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Gegenwartskunst 
Bilanz-Rating 2015: Die besten Künstler der Schweiz

Der Kunstmarkt boomt wie nie zuvor. Eine junge Generation von Schweizer Künstlern mischt erfolgreich auf dem ­internationalen Parkett mit: das 22. BILANZ-Künstler-Rating.

Von Brigitte Ulmer
2015-06-09

Die Ergebnisse der letzten Kunstauktionen in New York sind im Grunde genommen surreal. Mindestens so aus­ser Rand und Band wie die 179,4 Millionen für Picassos «Les Femmes d’Algers» sind die 25,9 Millionen Dollar, die ein Gemälde des Schotten Peter Doig einspielte. Es handelt sich dabei wohlgemerkt um einen Maler, der seine Galerien noch laufend mit Werken bestückt.

Anscheinend braucht es neuerdings nur noch 25 Jahre, um von Ausstellungen in englischen Pubs in die Stratosphäre des globalen Kunstmarkts katapultiert zu werden. Branchenkenner sind sich einig, dass solche Auktionsergebnisse im Wesentlichen zwei Dinge widerspiegeln: den ­Anstieg der Anzahl an High Net Worth Individuals und deren Entschlossenheit, in Sachwerte wie Immobilien und Kunst zu investieren.

Kapital und Geist - eine enge Liaison

Der Boom der Gegenwartskunst ist messbare Realität. In Asien werden mit Kunst Volkswirtschaften modernisiert und Standorte gefördert. Die Ankunft einer Kunstmesse und neue, prestigeträchtige Museumsbauten wie in Miami Beach und Hongkong lassen Immobilien­entwickler frohlocken. Zeitgenössische, von der Kunstgeschichte noch nicht abgesicherte Kunst ist laut einer Studie der Kunstmesse The European Fine Art Fair das am schnellsten wachsende Sammelgebiet. Allein der Marktanteil für aktuellste Kunst stieg 2014 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Liaison von Kapital und Geist ist so eng wie zu den Zeiten der Medici, und die Motive sind ungefähr dieselben: Neben Kunstliebe, Sinnstiftung und Wissensdurst gehören auch Repräsentationszwecke dazu. Die novitätensüchtige Luxus- und Kreativbranche spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle: Wann immer sich die Modeschöpfer, Designer und Architekten inspirieren lassen, wenden sie sich an Künstler. Sie gelten als Experten in Sachen ständige Innovation.

Das 22. BILANZ-Künstler-Rating nimmt die Temperatur nicht beim Markt­erfolg, sondern bei kritischen Kunstfachleuten. Die 44-köpfige Jury selektionierte wieder die besten, zurzeit spannendsten Schweizer Künstler. Ihr Verdikt spiegelt Kontinuität, aber auch faszinierende neue Trends wie etwa die Hinwendung zu analogen Medien, zur Hardware und zu industriellen Prozessen.

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