Der schwächelnde chinesische Yuan sorgte in der ersten Handelswoche des Jahres auf den globalen Märkten ordentlich für Unruhe. Insgesamt verzeichneten die globalen Aktienmärkte ihren schlechtesten Viertagesstart seit 1988. Die Unsicherheit, ob die beschleunigte Abwertung des Yuan Ausdruck einer unerwartet starken Abschwächung in China ist, drückte den Bloomberg Rohstoffindex auf seinen tiefsten Stand seit 1999. Auch die stärker als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten konnten keine Erholung anstossen. Insofern könnte sich die Lage kurzfristig eher noch verschlechtern.

Gold hingegen befindet sich seit Jahresbeginn im Aufwind. Gründe dafür sind niedrige Anleiherenditen aufgrund der Spannungen im Nahen Osten, die Chinakrise und nicht zuletzt die Funktion des Goldes als «sicherer Hafen». Aus technischer Sicht befindet sich das gelbe Metall seit November 2015 in einem Seitwärtstrend. Der Ausbruch über 1.102 Dollar pro Feinunze hat jedoch die Tür für weitere Aufwärtsbewegungen aufgestossen. Eine zentrale Unterstützung für Gold läge bei 1.088 Dollar pro Feinunze. Sollte Gold unter diese Schlüsselmarke fallen, könnte sich die Stimmung allerdings wieder ins Negative drehen.

Geopolitische Lage setzt Ölpreis weiter zu

Der grösste Wochenverlierer war der Energiesektor, trotz der kalten Witterung in den USA, die zumindest die Erdgaskurse etwas ansteigen liess. Die Ölpreise sind nach einem kurzen Preisschub auf den niedrigsten Stand seit 2004 gefallen. Grund hierfür sind unter anderem geopolitische Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien, welche die Händler überrascht haben. Der davon ausgehende Preisschub hielt weniger als 24 Stunden. Was folgte, war ein empfindlicher Ausverkauf. Die anhaltende globale Überproduktion übt zusätzlich Druck auf den Sektor aus. Es ist davon auszugehen, dass dies im aktuellen Quartal noch zunehmen wird. Erst gegen Ende des Jahres ist mit einer Besserung zu rechnen.

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