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Ökologie 
E-Mobility im Wechsel der Gefühle

BMW i8: Der superschnelle Hybrid tauscht Stahl gegen Kunststoff.  Keystone

Nachhaltig, emissionsfrei, umweltbewusst - die Rufe nach grüner Mobilität werden immer lauter. Doch wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich?

Kommentar  
Von Andrea Schaller
17.04.2015

Nachhaltig, emissionsfrei, umweltbewusst! Elektroautos sind ein Trend, der in den 90er Jahren in den USA begann, um unabhängig vom Öl arabischer Ländern zu werden. Auch Deutsche Politiker und Wirtschaftsführer sprangen auf den Zug auf und forderten mehr grüne Mobilität. In erster Linie nicht aus Umweltgründen aber aus wirtschaftlicher Sicht. Bieten Elektrofahrzeuge doch hervorragende Speicher für überschüssig produzierten Strom und die USA einen wichtigen Absatzmarkt für die deutsche Automobilindustrie.

Mehr Energie in der Herstellung

Sie brauchen 40 Prozent mehr Energie in der Herstellung, produzieren dafür kein CO2 beim Fahren. Trotzdem fallen grosse CO2-Emissionen entlang der Fabrikationskette an, zum Beispiel bei der Stahlschmelze, oder Aluminiumverarbeitung. Zudem stammen 80 Prozent der Seltenen Erden, die zur Herstellung von Li-Ion Batterien benötigt werden, aus chinesischen Minen die weder umweltschonend noch human betrieben werden.

Als Toyota 1997 den ersten Hybrid auf den Markt brachte, wurde dieser als Durchbruch für die Umwelt gefeiert. Genau betrachtet ist ein Hybrid, durch den Generator und den zusätzlichen Elektromotor wesentlich schwerer als der gleiche Benziner. Sagte nicht Einstein «Masse ist Gewicht und mehr Gewicht braucht proportional mehr Energie um bewegt zu werden?»  Folglich generiert der Hybrid auf  Kurzstrecken Energie, verbraucht aber mehr Treibstoff auf der Autobahn.

BMW spart an Gewicht beim Leichtbau-Sportwagen i8. Der superschnelle Hybrid tauscht Stahl gegen Kunststoff und fährt ganze 37 Kilometer elektrisch bei 120 Kilometer pro Stunde. Das reicht um von der Goldküste in die Stadt zu kommen. Auf Langstrecken kommt der Dreizylinder Turbomotor mit 5,5 Liter pro 100 Kilometer aus - ein ziemlich mageres Ergebniss für stattliche 362 PS!

Fragt sich nur, stehen hier die Einsparungen in Relation zu den 162'000 Franken? Schliesslich braucht ein Fiat 500 TwinAir auch nicht mehr Benzin, ist aber wesentlich preisgünstiger.

Energiefresser und CO2-Produzenten

Wasserkraftwerke liefern bei schmelzenden Gletschern und Wassermangel in Seen und Flüssen auch weniger Strom. Solarpanels brauchen bis zu zwei Jahre für die Einspielung der Energie, die zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Offshore Windräder sind in ihrer Produktion und Installation wahre Energiefresser und CO2-Produzenten. Sie beeinträchtigen das Gehör von Meeressäugern und die Strömung, die wiederum einen grossen Einfluss auf unser Klima hat. Zudem wird das Metall mit Korrosionsschutz und Antifouling behandelt. Wer garantiert, dass diese Giftstoffe nicht partiell ins Meer gelangen?

Giftstoffe finden sich auch in Akkus, wird der Stromspeicher unsachgemäss geöffnet können diese austreten.

Trotz all der Unkenrufe darf die Entwicklung umweltfreundlicher Autos nicht behindert werden, nur müssen wir lernen in Lifecycles zu denken und die ganze Produktionskette in unsere Kalkulation mit einzubeziehen, von Well-to-Wheel.

Die Kontributoren sind externe Autoren und wurden von bilanz.ch sorgfältig ausgewählt. Ihre Meinung muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

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