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Monet-Bild im Koffer von Gurlitt entdeckt

In einem Koffer des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt wurde ein Monet-Bild entdeckt.Keystone

In einem Koffer ist ein weiteres Bild des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt aufgefunden worden - ein Landschaftsbild von Claude Monet.

Veröffentlicht 05.09.2014

In einem Koffer des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ist ein Landschaftsbild des Impressionisten Claude Monet zum Vorschein gekommen. Gurlitt hatte offenbar den Koffer mitsamt Bild vor seinem Tod mit ins Spital genommen. Nach Gurlitts Ableben bewahrte die Klinik den Koffer auf und übergab ihn Anfang September Gurlitts Nachlassverwalter, wie die Taskforce «Schwabinger Kunstfund» am Freitag mitteilte.

Nach einer ersten Sichtung des Monet-Werkverzeichnisses könnte das Werk um 1864 entstanden sein, wie aus der Mitteilung der Taskforce hervorgeht. Die Arbeit auf Papier zeigt eine Landschaft in lichtem Blau. Nach Angaben der Taskforce weist es vom Motiv her grosse Ähnlichkeit mit dem Bildnis «Vue de Sainte-Adresse» auf. Die zuständige Stelle in Deutschland prüft nun, ob es sich beim gefundenen Monet-Bild um Raubkunst handelt. Das Bild befindet sich inzwischen im Depot, wo auch die anderen Bilder der Gurlitt-Sammlung aufbewahrt werden.

Verschollenes und Unbekanntes

Cornelius Gurlitt war der Sohn von Hildebrand Gurlitt, der als einer von vier Kunsthändlern Adolf Hitlers für das NS-Regime mit Kunst handelte. Seit dem Tod des Vaters hütete Sohn Cornelius die umfangreiche Kunstsammlung des Vaters ebenso eifersüchtig wie verschwiegen. Durch puren Zufall kamen die Steuerbehörden dem als ausgesprochen scheu, ja sogar etwas kauzig geltenden, betagten Kunsthändlerssohn auf die Spur. In dessen bescheidener Wohnung in Schwabing bei München stiessen sie auf eine millionenschwere Kunstsammlung.

Die Presse feierte den Fund als Jahrhundert-Sensation. Verschiedene Werke galten seit 1945 als verschollen, andere waren gänzlich unbekannt. Von den weit über tausend Werken stehen allerdings viele unter Raubkunstverdacht.

Kurz vor seinem Tod hatte der herzkranke Gurlitt im April 2014 einer Untersuchung seiner Sammlung und der Klärung des Raubkunstverdachts zugestimmt. Die Behörden wollten Gurlitt daraufhin die beschlagnahmten Bilder wieder aushändigen. Diesen Tag erlebte der 81-jährige Kunsthändlerssohn aber nicht mehr. Er starb am 6. Mai.

Kunstmuseum Bern hat noch nicht entschieden

Seine prestigeträchtige, aber auch umstrittene Sammlung vermachte Gurlitt überraschend dem Kunstmuseum Bern. Dieses hat noch bis Ende Jahr Zeit zu entscheiden, ob es die Erbschaft antreten oder ausschlagen will. Keine einfache Frage, denn eines ist sicher: Wer auch immer die Sammlung übernimmt sieht sich mit aufwändigen Rechtshändeln und schwierigen ethischen Fragen konfrontiert.

Momentan arbeiten die Museumsverantwortlichen in Bern mit Hochdruck daran, sich einen Überblick über die Sammlung zu verschaffen.

(sda/ccr)

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