Mehr, mehr, mehr. Da sind sich alle einig. Die Smartphone-Hersteller bringen ihre neuen Geräte in so kurzen Abständen auf den Markt, dass auf den ersten Blick keine Zeit für grosse Innovationen bleibt. Deswegen drehen sie meist an der Mehr-Schraube. Mehr Kamera-Pixel, mehr Display-Schärfe. Für das neue Galaxy S7 von Samsung stimmt das aber nicht. Trotzdem kann es mehr als sein Vorgänger.

Mit weniger Pixeln besser fotografieren

Was ist das? Zwölf Megapixel hat die Kamera des S7 auf der Rückseite. Vorne sind es fünf Megapixel. Bei der Rückkamera tritt Samsung also gegenüber den 16 Megapixeln im Vorgängermodell eine Art Rückzug an. Und doch behauptet der Konzern, dass die neue Kamera bessere Bilder macht, auch dann, wenn das Licht schwach ist.

Der Grund: Die Kamera verfügt über sogenannte Dual-Pixel, die nach Angaben von Samsung 30 Prozent grösser sind als die im iPhone 6 Plus. Die maximale Blende beträgt nun F1.7. Das lässt mehr Licht durch, was wichtig ist. Denn bei Sonnenlicht machen alle Smartphones gute Fotos. Wenn es aber dämmert, trennt sich die Spreu vom Weizen. Auch soll die Kamera aufgrund der Dual-Pixel deutlich schneller scharf stellen.

Speicher nach Bedarf erweitern

Auch beim Speicher gibt es nicht mehr. In Deutschland wird das S7 und das S7 Edge 32 Gigabyte haben. Umso lobenswerter ist es, dass Samsung den Speicherkarten-Einschub an der Oberseite wieder zurückgebracht hat.

Mit einer Micro-SD-Karte kann folglich der Speicher des Smartphones um weitere 200 Gigabyte erweitert werden. Das ist die günstigere Variante und dürfte viel Applaus bekommen. Denn gerade beim Filmen in der hohen 4K-Auflösung verlangen die Dateien nach viel Speicherplatz.

Am Display wurde nicht geschärft

Bei der Display-Grösse scheint sich Samsung eingependelt zu haben, und zwar bei 5,1 Zoll für das Galaxy S7, was eine Diagonale von 12,95 Zentimeter verspricht. Das passt noch gerade so in die Tasche. Es löst mit 2560 mal 1440 Pixel, so passen auf einen Zoll 576 Bildpunkte.

Das S7 Edge hat mit 5,5 Zoll ein grösseres Display, das mit 534 Bildpunkte pro Zoll auflöst. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das sehr scharf. Das iPhone 6S kommt auf gerade einmal 326 Bildpunkte pro Zoll.

Allerdings hat Samsung im Vergleich zum «alten» Galaxy S6 die Schärfe nicht erhöht. Auch wenn eine Steigerung mit dem blossen Auge nicht mehr zu erkennen ist. In der Virtual-Reality-Brille, bei der Betrachter durch zwei Lupen auf das Display sehen, spielt sie aber doch eine Rolle.

Tiefer tauchen wird möglich

Endlich wieder baden gehen. Als Samsung im vergangenen Jahr das Galaxy S6 vorgestellt hatte, war die Enttäuschung gross: Das Gerät war nicht mehr wasserdicht. Dabei durfte man schon das Galaxy S5 mit ins Wasser nehmen, natürlich nur ins Süsswasser. Die Schutzklasse hiess damals IP67 und erlaubt einen Tauchgang von bis zu einem Meter für eine Dauer von 30 Minuten. Sogar die Outdoor-Variante des S4 konnte das.

Nun ist der Spass wieder zurück. Das Galaxy S7 ist dicht, diesmal mit dem Standard IP68, was noch etwas tiefere Tauchgänge erlaubt.

Das Design bleibt erhalten

Hier hat sich wohl am wenigsten geändert. Das Galaxy S7 gibt es wieder in zwei Versionen: ein Bildschirm ist gerade, der andere an den Seiten gewölbt. Denn auch das neue Gerät gibt es als Edge-Variante. «Wir haben mit dem S6 einen Design-Erfolg gelandet», sagt ein Samsung-Manager. Warum also alles gleich wieder verändern?

So denkt übrigens auch Apple. Das iPhone sieht nur alle zwei Jahre deutlich verändert aus. Smartphone-Design, so scheint es, hat eine Mindesthaltbarkeit von zwei Jahren.

Schneller und länger: Prozessor und Akku leisten mehr

Natürlich werden Smartphones immer schneller. So auch im Galaxy S7. Der Prozessor schlägt seinen Vorgänger aus dem vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent, die Grafik soll sogar 63 Prozent leistungsfähiger sein.

Der von Nutzern am häufigsten geäusserte Wunsch ist mehr Batterieleistung. Samsung hat seine Akkus leistungsfähiger gemacht. Das S7 verfügt nun über 3000 Milliamperestunden (mAh), vorher waren es 2550. Das Galaxy S7 Edge hat sogar 3600 Milliamperestunden. Im Galaxy S6 Edge waren es noch 2600 Milliamperestunden.

Im Test muss sich zeigen, wie lange die Akkus wirklich durchhalten. Samsung behauptet, dass Nutzer mit einer Akkuladung eine komplette Staffel von Games of Thrones sehen können. Aber wer will das auf dem Display.

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