Es ist einfach nicht zu fassen. Es geht schon wieder los. Bevor Weihnachten überhaupt richtig angefangen hat, ist es schon wieder zu Ende.

Die Vorfreude ist vorbei. Denn überall, wo wir hinsehen, gibt es schlaue Diättipps, wie man die Pfunde wieder verliert, die man sich Weihnachten auf die Hüften gepackt hat. Und ich bin mir sehr sehr sicher: Genau das löst bei vielen ein schlechtes Gewissen aus.

Jeder Lebkuchen, jedes Stückchen Gans, jeder Glühwein sorgt quasi dafür, dass man in den drei Tagen allein im Kopf zehn Kilogramm zunimmt. Und dann diese Schweissausbrüche, wenn man sich auch nur einen Dominostein heimlich auf die Zunge legt. Und nicht kaut. Sondern nur leise lutscht. Damit es auch ja keiner merkt. Und dieser Moment nach dem Fest. Dieser erste Moment auf der Waage.

Und man will erst gar nicht auf die Anzeige schauen. Der Blick geht lange stur auf die Fliesen, dann sachte Richtung Spiegel. Und man hofft, die Digitalanzeige ist erloschen, wenn man endlich auf das Display schaut. Und genau dieses Display ist so erbarmungslos, weil es doch das anzeigt, wovor uns alle Ratgeber gewarnt haben: mehr Kilos. Einfach viel mehr Kilos als vor Weihnachten.

Wenn Weihnachtsopfer ins Studio gehen

Und dann beginnt dieser eiserne Kampf. Es ist der Start der schlimmsten Wochen des Jahres. Tage und Wochen des Verzichts. Die Diätenfalle schnappt zu. Sie trifft jeden. Und sie schnappt für viele jedes Jahr zu. Keine Kohlehydrate, kein Alkohol, keine Süssigkeiten. Es werden Punkte gezählt, alles über 25 ist böse. Man versucht es mit veganer Ernährung oder wenigstens ohne Fleisch. Das böse Weissmehl ist sowieso böse und verboten. Brot ist böse, Pizza ist böse, Fritten sind böse, Burger sind böse. Es ist einfach alles böse.

Man möchte nur noch Eiswürfel lutschen. Und Berge von Spinat und Salat essen. Und nichts anderes mehr. Und wenn nichts mehr geht, dann geht das Fitnessstudio. Zu keiner Zeit des Jahres feiern die Fitnessstudios so sehr wie nach Weihnachten. Januar bis März ist das Weihnachten der Fitnessstudios. Denn im Januar melden sich alle Weihnachtsopfer an und halten meist nur bis März durch. Dann läuft die Mitgliedschaft zwar weiter, aber die Studios sind leer.

Es reicht ja nicht, dass es ziemlich teuer war, in drei Tagen zuzunehmen. Es wird noch teurer durch die Studio-Mitgliedschaft, die man dann nicht mehr nutzt. Besonders clever ist, wer dann eine Zehnerkarte für den Personal Trainer schiesst. 80 bis 100 Euro pro Training kann das schon mal kosten. Und alles, alles gegen das schlechte Gewissen. Und gegen die Pfunde. Und wenn man es wirklich geschafft hat, pünktlich zur Badesaison wieder im Saft zu stehen, in Bestform, dann ist schon bald wieder Weihnachten. Tolle Wurst.

Sparen Sie Geld und werden Sie fitter

Hören Sie ein einziges Mal auf den Lauf-Kleiss, bitte! Sie sparen dabei bares Geld. Und Nerven. Und Zeit. Laufen Sie genau JETZT einfach los. Kaufen Sie sich eine schöne Laufhose, ein gutes Shirt, eine warme Jacke und ein paar Laufschuhe. Noch besser: Lassen Sie sich das alles zu Weihnachten schenken, und packen Sie es heimlich schon vorher aus. Dann wird es noch günstiger. Aber bitte: Laufen Sie los!

Wenn Sie pro Tag eine Stunde laufen, werden Sie nicht zunehmen. Gut, Sie sollten vielleicht nicht unbedingt die Gans allein essen. Und vielleicht ist es auch keine gute Idee, die ganze Packung Dominosteine zu vernichten. Aber eine Stunde genügt. Machen Sie das ruhig täglich. Schon ab heute.

Das Fett schmilzt wie die Butter im Stollen

Trinken Sie ausreichend Wasser. Und essen Sie nur zweimal pro Woche Pasta und Pizza. Gern ab und zu mal was Süsses. Gern auch zwei Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt. Aber laufen Sie eine Stunde, sodass Sie sich dabei locker unterhalten können. Bedeutet: nicht Vollgas, nicht mit dem Puls ganz oben am Limit. Langsam laufen, aber dafür lang. Und das Fett schmilzt wie die Butter im Stollen. Versprochen!

Und dann steigen Sie am 27. Dezember mal auf die Waage und schauen Sie auf das Display. Schauen Sie ruhig drauf. Und dann schreien Sie vor Glück, weil Sie nur wegen dieser kleinen Kolumne endlich dem Teufelskreis entkommen sind. Und nur mit einem winzig kleinen Trick. Die tägliche Portion Laufen verhindert die Weihnachtsverfettung. Und wer besonders keck ist, der behält das alles das ganze Jahr über bei. Also, das tägliche Laufen.

Gut, Sie werden dann in einem Jahr ein fürchterlich schlankes Reh sein. Aber da müssen Sie dann auch durch. Ein kleines Geheimnis noch, das Sie bitte nicht weitersagen: Dick wird man übrigens nicht an den drei Weihnachtstagen. Sondern an den 362 Tagen davor. So läuft es!

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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