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Autoindustrie 
Tesla verspricht aber liefert nicht

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Model 3: Das neuste Modell von Hersteller Tesla.Quelle: Keystone

Mit dem Model 3 wollte Tesla den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Doch der Elektropionier bekommt die Produktionsprobleme nicht in den Griff.

Veröffentlicht am 04.01.2018

Enttäuschende Absatzzahlen und weitere Verzögerungen in der Produktion: Der US-Elektroautobauer Tesla stellt mit seinem Hoffnungsträger Model 3 die Geduld von Kunden und Anlegern auf die Probe. Von seinem ersten für den Massenmarkt gedachten Fahrzeug verkaufte das Unternehmen, bislang für teure Luxusmodelle bekannt, im Schlussquartal 1550 Stück - nicht einmal halb so viele wie von Analysten erwartet. Tesla verschob am Mittwoch zudem abermals seine Produktionsziele, weil das Unternehmen die Probleme in der Fertigung nicht in den Griff bekommt. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie des US-Konzerns um fast zwei Prozent.

Der Branchenpionier aus dem Silicon Valley, hinter dem der Milliardär Elon Musk steht, lehrte mit seinen Oberklasse-Elektroautos die ganze Branche das Fürchten. Nach der Sportlimousine Model S und dem Geländewagen Model X will Tesla mit dem Model 3 nun den Massenmarkt erobern. Dort tummeln sich inzwischen aber auch andere Pkw-Bauer wie BMW, VW oder Daimler, die sich von den Amerikanern nicht länger das Wasser abgraben lassen wollen. Die ganze Branche trumpft regelmässig mit Ankündigungen neuer E-Modelle auf. Mit zunehmendem Angebot dürften auch günstigere Fahrzeuge auf den Markt kommen. Teslas Hoffnungsträger Model 3 etwa kostet nur halb so viel wie das Flaggschiff Model S.

Tesla verliert wichtige Zeit

Im härter werdenden Wettbewerb verloren die Amerikaner, die ohnehin Verluste schreiben, zuletzt wichtige Zeit. Im Sommer hatte Tesla von rund 500'000 Reservierungen für das neue Modell berichtet. Im dritten Quartal 2017 liefen statt der angepeilten 1500 Exemplare vom Model 3 nur 260 von den Bändern. Als Achillesferse stellte sich die Produktion der Batterie-Module heraus, für die Tesla in der Wüste von Nevada eigens eine grosse Fabrik hochgezogen hat. Dort müssen die Fertigungsabläufe den Angaben zufolge teilweise überarbeitet werden. Bereits im Dezember wollte der Hersteller eigentlich 5000 Fahrzeuge pro Woche fertigen, verschob dies aber kurz vorher auf das erste Quartal. Am Mittwoch rückte Tesla das Ziel noch weiter nach hinten: auf Ende des zweiten Quartals.

George Galliers vom Analysehaus Evercore ISI sagte, dies lenke die Aufmerksamkeit von Analysten und Investoren stärker auf die flüssigen Mittel des Konzerns. Tesla hatte im dritten Quartal einen Fehlbetrag von 619 Millionen Dollar verbucht. Musk sagte bei der Präsentation der Zahlen, das Unternehmen verfüge über ausreichend Kapital, um die Verzögerungen beim Model 3 zu überbrücken. Ende September verfügte Tesla über Barmittel von 3,5 Milliarden Dollar.

(reuters/ccr)

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