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Stadtleben 
Tofuburger? Veraltet!

Tofuburger? Veraltet!
Mehlwürmer in der Küche: Bald Alltag?  Keystone

Das neue Lebensmittelrecht wird auch Insekten als Nahrungsmittel erlauben. Das wird viele Änderungen in Gastronomie und Verkauf nach sich ziehen.

Kommentar  
Von Silvia Finke
2015-07-22

Sommerzeit ist Reisezeit und oft heisst es – je exotischer, desto besser. Das gilt für das Reiseziel genauso wie für die kulinarischen Genüsse. Findet man in den Ferien wirklich ein neues Leibgericht, ist es in der Regel ein Leichtes, in Zürich das passende Lokal zu finden, in dem man der neuen Leidenschaft frönen und das Urlaubsfeeling wieder heraufbeschwören kann.

Demnächst werden einige neue, wahrscheinlich sehr spezielle, Restaurants dazukommen. Das neue Lebensmittelrecht agiert mit völlig anderem Blickwinkel als bisher (ist heute alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist, wird im nächsten alles erlaubt, was sicher ist) und erlaubt ab dem nächsten Jahr auch den Verkauf und damit Verzehr einiger Insekten. Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken geistern zwar schon seit einiger Zeit durch die Kulinarik, bisher aber eher im theoretischen Teil. Der «Heuschreckenburger mexikanische Art» ist hierzulande noch genauso abstrakt wie die «karamellisierten Mehlwürmer in Ahornsirup-Mousse».

Spezialgebiet «krabbeln und hüpfen»

Welches High Class Restaurant springt als erstes auf die neuen Möglichkeiten, wer begnügt sich mit einer verschämten Grille als Deko auf der Vorspeise? Braucht es neue Köche und Küchenhilfen – Spezialgebiet «krabbeln und hüpfen»? Und wo und vor allem von wem werden diese ausgebildet? Wann kommen die neuen Gerichte in den «normalen» Restaurants an? All diese Fragen werden im nächsten Jahr beantwortet.

Und wie wird es sein, wenn in den grossen Discountern zum ersten Mal «Grillen mariniert mit toskanischen Kräutern» im Sonderangebot sind und dies über die Lautsprecher angesagt wird? Eine ist zwar kein Bünzel, muss aber zugeben, dass diese Gedanken doch noch etwas befremdlich sind. Das mit der neuen Lieblingsspeise wird wohl auch noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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