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Fed-Entscheid beflügelt Gold und Silber

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Gold profitierte vom Fed-Entscheid und der Preis könnte weiter steigen.  Keystone

Der Entscheid der amerikanischen Notenbank warf ein schlechtes Licht auf wachstumsabhängige Rohstoffe wie Industriemetalle. Profitiert haben Edelmetalle, dagegen steht der Ölpreis weiter unter Druck.

Kommentar  
Von Ole Sloth Hansen
2015-09-22

Obwohl die US-Konjunkturdaten weiterhin robust bleiben, haben die extreme Marktvolatilität im August sowie aktuelle Entwicklungen im Rohstoffsektor und Chinas Währungspolitik dazu geführt, dass die US-Notenbank keine Zinswende eingeleitet hat. Wenn sich die Fed schon Sorgen um wirtschaftliche Entwicklungen ausserhalb der USA macht, wirft das Bedenken bezüglich des kurzfristigen Nachfrageausblicks für wachstumsabhängige Rohstoffe wie etwa Industriemetalle auf.

Gut hingegen lief es bei Edelmetallen. Wochensieger Silber hat den grossen Bruder Gold um fast 2 Prozent übertroffen. Das weisse Metall ist im Jahresverlauf überraschenderweise der zweit erfolgreichste Rohstoff nach Kakao. Auch Gold hat von der Fed-Entscheidung profitiert. Das gelbe Metall hat viel früher Unterstützung gefunden als in der Ausverkaufsphase im Juli. Ob es nun weiter aufwärts geht, hängt davon ab, ob das Metall sein August-Hoch von 1.170 Dollar pro Feinunze übertreffen kann.

Entgegen Prognose weniger hohe Öl-Lagerbestände

Die beiden Öl-Benchmarken entwickelten sich uneinheitlich. Während die Sorte WTI zulegen konnte, landete Brent im Minus. Die Prognose, dass die US-Lagerbestände aufgrund der nachlassenden Nachfrage seitens der Raffinerien kurzfristig ansteigen werden, hat sich nicht bewahrheitet. In Cushing, Oklahoma, dem wichtigsten Öl-Umschlagplatz in den USA, sind die Lagerbestände sogar um zwei Millionen Barrel gesunken.

Brent dagegen hat aktuell mit einem Überangebot aus der Nordsee und Nigeria zu kämpfen. Zusätzlicher Druck auf die Ölmärkte kommt sowohl aus den USA als auch aus dem Iran. In den USA versuchen die Gesetzgeber weiterhin das seit 40 Jahren bestehende Exportverbot abzuschaffen. Zusätzlich könnte in den nächsten sechs Monaten neues Öl aus dem Iran fliessen und das globale Überangebot noch weiter verschärfen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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