Das neue Gasthaus des Bündner Sternekochs Andreas Caminada rangiert unter den besten Neueröffnungen der Welt. Die «Handelszeitung» zählt das von ihm geführte «Casa Caminada» zu den 60 besten neuen Hotels.

Neben dem «Casa Caminada» erhalten nur zwei weitere Gasthäuser diese Ehre: das Hotel «Le Major Davel» am Genferseeufer und das «The Hide Flims» an der Talstation des Skiortes. Als «Ode an die Einfachheit und Ort der Ruhe» bezeichnet die Wirtschaftszeitung das Gasthaus des «absoluten Ausnahmetalents» (Zitat von René Schudel).

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«Es freut mich sehr, dass das ‹Casa Caminada› über die Region hinweg soviel Interesse weckt», sagt der Koch und Hotelier zum Ergebnis. «Das ist eine schöne Bestätigung für unser Team», so Caminada. Mit dem Bündner Gasthaus wolle er ein «authentisches Genusserlebnis in Fürstenau etablieren und das Leben zurück in die historische Stadtmitte holen».

Der 41-Jährige Ilanzer ist eine «Gastro-Maschine». Das «Casa Caminada» ist sein jüngstes, aber bei weitem nicht sein einziges Kind. Der Sternekoch begann seine Karriere im Walserhof in Klosters. Nur 26-jährig schwang sich Caminada dann empor zum Pächter und Küchenchef des Schlosses Schauenstein. Ein Jahr später erhielt er den ersten Michelin-Stern. Der zweite folgte 2007. 2010 wurde er schliesslich mit nur 33 Jahren der jüngste Drei-Sterne-Koch der Welt. 

Andreas Caminada in der Küche

Andreas Caminada in der Küche: Koch-Kollege Renö Schudel nennt ihn ein «Ausnahmetalent».

Quelle: ZVG

Wer heute auf Schloss Schauenstein speisen und in einem der Zimmer übernachten will, muss mehrere Monate im Voraus reservieren. Neben dem Schloss hat Caminada noch die Restaurantmarke Igniv gegründet – mit Ablegern in St. Moritz und dem Grand Resort Bad Ragaz. Zusätzlich verlegt er ein eigenes kulinarisches Magazin, hat die Stiftung Fundaziun Uccelin zur Förderung junger kulinarischer Talente gegründet und betreibt gemeinsam mit Sandro Steingruber die Catering-Firma Acasa.

Das Hotel «Casa Caminada» eröffnete Anfang Oktober des letzten Jahres. Nur drei Monate später blieben die Betten aber kalt. Ein Wasserschaden zwang Caminada zur Schliessung des Hotels. «Die Ausbesserungsarbeiten betreffen zwar nur einzelne Bereiche und wenige Zimmer, doch während des laufenden Betriebs wäre das Gesamterlebnis für unsere Gäste beeinträchtigt worden», sagt Caminada. 
 

Drei Schweizer Entdeckungen

Zu den von der «Handelszeitung» ausgezeichneten Neuentdeckungen in der globalen Hotellandschaft zählen drei Schweizer Betriebe (Bildstrecke siehe unten):

  • Flims: Wie das The Hide Hotel in Graubünden zu seinem Namen kam, ist eher rätselhaft. Es ist das Gegenteil eines Verstecks und liegt inmitten des neuen Stenna-Komplexes mit Geschäften, Kinos und Riesenparkhaus direkt neben der Talstation der Bergbahnen, was Wintersportlern Ski-in/Ski-out ermöglicht. Preis pro Nacht: ab 180 Franken im Einzelzimmer.
     
  • Fürstenau: Fast schon suchen muss man hingegen die 26 Kilometer südöstlich gelegene Casa Caminada im Domleschg. Die im besten Sinne bodenständige Dépendance des Gourmet-Schlosses Schauenstein hat Hausherr Andreas Caminada als Ode an die Einfachheit und Ort der Ruhe erschaffen. Man kommt gerne wieder. Preis pro Nacht: ab 200 Franken im Doppelzimmer.
     
  • Cully/Bourg-en-Lavaux: Auch das frisch renovierte Le Major Davel am Genferseeufer ist wie das Casa Caminada in Graubünden ein Ort der Ruhe, der den durchfahrenden Reisenden verborgen bleibt. Preis pro Nacht: Ab 180 Franken im Einzelzimmer.

Die Schliessung betrifft auch das Restaurant. Das Küchenteam, das den Hotelgästen Capuns, Maluns und Dörrbirnenravioli zubereiten wollte, hat derweil einen mit Caminada befreundeten Gastronomen in dessen Gasthaus in Valendas GR unterstützt. Ein siebenwöchiges Gastspiel sei es gewesen, sagt der in Ilanz geborene Koch. Die Holzofen-Bäckerei im «Casa Caminada» dagegen sei seit Februar wieder geöffnet.

«Ab Mai sind die Beiz und die Zimmer wieder für unsere Gäste bereit», erklärt Caminada. «Wir freuen uns auf den ersten Sommer. Die Buchungsnachfrage stimmt uns sehr positiv.»