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Mobilität 
VW und sein aufgemotztes Allradmonster Touareg

VW hat sein Allradmonster Touareg aufgerüstet
Als Achtzylinder hat der Touareg besonders viel Kraft.  Keystone

Der Touareg ist das mächtige SUV von Volkswagen und im Rückspiegel Furcht einflössend - erst recht als V8-TDI-Version. Doch lässt man den Motor an, gibt es zunächst eine Überraschung

Kommentar  
Von Robert Dunker
2015-06-18

Auf dem deutschen Neuwagenmarkt verzeichnen SUV-Fahrzeuge bei den Zulassungszahlen seit Jahren einen Rekord nach dem anderen, und der Beliebtheitsgrad ist bei den Kunden ungebrochen hoch. Der VW Touareg ist zum Beispiel so ein erfolgreicher Kandidat im Offroad-Premiumsegment, von dem die Wolfsburger in Deutschland im Vorjahr über 9000 Exemplare verkaufen konnten.

Weltweit waren es 800'000 seit Produktionsstart. Geboren aus der Kooperation mit Porsche (Cayenne), entwickelte sich der Touareg zum Bestseller für Schlamm, Schnee und die Show. Jetzt wurde er bei nahezu unveränderten Aussenmassen intensiv mit Assistenzsystemen aufgerüstet und mit sparsameren Motoren sowie komfortablerem Fahrwerk und feinerem Interieur aufgefrischt.

Der Touareg hat ein Abonnement auf die linke Autobahnspur, schon allein wegen seiner imposanten Erscheinung. Auch von stärkeren Sturmböen lässt es sich wegen seines tiefen Schwerpunkts kaum erschüttern.

Kein Traktionsproblem, nirgends

Trotz der erhöhten Sitzposition ist vom Fahrersitz aus die Fahrzeuglänge weder nach vorn noch nach hinten gut abzuschätzen. Das ist ungewohnt, aber dank Rückfahrkamera und Parkpiepser auch kein allzugrosses Problem mehr.

Die druckvolle Präsenz des Antriebs ist beeindruckend. Gestartet wird der VW Touareg V8 TDI per Knopfdruck, wobei zur Begrüssung die leuchtend roten Zeiger vom Drehzahlmesser und Tachometer einmal bis zum Anschlag drehen. Läuft der Motor schon, oder säuselt da nur die Klimaanlage? Man hätte eher ein Panzerdröhnen erwartet.

Die Arbeit beginnt der Achtzylinder-Diesel akustisch also sehr dezent – kein Bollern oder Röhren dringt aus den Auspuffenden. Der 340 PS turboaufgeladene Motor hat keine Probleme mit dem 2,3 Tonnen schweren Gefährt, bei 800 Newtonmeter Drehmoment ist das allerdings auch wenig verwunderlich. So etwas wie eine Anfahrverzögerung ist hier nicht mehr spürbar.

Mit seinen 800 Newtonmetern, die zwischen 1750 und 2750 Umdrehungen pro Minute anlegen, beschleunigt er wie ein Sportwagen in 5,8 Sekunden auf Tempo 100 und bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h. Beeindruckend ist auch das perfekte Zusammenspiel des Motors, Fahrwerks und der Acht-Gang-Tiptronic. Der permanente Allradantrieb hat keinerlei Traktionsprobleme – weder auf der Strasse noch im Gelände. Per Regler bockt sich der Wagen auf – und fährt sachte wieder herunter, wenn es das Geläuf erfordert.

Genügsam im Verbrauch

VW hat mit dem Facelift die Ausstattungspakete für Luxus, Komfort und Fahrerassistenz neu geschnürt. Der Segelmodus in der Antriebseinheit beim Gaswegnehmen funktioniert nur in den V6-TDI-Motoren. Neben aerodynamischen Verbesserungen wie etwa neuen Aussenspiegelkappen und einer Optimierung der Achtgangautomatik wurde auch der Einsatzbereich des Start-Stopp-Systems erweitert.

Das Sitz- und Raumgefühl könnte kaum besser sein, auf dem mattweissen Leder sitzt es sich prima, die Wohlfühlatmosphäre wird von einer ausgeklügelten Klimaautomatik ergänzt. Der intelligente Touchscreen ist intuitiv zu bedienen und schneller als bei der Konkurrenz. Der Durst des V8-Triebwerks ist auf 100 Stadtkilometer mit elf Litern als relativ genügsam zu bezeichnen.

Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht: 76'050 Euro kostet der V8-TDI, das ist eine happige Differenz von etwas über 20'000 Euro zum Basis-V6. Dafür bietet er unter anderem Bi-Xenon-Scheinwerfer, Kurvenfahrlicht und LED-Tagfahrlicht, Berganfahr- und Bergabfahrassistent, Diebstahlwarnanlage mit Innenraumüberwachung und Müdigkeitserkennung serienmässig.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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