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EU-Kulturhauptstadt Aarhus mit Schweizer Anteil

Aarhus: Bekanntes Museum. Keystone

Als europäische Kulturhauptstadt 2017 will Aarhus den Fokus auf Demokratie, Vielfalt und Nachhaltigkeit legen. Die Schweiz ist prominent vertreten.

Veröffentlicht 14.10.2016

Die europäische Kulturhauptstadt 2017 ist Aarhus aus Dänemkar. Den Fokus legt die Stadt auf Demokratie, Vielfalt und Nachhaltigkeit. Die zweitgrösste dänische Stadt präsentiert ein reiches Programm, in dem auch Schweizer Künstler wie Andres Bosshard, Zimoun oder Thomas Hirschhorn vertreten sind.

«Kultur war nie wichtiger», sagt Rebecca Matthews, CEO Europäische Kulturhauptstadt 2017. Denn Kunst und Kultur böten in dieser Zeit grosser Veränderungen und Unsicherheit die Möglichkeit, Dinge zu überdenken und neu zu gestalten - bestenfalls friedlicher, toleranter, nachhaltiger und bunter.

Hinterfragen

Entsprechend steht das Programm, welches im kommenden Jahr nicht nur Aarhus, sondern auch die ganze umliegende Region Midtjylland in eine Welt voller Literatur, Musik, Kunst, Tanz, Sport und Kulinarik verwandeln soll, unter dem Motto «Rethink: hinterfragen, überdenken, nachdenken». Der dänische Kulturminister Bertel Haarder zeigt sich in seiner Videobotschaft überzeugt, «dass wir in der Kunst und Kultur einen Schlüssel für die Zukunft finden können».

In langjähriger Vorbereitung - vier Jahre ist es her, seit Aarhus offiziell zur Kulturhauptstadt 2017 gewählt wurde - haben tausende von Menschen über 400 Projekte realisiert oder in die Wege geleitet. Rebecca Matthews und die australische Projektleiterin Juliana Engberg informierten diese Woche über das satte Programm an Ausstellungen, Festivals und Events.

Aarhus klingt anders als Schweizer Städte

Dabei sind nicht selten die Namen von Schweizer Künstlern gefallen, deren Projekte für das dänische Sonderjahr ausgewählt wurden. Der Zürcher Musiker und Klangkünstler Andres Bosshard beispielsweise ist bereits dabei, vor Ort Alltagsgeräusche einzufangen, die er im Kulturjahr unter dem Titel «SonicArk» präsentieren wird.

«Aarhus klingt ganz anders als jede Schweizer Stadt, die ich kenne», sagte der Künstler im Gespräch mit der sda. Typisch für den Hafenort seien das Geschrei von Möwen, der Wind, Kinderlachen und Strassenmusik. Als Highlight seines akustischen Vorhabens will Bosshard mit Ballonen «die Stimme der dänischen Königin in den Himmel schicken». Dafür muss er Ihre Majestät Königin Margerethe II. aber erst noch überzeugen.

Ebenfalls dabei ist das Tessiner Theaterduo Trickster-P, das in Zusammenarbeit mit dem australischen Terrapin Puppet Theatre und der in Aarhus ansässigen Teatret Gruppe 38 das Projekt «All this Coming and Going» präsentiert. Oder der Künstler Thomas Hirschhorn, dessen Pixel-Collagen Anfang 2017 in der Kunsthal Aarhus gezeigt werden. Der Berner Künstler Zimoun ist mit einer Karton-Installation vertreten und auch der St. Galler Bildhauer, Filmer und Künstler Roman Signer stellt in Dänemark sein Schaffen vor.

Zweifache Eröffnungszeremonie

Zu den internationalen Highlights zählen die britische Transgender-Musikerin Anohni, die während einem Jahr als Artist in Residence in Aarhus leben und arbeiten wird. Die dänische Filmemacherin und Oscar-Preisträgerin Susanne Bier ist insofern vertreten, als dass ihre Filme "Brothers", «Open Hearts» und «After The Wedding» als Oper, Tanzspektakel und Musical aufgeführt werden.

Eingeläutet wird das Kulturjahr am 20. und 21. Januar 2017 erst mit einer Kindereröffnung (ihnen wird durchs ganze Jahr besondere Aufmerksamkeit geschenkt) und einer «pompösen Show mit historischen Bezug» am Folgetag. Das gesamte Jahresprogramm ist in Form eines kiloschweren Buchs erhältlich und unter www.aarhus2017.dk zusammengefasst.

www.aarhus2017.dk

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