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Edelmetall-Wettstreit: Silber schlägt Gold

Edelmetall-Wettstreit: Silber schlägt Gold
Edelmetalle: Bei Silber läuft es momentan besser als beim Gold.  Nathan Forget/CC/Flickr

Der Bloomberg Rohstoffindex beendete die zweite Woche in Folge im Plus. Dabei halfen unterschiedliche Entwicklungen, den starken Dollar zu kompensieren.

Kommentar  
Von Ole Sloth Hansen
2016-04-20

Chinesische Wachstums- und Handelsdaten deuten auf eine stabilisierte, aber auch weiterhin verschuldete Wirtschaft hin. Diese Meldung beflügelte Industriemetalle und versetzte dem Getreidesektor aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Sojabohnen einen Schub. Insbesondere die Nachfrage aus China im März hat zum grössten Wochenanstieg bei Sojabohnen seit vergangenem Dezember geführt.

Der Goldpreis verbleibt weiter in einer Seitwärtsbewegung. Insofern ist die Rallye, die in den stärksten Jahresauftakt seit Jahrzehnten mündete, vorerst gestoppt. Der Fokus richtet sich nun auf Silber. Silber ist im Vergleich zu Gold relativ günstig, was sich in der Gold-Silber-Ratio ausdrückte. Diese erreichte Ende Februar mit über 83 Feinunzen Silber für eine Feinunze Gold ihren Höchststand. Angesichts eines sich stabilisierenden Goldpreises bleibt die Nachfrage nach Silber-ETPs sehr stark.

Das Silber hat den grossen Bruder Gold als das sich am besten entwickelnde Metall 2016 abgelöst. Das bedeutet aber auch, dass für weitere Kurssteigerungen ein charttechnisches Signal zugunsten Silber beziehungsweise eine niedrigere Ratio nötig werden dürfte.

Keine guten Nachrichten aus dem Ölsektor

An den Ölmärkten haben die anhaltenden US-Produktionskürzungen und der aktuelle Monatsbericht der International Energy Agency zunächst eine positive Entwicklung unterstützt. Der Ölpreis stieg zwischenzeitlich auf ein Vier-Monats-Hoch, bevor das Treffen der Opec mit den Non-Opec-Ländern in Doha am Wochenende auf die Stimmung drückte. Das Treffen in Katar löste Gewinnmitnahmen aus und stoppte die bisherige Rallye.

Unterdessen bleibt der Gleichgewichtsprozess zwischen Angebot und Nachfrage im Fokus. Die US-Produktion ist seit letztem Juli um 600'000 Barrel pro Tag gefallen. Gleichzeitig hat Bloomberg im Vorfeld des Treffens berichtet, dass der Iran seine Schiffslieferungen im April auf zwei Millionen Barrel pro Tag erhöht habe. Sollte sich dies bewahrheiten, hätte der Iran im Alleingang den bisherigen US-Produktionsrückgang wettgemacht. Wenn dieses Niveau in den kommenden Monaten gehalten werden kann und Produktionsengpässe des Nordiraks und Nigeria schwinden, dürfte die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf den Ölmärkten noch auf sich warten lassen.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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