Mitte der 1990er-Jahre begann die Erfolgsgeschichte des Hybridmotors. Zuerst belächelte die Konkurrenz den von Toyota zur Serienreife entwickelten Antrieb, der aus einem Elektro- und einem Benzinmotor bestand. Das aber war ein Fehler, denn Toyota verstand es, seine Entwicklung zu einem schlagkräftigen Marketinginstrument zu machen. Das führte zu einem überzeugenden Ergebnis. Heute bietet Toyota eine breitgefächerte Modellpalette von Hybridfahrzeugen an, während sich die Mitbewerber – allen voran aus Deutschland – erst all­mählich aufraffen, diese Antriebstechnik schrittweise ein­zu­führen.

Mit dem Lexus GS 450h, einer klassischen Stufenhecklimousine, machen die Japaner jetzt einen weiteren Schritt, die Hybridtechnik auch im oberen Fahrzeugsegment stärker als bisher zu verankern. Dieser Luxus­wagen lässt sich mit den Ikonen der deutschen Oberklasse, den Mercedes aus der E- und der S-Klasse, dem Audi A8 oder den beiden BMW-6er- und -7er-Reihen, vergleichen.

Die Antriebseinheit des Lexus setzt sich aus einem 3,5-Liter-V6-Benzinmotor und einem wassergekühlten Elektro­aggre­gat zusammen. Obwohl die Systemleistung dieser Kombination stattliche 343 PS abgibt, beschränkt sich der Verbrauch laut Werkangaben auf lediglich 5,9 Liter für 100 Kilometer (EU-Zyklus). Allerdings handelt es sich hier um einen Laborwert, der im täglichen Fahrbetrieb kaum je ­erreicht wird. 8 bis 10 Liter sind realistischer. Aber auch diese Werte sprechen für sich, haben doch vor nicht allzu langer Zeit Motoren grosser und entsprechend schwerer Limousinen durchaus zwischen 12 und 18 Liter Treibstoff verbrannt.

Mit dem Verbrauch ist auch der CO₂-Ausstoss gesunken. Es sind noch 137 Gramm pro Kilometer geblieben, damit liegt der 1,8 Tonnen schwere Wagen sehr nahe an dem von der EU vorgeschrie­benen Wert von 130 Gramm pro Kilo­meter.

Für Toyota eignen sich Hybridmodelle der Lexusreihe in Zukunft als Instrument, im prestigeträchtigen Rennen um den technischen Vorsprung im Oberklassesegment zu punkten. Die Werbewirkung ist für den Hersteller praktisch unbezahlbar, weil die Luxusfahrzeuge eine starke Ausstrahlungskraft auf die gesamte Modellpalette einer Marke ausüben. Deshalb spielt es für Toyota nicht eine entscheidende Rolle, dass auf dem kleinen Schweizer Markt jährlich nur etwa 40 Lexus GS 450h verkauft werden.

Etwas anders sieht es auf dem US-Markt aus. Dort punktet der grüne Lexus nicht nur als Sympathieträger, sondern er kommt auf ein deutlich höheres Verkaufsvolumen als in Europa. Toyota erreicht in der Schweiz namhafte Stückzahlen mit dem Hybridantrieb – gegen 2000 Einheiten jährlich – mit dem Mittelklasse­modell Prius, von dem es jetzt neu eine Kombiversion gibt, sowie mit dem Lexus RX 350, einem Sport Utility Vehicle (SUV).

Wer hierzulande, trotz der andauernden Umweltdebatte, auf ein grosses und luxuriöses Fahrzeug nicht verzichten will und bereit ist, mindestens 83400 Franken zu bezahlen, für den könnte der GS 450h die erste Wahl sein. Für die mit dem Sport­paket ausgerüstete Variante stehen 99800 Franken auf dem Preisschild. Wer sich trotz einer bereits in der Basisversion reichhaltig vorhandenen Ausstattung noch ein paar zusätzliche Extras gönnt, beispielsweise ein radargestütztes Abstandswarn-System, einen Spurassistenten oder ein Headup-Display, der gibt einen sechsstelligen Betrag für seinen Lexus aus. Michael Rehsche

Lexus GS 450h ab 83400 Franken

Lexus Webseite

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