Sie haben ja Recht: Apple Watch, Google Glass, Fitbit – wir können es alle bald nicht mehr hören. Doch die Welt der «Wearables» bietet weit mehr Geräte, die ähnlich innovativ sind, ohne die allgemeine Aufmerksamkeit zu bekommen, die sie verdienen. Manche Erfindungen versprechen Frühwarnung bei Gesundheitsproblemen, andere sollen mehr Sicherheit für Kinder oder Kreativschübe für die grauen Zellen bringen. Hier unsere Auswahl von körpernaher Technik, die das An- und Ausprobieren lohnt.

Schlag auf Schlag

Kommt Ihnen das bekannt vor, Leute im Zug oder im Café, die sich rhythmisch auf Knie und Schenkel klopfen, als spielten sie gerade Schlagzeug? Für solch begeisterte Alltagsmusikanten gibt es nun den DrumPants-Trommelgurt zum Umschnallen. Man trägt ihn wahlweise unter der Hose oder darüber – und für den besonderen Kick lässt er sich sogar in die Schuhe stecken. Verschiedene Instrumente stehen zur Wahl, man kann sein Musikprogramm mit Sound- und Videoeffekten anreichern, Beats und Loops spielen und zur Ein-Mann-Band werden, wohin man auch geht.


Quelle: Youtube

Kinderfinder

Diesen Albtraum kennen alle Eltern: Plötzlich ist das Kind weg, verschwunden irgendwo in der Menschenmenge. Diesem Augenblick wollen die Entwickler von AmbyGear den Schrecken nehmen. Ihre Lösung: eine Smartwatch für Kinder. Die Amby-Uhr hält ständig Kontakt zur Smartphone-App von Mama oder Papa und weiss dank GPS-Ortung immer, wo sie ist. Auch Kurznachrichten und Piktogramme können Eltern und Kinder austauschen. Das Ergebnis? Grosse Freiheit für die Kleinen und weniger Sorgen bei den Grossen.

Stress ade

Mehr Ruhe, mehr Kraft, mehr Konzentration. Nichts weniger verspricht das Muse-Stirnband schon bei drei Minuten Nutzung pro Tag. Mit Hilfe von EEG-Sensoren misst das Wearable die Hirnaktivität und reicht die Informationen an eine Mobil-App weiter. Die Software wertet die Daten aus und hilft mit Konzentrationsübungen dabei, Stress abzubauen und wieder Ruhe einkehren zu lassen.

Zauberstab

Der CreoPop ist eine Art 3D-Drucker in Form eines Stifts: Alles, was man zeichnet, wächst aus Kunststoff in den Raum. Es gibt andere Stifte, die ähnliche Kunststücke beherrschen, doch der CreoPop vermeidet den Gestank von flüssigem Plastik, weil er Polymere verwendet, die mit Hilfe von LEDs verhärtet werden. Der Stift kann diverse Farben und verschiedene Varianten Kunststoff-Tinte nutzen – unter anderem mit Aroma, bunt schillernd oder im Dunkeln leuchtend. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer Klebepistole, bei der nichts daneben geht und Sie volle Kontrolle behalten.

Haltung bewahren

Wer sich zu sehr verbiegt, riskiert Rückenschäden. Deshalb sagt der Lumo Lift mit einem dezenten Surren Bescheid, wenn es mal wieder Zeit ist, sich aufzurichten. Der unscheinbare Clip wiegt gerade mal zwölf Gramm, versteckt sich unter der Kleidung oder tritt ganz offen als Mode-Accessoire auf. Er zählt ausserdem, wie viele Schritte man am Tag tut, und berechnet daraus die zurückgelegte Entfernung und den Kalorienverbrauch. Was den Lumo Lift von ähnlichen Fitness-Trackern abhebt, sind der Fokus auf Haltung und sein modisches Erscheinungsbild.

Kleidung mit IQ

Die Mode von morgen besteht wieder aus reichlich Synthetik – aber von der schlauen Sorte: Forscher an der Kent State University in Ohio haben sich einen Stoff einfallen lassen, der mit Hilfe integrierter Flüssigkristalle auf Wärme reagiert. Bei Temperaturschwankungen ändert sich die Farbe. So könnten etwa Socken entstehen, die Diabetikern helfen, ihren Körper zu beobachten. Ähnlich misst der GER Mood Sweater den Hautwiderstand, um digital zu erfühlen, wie es dem Pulli-Träger geht: Ob nervös, entspannt oder überglücklich lässt sich dann am Kragen ablesen, in den LED-Leuchten eingearbeitet sind. Grün bedeutet die Ruhe selbst, Gelb die reine Freude.

Ausgerechnet: jetzt?

Mag sein, dass wir hier nicht ganz neutral sind, denn das Schweizer Startup Ava ist ein Absolvent unseres Residency-Programms bei swissnex San Francisco und nahm vor kurzem am CTI Market Validation Camp teil. Doch so oder so: Die Idee der Gründer könnte Familienplanung grundlegend verändern. Das Armband, das Ava entwickelt hat, misst bei Frauen im Schlaf, wo der Körper in seinem monatlichen Fruchtbarkeitszyklus gerade ist. Gepaart mit einem Smartphone, errechnet die dazugehörige App, wann die Chancen für neues Leben am besten stehen.

Wasserfeste Wearables

Platsch! Das iPhone fällt in die Pfütze. Oder das Glas kippt um, und Wasser ergiesst sich übers Laptop. Normalerweise bedeutet das Totalschaden, Game Over, nichts zu machen. Wearables soll es künftig besser ergehen: Die Nanotechnologie-Lösung HZO wird als potenzieller Lebensretter für alle Geräte angepriesen, die immerfort den Widrigkeiten des digitalen Alltags ausgesetzt sind. Der Trick besteht in einer Schicht aus winzigen Nanopartikeln, die Wasser abweisend ist und rings um die Geräte herum einen hauchdünnen Schutzmantel bilden.

Mitarbeit: Kassandra Bucher, Karsten Lemm

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