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Smartwatches werden zu Alleskönnern

Smartwatches werden zu Alleskönnern
Samsung Gear Fit 2 Pro: Vor allem für Sportler gemacht. Samsung

Ob Schwimmen, Rudern oder Yoga - Hersteller sehen die Zukunft der Smartwatch in der Sportbegleitung. Wie das geht zeigen Samsung und Fibit, denn sie wollen Apple den Markt nicht alleine überlassen.

Kommentar  
Von Thomas Heuzeroth
2017-09-01

Schwimmen? Kein Problem. Rudern? Geht auch. Yoga? Ja. Samsung hat kurz vor dem Start der Technikmesse Ifa nachgelegt. Die Koreaner stellten in Berlin eine neue Smartwatch, ein Fitnessarmband mit Display und kabellose Ohrhörer vor.

Apple wird Berichten zufolge im September die dritte Generation seiner Apple Watch vorstellen. Allerdings soll es weitestgehend beim alten Design bleiben. Dafür bekommt die Uhr neue Work-outs, die sie tracken kann. Die wohl wichtigste Neuerung: ein LTE-Modul. Damit kann die Apple Watch 3 auch Nachrichten empfangen und Anrufe tätigen, ohne dass sie mit einem iPhone verbunden ist.

Inzwischen wird deutlich, dass die Hersteller die Zukunft der Smartwatch vor allem in der Sportbegleitung sehen. Samsung zeigt auf der Ifa, wie das geht. Die neue Gear Sport und das Fitnessarmband Gear Fit 2 Pro sind vor allem für Sportler gemacht oder eben für jene, die sich dafür halten.

Sportarten werden automatisch erkannt

Dabei werden verschiedene Sportarten automatisch erkannt, darunter Schwimmen, Rudern und Laufen. Beide Geräte erfassen den Herzschlag, die Gear Fit 2 Pro macht das sogar während des Schwimmens. Das soll nach Angaben von Samsung äusserst zuverlässig funktionieren. Bislang haben Uhren damit ihre Probleme, wenn sie nicht einen Brustgurt als Hilfe haben.

Die Gear Sport und die Gear Fit 2 Pro haben die Satellitenortung gleich mit eingebaut, können also die gelaufene Strecke festhalten, auch wenn kein Smartphone in der Nähe ist. Ausserdem sind sie in der Lage, Spotify-Playlists offline zu laden und beim Sport abzuspielen. Beide Geräte funktionieren sowohl mit Android-Smartphones als auch mit iPhones.

Nach langer Vorarbeit hat nun auch Fitbit seine erste Smartwatch vorgestellt. Der Hersteller ist bereits bei Fitnessarmbändern vertreten. Bei seiner neuen Uhr mit dem Namen Ionic verspricht Fitbit eine Akkulaufzeit von mehr als vier Tagen, was natürlich abhängig ist von der Nutzung des Sporttrackings.
 
Auch die Ionic hat GPS-Ortung mit eingebaut, misst die Herzfrequenz, ist wasserdicht und eignet sich zum Schwimmtracking. Der interne Speicher von 2,5 Gigabyte kann mit Musik belegt werden. Die Gear Fit2 Pro soll ab Mitte September für 229 Euro in den deutschen Handel kommen. Ende Oktober gibt es dann die neue Gear Sport für 349 Euro.

Fitbit hat sogar ein Bezahlungssystem

Sogar die Bezahlung mit dem hauseigenen System Fitbit Pay soll in Deutschland ab Ende 2017 möglich sein. Notwendig dafür ist eine Kreditkarte von American Express, Mastercard oder Visa von Banken wie ANZ, Banco Santander, Bank of America, Capital One, HSBC, OCBC Bank, Royal Bank of Canada, UOB und US Bank. Deutsche Kreditinstitute nennt Fitbit hier nicht.

Fitbit hat für seine erste Smartwatch das eigene Betriebssystem Fitbit OS geschaffen. Entwickler können künftig Anwendungen dafür programmieren und in eine App-Gallery einstellen. Die Ionic gibt es ab Oktober für 350 Euro.

Hersteller von Wearables erwarten von dieser Kategorie noch grosses Wachstum. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass weltweit in diesem Jahr 310 Millionen dieser Geräte verkauft werden, wozu aber auch Bluetooth-Headsets zählen. Das entspricht einem Wachstum von 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zahl der Smartwatches soll sich verdoppeln

Die Zahl der Smartwatches soll sich den Gartner-Zahlen zufolge von mehr als 40 Millionen Stück in diesem Jahr auf mehr als 80 Millionen Smartwatches in vier Jahren verdoppeln. «Smartwatches sind auf dem Weg, bis 2021 das grösste Umsatzpotenzial aller Wearables zu haben», sagt Angela McIntyre, Forschungsdirektorin bei Gartner.

Zwar werde Apple weiterhin den grössten Smartphone-Marktanteil halten. Im vergangenen Jahr soll er bei etwa einem Drittel des Marktes gelegen haben. In den kommenden vier Jahren soll dieser Anteil aber Gartner zufolge auf ein Viertel zurückgehen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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