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Stadtleben 
Menschenwürdiges Wohnen steht jedem zu

Menschenwürdiges Wohnen steht jedem zu
Mietwucher in Zürich: Die Stadt soll noch viele Fälle aufdecken.  Keystone

Kaum vorstellbar und trotzdem Realität: In der wohlhabenden Schweiz leben Menschen in Wohnungen, die nicht nur überteuert, sondern auch unwürdig sind.

Kommentar  
Von Silvia Finke
2015-10-27

Zürich ist eine schöne Stadt. Gerade auch jetzt im Herbst, wenn die bunten Blätter vor den oft alten und imposanten Fassaden leuchten. Steht man an der Limmat und blickt Richtung See, sieht die Sonne auf dem Wasser glitzern, dann wirkt die Stadt herrschaftlich und prächtig – zumindest auf Eine.

Die Menschen, die in der Stadt unterwegs sind, wirken umso unterschiedlicher. Natürlich gibt es die, die so wirken wie die Stadt: von Kopf bis Fuss erkennbar in teure Marken gehüllt, zeigen sie ihren Wohlstand. Bei anderen muss man genauer hinschauen, um in der Dezenz die Klasse zu sehen.

Wenn das Heim nicht heimelig ist

Neben den durchschnittlich gekleideten sieht man auch jene, die anscheinend nicht so viel Geld für Bekleidung ausgeben können. Sie müssen augenscheinlich recht haushalten. Gerade diese Menschen müssen auch beim Wohnraum einiges in Kauf nehmen, wie Zeitungen in der letzten Zeit zu entnehmen war.

Diese Leute leben in Wohnungen, welche diesen Namen kaum verdienen zu einem Mietzins, der für dieses Level völlig unangemessen ist. Zudem liegen diese Unterkünfte häufig in Umgebungen, die gesundheitsschädlich sind und deren Standard der Menschenwürde nicht entspricht. «My home is my castle» sagt man in England. Doch eine Wohnung, die kein Rückzugs- und Schutzraum ist, in der man sich nicht wohl und geborgen fühlen kann, weil Schimmel an den Wänden wächst; es kalt und zugig ist oder es kein fliessendes Wasser gibt, so eine Unterkunft kann diese Funktion nicht erfüllen.

Rückzugsort muss bezahlbar sein

Wir alle brauchen einen Ort, an dem wir uns sicher und wohl fühlen – wenn die eigene Wohnung dies nicht leistet und zudem das schmale Budget über Gebühr belastet, dann ist dies, gerade auch in der Schweiz, nicht tragbar. Eine wünscht sich, dass die Stadt hier noch viele Fälle aufdeckt und dieses Problem beseitigt.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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