Der Energiesektor verzeichnete unlängst den grössten Wochenverlust seit Juni 2011. Gründe dafür sind die baldige Rückkehr des iranischen Öls auf die Weltmärkte und das milde Wetter in den USA. Diese Entwicklungen führten seitens Öl und Erdgas zu einem starken Preisverfall. Indes erlebte auch der Industriesektor – angeführt von Kupfer auf einem neuen Sechs-Jahres-Tief – eine schwache Woche. Codelco, der weltweit grösste Kupferminenbetreiber, erwartet für dieses Jahr ein Angebotsüberschuss. Statt jedoch die Förderung zu drosseln, plant man dort die Produktionskosten zu senken.

Gold bleibt auf der anderen Seite eine der wenigen Assetklassen im positiven Bereich. Nachdem Investoren zu Beginn des Jahres hauptsächlich Short-Positionen in Gold-ETFs innehatten, hat sich das Blatt in der vergangenen Woche gedreht. Angesichts der anhaltenden Verluste in allen anderen Assetklassen ist Gold einmal mehr der Rohstoff der Stunde.

Ende der Iran-Sanktionen schafft zusätzlichen Druck

Die Schlagzeilen bestimmt weiterhin das schwarze Gold. Seit dem letzten Opec-Meeting am 4. Dezember 2015 sind die Ölpreise um ein Drittel gesunken. Handelsdaten aus China bezüglich höherer Importmengen haben die Kurse dabei nur für wenige Tage über 30 Dollar pro Barrel gehalten. Die Neuigkeit, dass die Sanktionen gegen den Iran innerhalb von Tagen aufgehoben werden, hat allerdings zu erneuten Verkäufen geführt.

Einer Bloomberg-Studie zufolge ist der Iran nach Aufhebung der Sanktionen wahrscheinlich aber nur zu Produktionssteigerungen von 100'000 Barrel pro Tag fähig. Sollte sich dies bewahrheiten, könnte es zur Stabilisierung des Ölpreises beitragen. Zusätzlichen Druck könnten jedoch die schon produzierten Ölvorräte im Iran ausüben, die verschifft werden, sobald die Sanktionen fallen.

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