1. Home
  2. Kontributoren
  3. Tief, tiefer, Rekordtief: Öl und Gas fallen weiter

Börse 
Tief, tiefer, Rekordtief: Öl und Gas fallen weiter

Schiefergas: In den USA hält der Boom an, obwohl der Sektor momentan leidet. Jeremy Buckingham/CC/flickr

Während sich die Preise für Industriemetalle stabilisierten, stürzten die Preise für fossile Energieträger in die Tiefe. Das Gespann von Dollar und Gold wird wohl vom Fed-Entscheid beeinflusst werden.

Kommentar  
Von Ole Sloth Hansen
18.12.2015

Der Bloomberg Rohstoffindex fiel in der vergangenen Woche auf ein neues 16-Jahres-Tief. Klarer Wochenverlierer war der Energiesektor mit Erdgas an erster Stelle. Der Preisrückgang in der Woche bei amerikanischem Erdgas betrug rund 10 Prozent. So billig waren Erdgas-Futures um diese Jahreszeit seit 17 Jahren nicht mehr.

Wie in Europa hat der Winter in den USA aussergewöhnlich mild begonnen, was die Gasnachfrage schmälert. Zudem ist die US-Produktion wegen des anhaltenden Schiefergas-Booms auf bestem Weg, das fünfte Jahr in Folge einen neuen Rekord zu brechen.

Zinswende vor der Tür

Das seit Jahresbeginn anhaltende Warten auf eine US-Zinswende neigt sich indes dem Ende zu. Die Märkte sind zum Grossteil davon überzeugt, dass die Fed am 16. Dezember die erste Leitzinserhöhung seit neun Jahren verkünden wird.

Wie Gold im Anschluss an eine Zinswende reagiert, ist zum grossen Teil von der Entwicklung des Dollars abhängig. Das Frühjahr 2016 wird herausfordernd sein, vor allem wenn der Dollar erwartungsgemäss weiter zulegt. Zudem steigt im Energiesektor die Gefahr zunehmender Firmenpleiten. Abhängig vom Ausmass der Probleme auf dem Kreditmarkt könnten sich jedoch sowohl Dollar als auch Gold entgegen ihrer erwarteten Kurvenverläufe entwickeln.

Prognosen beim Öl nach unten anpassen

Während sich auf Seiten der Industriemetalle weitere Produktionskürzungen leicht positiv auf den Preis auswirkten, führte eine gestiegene Produktion beim Rohöl hingegen zu neuen Rekordtiefständen. Die Ölsorte Brent sackte unter die Marke von 40 Dollar pro Barrel und fiel damit auf ein neues Sieben-Jahres-Tief. Das Fehlen einer klaren Strategie der Opec, wie in den kommenden Quartalen mit den Produktionszuwächsen aus dem Iran umgegangen werden soll, belastet den Ölpreis.

Erschwerend hinzu kam jüngst die Nachricht, dass die Novemberproduktion des Kartells auf ein Drei-Jahres-Hoch gestiegen ist. Demzufolge werden die Prognosen für 2016 wahrscheinlich noch weiter reduziert werden müssen. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass Brent vor 2017 wieder bei über 60 Dollar pro Barrel gehandelt werden wird. 

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Anzeige