Weihnachten naht und damit auch die oft verzweifelte Suche nach Geschenken. Bücher sind bei Schweizern äusserst beliebt. Bei einer Befragung des Datenportals Statista gab über die Hälfte der Befragten an, diese Weihnachten Bücher und/oder E-Books verschenken zu wollen. Gleich viele – 53 Prozent – wollen Gutscheine oder Geld schenken.

Vielleicht möchten Sie Ihr persönliches Lieblingsbuch des Jahres verschenken, vielleicht sind Sie aber auch noch auf der Suche nach einem guten Tipp. Helfen kann da ein Blick auf die Liste der beliebtesten Bücher der vergangenen Monate. Orell Füssli Thalia hat für handelszeitung.ch die meistverkauften Bücher aus dem Bereich Wirtschaft in einem Ranking zusammengestellt. Dieses Verkaufsranking gibt ziemlich genau Aufschluss über den Geschmack der Schweizer Käufer, denn die Buchhandelsgruppe ist in der Schweiz mit derzeit noch 35 Filialen, drei Onlineshops und 200 Millionen Franken Umsatz marktführend.

Schweizer vertrauen auf Bewährtes

Wie schon im letzten Jahr ist ein Autor gleich dreifach in den Top Ten der Büchercharts vertreten. Rolf Dobellis Bücher mit ihren praktischen Lebensratschlägen scheinen den Geschmack der Schweizer perfekt zu treffen. Mit Dobelli, Urs Bärtschi und neu Frank Arnold sind drei Autoren aus der Schweiz für die Hälfte der Bücher in der Top-Ten-Liste verantwortlich.

Neuzugang Arnold vereint gleich 100 Topmanager und Unternehmer mit ihren Geschichten in seinem Buch «Der beste Rat, den ich je bekam». Von Investorenlegende Warren Buffett bis UBS-CEO Sergio Ermotti erzählen die Bekanntheiten Persönliches und geben damit den Lesern Input und die Möglichkeit, den einen oder anderen Rat auf ihr Leben anzuwenden.

Aktuelles trifft Zeitloses

Der zweite Neuzugang, «Showdown» von Dirk Müller, ist bereits 2014 erschienen, behandelt aber ein Thema, das diesen Sommer noch immer hochaktuell war und die Menschen bewegt hat – die Eurokrise und Griechenland. Entsprechend häufig wurde das Buch von Schweizerinnen und Schweizern gekauft.

Der dritte Neuling auf der Liste, «Die Mäuse-Strategie», verdankt seinen Erfolg eher der Zeitlosigkeit. Die Fabel vom Käse und den Mäusen, bereits 2000 aufgeschriebenen vom amerikanischen Ex-Chirurgen und Ratgeberautoren Spencer Johnson verfasst, vermag wohl vor allem mit ihrer Einfachheit zu begeistern. Auf knapp 100 Seiten lehrt die simple Botschaft den Leser, sich bei Veränderungen an neue Situationen anzupassen. Höchst lohnenswert scheint das Buch für seinen Autoren, denn nicht nur wurde es weltweit millionenfach verkauft, das Buch wird auch von lukrativen Merchandiseprodukten wie etwa Kaffeetassen begleitet.

Gekauft und kaum gelesen

Das pure Gegenteil des einfach gestrickten Büchleins aus den USA ist «Das Kapital im 21. Jahrhundert» des Franzosen Thomas Piketty. Zum zweiten Mal schafft es der 816-Seiten-dicke Wälzer über Kapital und Vermögensungleichheit auf die Bestenliste. Wie viele Leute die schwer verdauliche Lektüre tatsächlich zu Ende lesen, verraten die Verkaufszahlen nicht. Eine Analyse der Markierungen, die Leser der E-Book-Version gemacht haben, zeigt aber, dass sich erstaunlich viele davon auf den ersten Seiten konzentrieren, danach aber werden kaum mehr Stellen markiert. Möglicherweise also füllt das Buch bei manchen Lesern vor allem Platz im Bücherregal.

Die übrigen Bücher der Liste fallen zwischen die Mäuse-Strategie und Piketty’s Wälzer, indem sie ihren Lesern praktischen Nutzen bieten und gleichzeitig verständlich und unterhaltsam das Wissen ihrer Autoren weitergeben.

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