle: Keystone

Englische Konversation

Dass man ein iPhone oder ein iPad zur Aktivierung des Gerätes braucht, kann ich noch nachvollziehen. Frech aber ist, dass man de facto auch noch ein Abo von Apple Music benötigt (12.90 Fr. im Monat) – Spotify, Internetradio oder Ähnliches unterstützt die Sprachsteuerung des HomePod nicht. Weil das Gerät bisher nur in angelsächsischen Ländern lanciert wurde, muss man englisch mit Siri sprechen – fair enough. Die Schweizer Version dürfte im Sommer folgen.

Unschönes Detail: Beim Kommando «Hey, Siri!» fühlt sich auch immer das iPhone angesprochen – sicher nicht hilfreich für dessen Akkustand.

Siri ist nicht die Schlauste

Im Vergleich mit Alexa und Google ist Siri aber, man muss es so deutlich sagen, strohdoof. Nicht mal auf den Kalender kann sie zugreifen. Und weil der HomePod noch konsequenter nach aussen abgeschirmt ist als andere Apple-Produkte, können Drittanbieter keine zusätzlichen Skills wie Lokalnachrichten oder Zugverbindungen entwickeln. Die Steuerung des Smart Home etwa beschränkt sich auf die Fähigkeiten des Home Kit. Klar, Apple positioniert das Gerät primär als Lautsprecher. Aber irgendwie enttäuscht bin ich trotzdem.

Fazit: Die Intelligenz des HomePod ist kümmerlich. Aber er tönt geil. So ist das Gerät super für Musikfans, die eh schon alles von Apple haben. Aber nur für die.

Apple HomePod
Info: www.apple.com/homepod
Preis: ab ca. 520 Franken

Bewertung: ★★★☆☆

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend