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Beim Winzern macht den Wallisern niemand etwas vor

Beim Winzern macht den Wallisern niemand etwas vor
Weinbau: Die Reben im Wallis wurden 2016 zu besonders guten Tropfen. Keystone​

Der Grand Prix du Vin Suisse vergibt jährlich Preise an die Schweizer Rebbauern. 2016 dominiert im Ranking der besten hiesigen Weine vor allem ein Anbaugebiet: das Wallis.

Von Markus Köchli
09.12.2016, Aktualisiert am 18.12.2016

Wenn 19 der zu vergebenden 36 Auszeichnungen in das Rebbaugebiet zwischen Rhone-Delta und Pfynwald verliehen werden und im Medaillenspiegel die Kantone Tessin (fünf Auszeichnungen), Thurgau, Graubünden, Zürich, Neuenburg und Waadt (alle zwei) sowie Bern und Aargau (je eine Auszeichnung) mit deutlichem Rückstand auf den Verfolgerplätzen landen, dann ist «Dominanz der Walliser» der richtige Begriff.

Noch nie in der zehnjährigen Geschichte des Grand Prix du Vin Suisse (GPVS), organisiert durch das Schweizer Wein-Kompetenzzentrum Vinea und das Fachmagazin «Vinum», dominierte ein Rebbaugebiet den Concours wie heuer das Wallis. Man mag in der Romandie und auch in der «Üsserschwyz» über die Hintergründe rätseln, aber die Vormachtstellung der Produzenten aus dem Rhonetal begann sich schon in den letzten Jahren abzuzeichnen (2015: 15 der 36 Auszeichnungen).

Junge Winzer-Garde will den Export ankurbeln

Ihr Erfolg habe aber nichts mit der Abkürzung GPVS zu tun, welche das Walliser Autokennzeichen im Kürzel trage, wurde an der Preisverteilung in Bern geschmunzelt. Vielmehr sei es das hohe Qualitätsbewusstsein der Walliser Winzer, das für diese Entwicklung verantwortlich zeichne. Zudem scheue eine Garde junger «Winemaker» die Vergleiche mit dem Ausland nicht - nicht unwichtig, immerhin möchten prominente Walliser Winzer die Ausfuhr ihrer Weine in die weite Welt ankurbeln.

Mit dem, was bei ihnen in den Kellern liegt, scheinen sie den Schlüssel für den Exporterfolg gefunden zu haben. Generell könne sich die Schweiz mit Weinen auf dem heutigen Niveau durchaus einen Platz unter den besten Weingebieten der Welt erkämpfen, so der Wettbewerbsbericht.

2016: Hohes Niveau, einige Verbesserungen

Das Niveau des diesjährigen Concours sei hoch gewesen, attestiert die Jury der nationalen Branche. 2864 Weine von 560 Erzeugern waren eingereicht worden, in etwa ähnlich viele wie bei den letzten GPVS-Ausgaben. Paolo Basso, bester Sommelier der Welt und Mitglied der neunköpfigen internationalen Bewertungsjury: «Hervorzuheben ist vor allem die qualitative Verbesserung bei den Chasselas und den Rosés, aber auch bei den Rot- und Weissweinassemblagen, den Merlots und den Süssweinen.»

Der GPVS biete den Rebbauern und ihren einheimischen Weinen ein prächtiges Schaufenster und festige das Image hiesiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Davon profitiert auch der Konsument, sowohl für den Heim- wie für den Restaurantgenuss. Die frohe Botschaft: In der Schweiz findet er eine Vielzahl unterschiedlicher Qualitätsweine, die allen Ansprüchen genügen.

Auch Weingut des Jahrzehnts kommt aus dem Wallis

Mit den Siegen in den Kategorien Chasselas, andere sortenreine Weissweine, weisse Assemblagen, Gamay, andere sortenreine Rotweine und Weine mit Restsüsse gewinnen Walliser Winzer genau die Hälfte der zwölf Wettbewerbskategorien. Das Tessin sichert sich - erwartungsgemäss - den Kategoriensieg bei den Merlots, die Bündner Herrschaft bei den Pinots Noirs und den roten Assemblagen.

Vergeben wurden zudem GPVS-Sonderpreise wie der Prix Bio Suisse für den Pinot Noir Vieilles Vignes Begnins Bio 2015, Domaine de la Capitaine, Begnins VD. Den Preis Schweizer Weingut des Jahres 2016 erhielt die Kellerei Régence Balavaud, Vétroz VS. Ebenfalls vergeben wurde der Sondertitel Schweizer Weingut 2007 - 2016, den Adrian & Diego Mathier, Nouveau Salquenen AG, Salgesch VS, bekam.

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