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Wir müssen digitale Verantwortung übernehmen

Wir müssen digitale Verantwortung übernehmen
Smartphone: Wer sich vernetzt, muss sich besser schützen. Pixabay

Die jüngste Sicherheitslücke in der WLAN-Verschlüsselung zeigt: Die Verheissungen der Digitalisierung nehmen uns in die Pflicht, unser Handeln ständig zu hinterfragen. Das ist nicht schwer.

Kommentar  
Von Thomas Heuzeroth
2017-10-17

Digitalisierung ohne Sorgen geht nicht. Das zeigt die jüngste Sicherheitslücke in der WLAN-Verschlüsselung, die jeder von uns nutzt. Sie zeigt erneut, dass es keine absolute Sicherheit im Umgang mit dem Internet gibt. Und sie zeigt, dass es Zeit ist, digitale Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich kann und sollte man nach der Produkthaftung der Hard- und Softwarehersteller fragen. Doch am Ende ist auch das keine Garantie. Es wird auch in Zukunft immer wieder Fehler geben, die sich in unsere Geräte und Dienste einschleichen. Je mehr wir vernetzen, desto häufiger stehen wir vor diesem Dilemma.

Sich selber helfen

Deswegen sollte sich jeder Nutzer – so weit es geht – selber helfen. Die Verheissungen der Digitalisierung nehmen uns in die Pflicht, unser Handeln ständig zu hinterfragen und zu korrigieren. Die Regeln sind gar nicht so schwer.

Geräte und Software sollten immer aktuell gehalten werden, dazu zählt auch das regelmäßige Überprüfen, ob ein Update zur Verfügung steht. Wer sich ein vernetztes Zuhause einkauft (dazu zählen auch Internetrouter) und sich anschliessend nicht mehr darum kümmert, handelt fahrlässig.

Futter für Hacker

Im Grunde geht es vor allem darum, sich mit etwas Vorsicht zu bewegen. Sind die Daten verschlüsselt, die wir auf Webseiten übertragen? Man erkennt das an den Buchstaben «https» vor der Webadresse. Müssen wirklich die Kreditkartendaten bei jedem Anbieter im Internet hinterlegt werden?

Das macht das künftige Einkaufen zwar bequemer, liefert aber zugleich auch Futter für Hacker, die in solche Systeme einbrechen. Was veröffentliche ich für wen auf Facebook? Wer sich nicht die Privateinstellungen des sozialen Netzwerks vornimmt, hat hinterher auch nicht das Recht, auf den Konzern zu schimpfen.
 
All dies gehört zur individuellen digitalen Souveränität, die man allerdings nicht geschenkt bekommt, sondern sich erarbeiten muss. Wer das zu anstrengend findet, kann ja wieder abends in die Videothek gehen, um Filme zu leihen; oder zur Post laufen, um Briefe zu verschicken; oder sich am Bahnschalter anstellen, um eine Fahrkarte zu kaufen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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