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Robotics: «Die Möglichkeiten sind grenzenlos»

Virtuell: Intelligente Maschinen sind auf dem Vormarsch. Quelle: Pixabay

In der Finanzindustrie sind Robotics derzeit mehr als angesagt. Ein Experte erklärt, warum das Interesse phänomenal gross ist und warum Traktorhersteller John Deere ein schlafender Robotik-Gigant ist.

Von Erich Gerbl
2017-11-13

Die Finanzindustrie sucht ständig nach neuen Trends. Angesagt sind 
derzeit Robotics. Ist das nur Marketing oder ein Trend mit Potenzial?
Das ­Investoreninteresse ist phänomenal, und das zu Recht. Heute ist der Markt 
für Robotics 64 Milliarden Dollar gross, 2025 werden es 1200 Milliarden sein.

Wie kommt es zu dem riesigen Sprung?
Wesentliche Treiber sind die sinkenden Preise und bessere Technologien für automatisierte Güter in allen ­Bereichen. 
Für einen selbstfahrenden Staubsauger zahlt man statt 1000 nur noch 300 Dollar. Auch der autonome Rasenmäher wird zur Selbstverständlichkeit. Es sind 
nützliche Helfer, die alltäglich werden.

Gut, das sind Spielereien. Aber das grosse Geld ist doch dort nicht zu ­machen.
Es existieren viele andere Anwendungen in Bereichen wie Industrie 4.0, Smart Home, Medizinalroboter, autonome Fahrzeuge usw. Diese intelligenten Maschinen können fühlen, sehen, verarbeiten und handeln. Sie lernen voneinander und unterstützen Menschen in deren Arbeit. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Konsumprodukte repräsentieren nur einen von unseren zwölf Sektoren.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Der Traktorhersteller John Deere hat mit Blue River Technology eine weg­weisende Akquisition gemacht. Für Bauern, die endlos ­gerade Bahnen fahren müssen, ist autonomes Fahren wie ­gemacht. Doch das ist erst der Anfang. Traktoren werden in Zukunft mit optischen Sensoren und künstlicher Intel­ligenz ausgestattet. Jede einzelne Pflanze wird entsprechend ihrem Zustand versorgt. Die Landwirtschaft kann dann bis auf die Ebene der einzelnen Pflanze gemanagt werden. Deere ist ein schlafender Robotik-Gigant.

Die Schweiz ist in Ihrem Index mit ABB, Kardex, Tecan und U-blox vertreten. Der Zweiarmroboter YuMi von ABB hat bei Ihrem Start an der Nasdaq die Glocke geläutet. Hat ABB in einem Robotics-Index überhaupt etwas verloren?
Auf jeden Fall. Zwar ist Robotik so wie bei Siemens auch bei ABB nur eines von vielen Geschäftsfeldern. Jedoch hat ABB das Potenzial früh erkannt. Das Know-how ist gross, und wir glauben, dass die Bedeutung der Robotik steigen wird. Es ist ein schnell wachsendes Geschäft mit hohen Margen.

*Richard Lightbound ist CEO von Robo Global EMEA. 
Er schuf 2013 den ersten Robo­tik-, Automations- und 
AI-­Index. Ein ETF von ETF Securities 
(ISIN: IE00BMW3QX54) bildet den Index nach.

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