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Kinderlebensmittel meist minderwertig

«Die Hersteller kommen ihrer Verantwortung nicht nach.» (Bild: Foodwatch)

Lebensmittelkonzerne geben sich alle Mühe, Produkte speziell für Kinder zu vermarkten. An die Gesundheit der Kleinen denken sie dabei offenbar wenig. Eine Untersuchung zeigt: Die meisten der Kinderpro

Veröffentlicht 13.03.2012

Die deutsche Ernährungsorganisation Foodwatch hat mehr als 1500 Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: «Die Produkte, die Lebensmittelhersteller speziell für Kinder vermarkten, sind in den meisten Fällen ernährungsphysiologisch minderwertig», schreibt Foodwatch.

Die Angebote der Lebensmittelindustrie entsprechen demnach genau dem Gegenteil von dem, was Ernährungsexperten empfehlen: Sie sind stark zucker- oder fetthaltig, aromatisiert und häufig stark verarbeitet. Das gelte nicht nur für klassische Süssigkeiten, sondern auch etwa für Frühstücksflocken oder Milchprodukte.

Foodwatch untersuchte Produkte, die sich gezielt ab Kinder richten, etwa durch die Bezeichnung («für Kids»), Aufmachung (mit Comic-Figuren, Spielzeug-Beigaben) oder Aktionen (Online-Spiele, Tipps für Schulreferate).

Eingeordnet wurden die Kinderlebensmittel in die Kategorien grün (Obst, Gemüse, Getreideprodukte, Wasser, ungesüsste Tees - Empfehlung: reichlich verzehren), gelb (Milchprodukte und Fleisch - mässig verzehren) und rot (Öle, Fette, süsse und fettige Snacks - sparsam verzehren).

79 Prozent aller untersuchten Lebensmittel fielen zumindest teilweise in die Kategorie rot. «Es ist praktisch unmöglich, aus dem Angebot, das die Industrie als Kinderprodukte vermarktet, eine ausgewogene Ernährung zusammenzustellen», resümiert Foodwatch. Auch Bio-Produkte sind dabei kein Segen: 58 Prozent fallen in die Kategorie rot, 29 Prozent in das Segment grün.

Nestlé-Produkte: Schöller rot, Maggi grün

«Die Hersteller kommen ihrer Verantwortung nicht nach, einen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung zu leisten», schreibt Foodwatch als Fazit. «Im Gegenteil: Ihr Angebot an Kinder leistet der grassierenden Fehlernährung Vorschub.»

Auch im Test: die Produkte des Schweizer Lebensmittelriesens Nestlé, aufgeteilt nach Marken. In die Kategorie rot fallen dabei «Cerealien», «Schöller», «Smarties», zwei «Nesquik»-Artikel sowie mehrere «Alete»-Produkte. In der Kategorie grün landen fast alle «Maggi»-Artikel sowie die meisten von «Alete». Mit gelb, neutral oder gemischtfarbig bewertet wurden «Herta», mehrere «Nesquik»-Produkte sowie ein Artikel aus dem «Maggi»-Sortiment.

(tno)

Alle 1514 Produkte im Foodwatch-Check (PDF)

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