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Warum im US-Wahlkampf die Vernunft siegen wird

Donald Trump: Wahlschlachten haben in den USA lange Tradition. Keystone

Mit Trump und Clinton prallen zwei gegensätzliche Bewerber aufeinander, die sich einen hitzigen US-Wahlkampf liefern. Doch wenn auch überpointierte Äusserungen fallen, am Ende siegt doch die Vernunft.

Kommentar  
Von Werner-Josef Gartner
26.05.2016

Der Republikaner Donald Trump liegt derzeit bei den Amerikanern in den Vorwahlen vor den demokratischen Rivalen Hillary Clinton und Bernie Sanders und wird vermutlich im Januar 2017 ins Weisse Haus in Washington einziehen.

Die Wahlschlachten in den USA haben eine lange Tradition und gehören zum demokratischen Verständnis der Bevölkerung. Sie wünschen sich einen Präsidenten, der sich in einer aufreibenden Wahlkampagne für das hohe Amt als bester Kandidat qualifiziert. Die beiden Aspiranten aus den poltischen Lagern müssen jeweils die absoluten Stimmen in den Vorwahlen erhalten, sonst wären die Delegierten der Parteien frei in der Entscheidung.

Derzeit versucht das poltische Establishment hinter den Kulissen die Wahl von Trump zu verhindern, da im eigenen Lager eine Uneinigkeit über ihren Anwärter besteht. Die anderen Kandidaten aus den beiden politischen Lagern hatten in dem Rennen nie eine Chance, die letztlich entscheidenden Stimmen für die absolute Mehrheit zu erhalten.

Amerikanische Wähler sind gespalten

Die amerikanische Wählerschaft ist gespalten, denn noch nie sind in den Vorwahlen solche extremen Bewerber aufeinandergeprallt. Dieses Phänomen liegt daran, dass in der Bevölkerung eine grosse Unzufriedenheit herrscht - der perfekte Nährboden für eigenwillige Kandidaten. Die Wutbürger sind mehr als aufgebracht über die abgehobene Politik aus Washington und die Arroganz der New Yorker Bankenwelt. Dazu kommt, wie auch in Europa, die Angst vor einer Überbevölkerung von Einwanderern, steigender Kriminalität, sowie der Verlust des eigenen Arbeitsplatzes.

Bisher konnte man aus beiden Lagern wenig über Europa und deren aktuellen Zustand hören. In der amerikanischen Bevölkerung spielt der europäische Kontinent nicht eine bedeutende Rolle, denn zuerst kommt USA und dann der Rest der Welt. In Europa und ganz speziell in Deutschland wird immer wieder in den Wahlkämpfen das transatlantische Bündnis hervorgehoben. Diese über 70-jährige Freundschaft hat in all den Jahren Frieden, Freiheit sowie Wohlstand garantiert. Ein Wechsel an der Spitze in den USA und in den anderen westlichen Ländern hat noch nie zu einem radikalen Wechsel in der politischen Auffassung und Auslegung geführt.

Hitziger Endwahlkampf

Gewiss gibt es oft Meinungsverschiedenheiten zwischen Präsidenten, Premiers sowie Kanzlern. Doch schlussendlich konnte man sich stets über die wesentlichen Auffassungen einigen und Kompromisse schliessen. Sicher wird jedes neu gewählte Staatsoberhaupt seinen eigenen Politstil entwickeln und neue Akzente in der aussenpolitischen Wirkung setzen. Die Europäer mussten dies schmerzlich hinnehmen, denn der derzeitige US-Präsident hat in seiner Amtszeit vor allem den asiatischen Staaten mehr Augenmerk geschenkt, als der alten Welt.

Über all die Jahre sind die früheren Feindschaften zum Wohl der Menschen begraben worden. Die politische Einsicht ist daher den parteipolitischen Interessen vorrangig. Der politischen Elite ist das durchaus bewusst. Wenn auch im hitzigen Endwahlkampf noch mehr überpointierte Äusserungen gegenüber Minderheiten und andere Staaten fallen, wird am Ende doch die Vernunft siegen und die präsidentielle Rhetorik Einzug in das Weisse Haus halten. Das Staatsoberhaupt in den USA wird bekanntlich von einem ausgezeichneten, bewährten Beraterteam unterstützt, auf das es sich in seiner poltischen Auffassung verlassen kann. Bisher ist auch in einigen europäischen Ländern manch aggressive politische Meinung einer pragmatischen Politik gewichen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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